Ob in der Verkehrspolitik oder beim Wohnungsbau, beim Blick in die Kriminalitätsstatistik oder bei einem Streifzug durch die Kulturlandschaft: Geht es um Berlin, geht es eher um den Kurfürstendamm als um den Sigismundkorso in Frohnau, es geht eher um den Alexanderplatz als um den Blumberger Damm in Marzahn. Kurz: Es geht um die Innenstadt. Die Außenbezirke bleiben in der Diskussion dagegen oft außen vor.

Das ist erstaunlich. Denn die meisten Berliner leben außerhalb des S-Bahn-Rings. Das zeigt die noch unveröffentlichte Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Sven Kohlmeier (SPD). Das Statistische Landesamt hat dafür die Bevölkerungsstatistik neu ausgewertet und die Zahlen den Gebieten inner- und außerhalb des S-Bahn-Rings zugeordnet. Das Ergebnis: Innerhalb des Rings lebten im vergangenen Jahr rund 1,12 Millionen Menschen. Außerhalb des Rings waren rund 2,63 Millionen Berliner gemeldet. Das entspricht einer Quote von etwa 70 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das Verhältnis zwischen Innen- und Außenstadtbewohnern ist den Zahlen zufolge seit dem Jahr 2000 praktisch unverändert geblieben.