Eröffnung

„Hub27“: Messe Berlin läutet neue Hallensaison ein

Mit der 75 Millionen Euro teuren Multifunktionshalle Hub27 kann der Landesbetrieb endlich die weitere Sanierung des Geländes angehen.

Eröffnung des neuen Hub27 (v.l.): Messe-Chef Christian Göke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und Messe-Aufsichtsratschef Wolf-Dieter Wolf.

Eröffnung des neuen Hub27 (v.l.): Messe-Chef Christian Göke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und Messe-Aufsichtsratschef Wolf-Dieter Wolf.

Foto: Messe Berlin

Berlin. Messe-Chef Christian Göke fällt es am Freitagmittag leicht, für einen gelungenen Auftritt zu sorgen: Mit einem Longboard kommt er auf die Bühne gerollt. Nur ein paar Worte später ist der jüngste Neubau auf dem Gelände unterm Funkturm eröffnet: 75 Millionen Euro teuer ist die neue Multifunktionshalle Hub27. Das quadratische Flächenwunder bietet Platz für rund 11.500 Gäste und soll sowohl Schauplatz für Messen und Kongresse, aber auch für kleinere Veranstaltungen sein.

Zuvor, so ist zu hören, hatten sich die Bauarbeiter noch einmal ins Zeug legen müssen. Man sei letztlich aber im Kosten- und Zeitrahmen geblieben, betont Göke bei seiner Ansprache.

Der Hub27 ist für die Messe Berlin ein Neubau mit großer Bedeutung. Bei der in den nächsten Jahren anstehenden Sanierung der Messehallen auf dem Gelände soll der Hub27 immer wieder als Ausweichfläche und Rangierbahnhof genutzt werden. Rund 1,2 Milliarden Euro dürfte die Renovierung der alten Hallen wohl verschlingen. Nur einen geringen Teil des Budgets stellt das Land Berlin zur Verfügung. So wie auch beim Hub27: Für den Neubau gab die rot-rot-grüne Koalition sparsame sieben Millionen Euro dazu, 68 Millionen Euro musste die Messe selbst finanzieren.

Göke: Messe kein Immobilienentwickler

Angesichts der bevorstehenden Aufgaben auf dem Gelände nennt Göke selbst den Neubau schlicht ein „Werkzeug“. Gleichzeitig sei der Bau oder die Sanierung von Hallen nicht die Kernkompetenz der Messe Berlin, sagt Göke vor mehreren Hundert geladenen Gästen, darunter auch Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Göke sagt das auch, weil international der Wettbewerb im Messegeschäft stark zugenommen hat. Unternehmen würden mit Investorengeld „zugeschüttet“, erklärt Göke bei seiner Rede. „Der Markt ist schwierig geworden“, so der Messe-Chef weiter.

Wegen der international herausfordernden Bedingungen hatte die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zuletzt unter anderem die Idee ins Spiel gebracht, das operative Messe-Geschäft zu privatisieren. Das Geld von Investoren solle unter anderem für die weitere Internationalisierung des Geschäfts genutzt werden. So könnte auch die Zukunft der großen Berliner Leitmesse wie der IFA, der Grünen Woche oder der ITB abgesichert werden. Der Senat allerdings lehnte den Vorschlag ab.

Berlin soll europaweit führender Messe-Standort werden

Berlins Regierungschef Michael Müller betont bei seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Messe für die Stadt. „Das ist ein guter Tag für die Messe und ein guter Tag für Berlin. Wir brauchen uns und beflügeln uns gegenseitig“, so Müller.

2018 hatten mehr als 40.000 Unternehmen aus 180 Ländern ihre Neuheiten bei den verschiedenen Veranstaltungen auf dem Messegelände gezeigt. 2,5 Millionen Besucher kamen, übernachteten und gaben Geld bei Berliner Händlern und Gastronomen aus.

Berlin und die Messe müssten sich aber gemeinsam weiterentwickeln, sagt Müller. „Das, was die Kunden wollen, müssen wir auch bieten“, so der Regierungschef mit Blick auf die neue, moderne Veranstaltungshalle. Berlins Anspruch sei es, europaweit der führende Messe-Standort zu werden. Der neue Hub27 biete während der Umbauphase die nötigen Ausweichkapazitäten, wenn an anderer Stelle gebaut würde, so Müller.

Eine Eröffnungsfeier wie ein Club-Besuch

Was die Halle kann, zeigt die Messe an diesem Mittag eindrucksvoll: Lautstark weisen Trommler den Gästen den Weg von Bühne zu Bühne. Über Videowände werden kurze Filme eingespielt. Lichtanlagen an der Decke erzeugen eine Atmosphäre, wie sie sonst wohl nur in Berliner Diskotheken herrscht.

Das sei eine Housewarming-Party, die wie ein Berliner Club-Besuch daherkomme, stellt deswegen auch Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop fest. Auch Pop betont die zentrale Bedeutung des Hub27 bei der anstehenden Sanierung des Geländes. Schlussendlich werde die Messe dadurch international noch konkurrenzfähiger, glaubt Pop.

Der neue Hub27 ist unterdessen schon nahezu ausgebucht. Für 2020 gebe es nur noch vier freie Slots. Vor allem Medizinkongresse hätten bereits viele Flächen reserviert.

Neubau bietet viel Flexibilität

Das größte Plus des Neubaus ist die Flexibilität. Neben der großen Halle, die auch geteilt werden kann, stehen 20 verschieden große Räume zur Verfügung. Insgesamt hat der Hub27 eine Nutzfläche von rund 10.000 Quadratmetern. Das Gebäude an sich und auch das Design im Inneren ist bewusst schlicht gehalten. Kunden können so leicht eigene Marken-Konzepte umsetzen.

Ganz billig ist die Miete für den Hub27 übrigens nicht: Ein Tag in der neuen großen Messehalle im Erdgeschoss kostet rund 100.000 Euro. Der Preis ist allerdings abhängig von Wünschen und Vorstellungen des Kunden, so ein Messe-Sprecher.

Die ersten regulären Veranstaltungen sollen erstmals während der IFA im neuen Hub27 stattfinden.