Sie sind einer der ersten Anlaufpunkte für die schönsten und schlimmsten Ereignisse im Leben der Berliner: Wenn Familien Nachwuchs bekommen oder ein Angehöriger verstirbt, führt der Weg direkt zu den Standesämtern – in beiden Fällen braucht es eine Urkunde dieser Stellen. Hier zeichnet sich in den zwölf Bezirke schon seit mehreren Jahren ein sehr unterschiedliches Bild ab. Und trotz langer politischer Bemühungen ist die Diskrepanz nach wie vor enorm – das zeigt die Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Stephan Lenz (CDU).
In Spandau oder Tempelhof-Schöneberg sind Probleme fast unbekannt. Wer hier eine Sterbeurkunde anfordert, bekommt das Dokument laut Angaben der Senatsverwaltung für Inneres meistens noch am gleichen Tag. In Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf dauert die Bearbeitung weniger als eine Woche. Eine Überlastung der Behörden zeigt sich hingegen im Zentrum und Nordosten der Stadt: Pankow gibt die Bearbeitungszeit sowohl bei Geburts- als auch bei Sterbeurkunden mit vier Wochen an. In Mitte ist die Wartezeit bei Sterbefällen genauso lang, aber bis man ein neugeborenes Baby registriert hat, vergehen fünf Wochen. Lichtenberg nennt sogar bis zu sechs Wochen Bearbeitungszeit als durchschnittliches Zeitmaß.



