Bürgermeisterin

Kreuzberg: Monika Herrmann verhöhnt Opfer von Autobränden

Die Grünen-Bezirksbürgermeisterin macht sich über eine Bürgerfrage zu den angezündeten Autos lustig - mit seltsamer Begründung.

Grünen-Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Archivbild).

Grünen-Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Archivbild).

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Im Bergmannkiez in Kreuzberg wurden in der Nacht zu Dienstag mehrere Autos angezündet. Offiziell gab sich die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) in einer Pressemitteilung betroffen.

Auf ihrem privaten Twitterprofil antwortete sie einem Nutzer, der lediglich wissen wollte, was die Politik tue, nur lakonisch: „Das Xhainer Sonderkommando ist den Tätern auf der Spur. Sobald sich der Verdacht bestätigt, wird unsere bezirkliche Spezialeinheit den Zugriff auslösen. Die Gefängnisse im Rathaus stehen bereit. Unser Gericht wird harte Strafen verhängen. Dann ist endlich Schluss damit!“

Das kam bei vielen Twitter-Nutzern nicht gut an. „Wenn dein Auto angezündet wird und die Bürgermeisterin deine Sorgen ins Lächerliche zieht“, schrieb etwa @xeniaschuler. Und @albiparvi schreibt: „Das ist Ihre Reaktion? Hämischer Sarkasmus angesichts schwerer Straftaten? Da werden Einwohner terrorisiert, und Sie machen sich darüber lustig?“

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Herrmann unterstellt Fragestellern „rechte Polemisierung“ - Aber warum?

Später schrieb Herrmann: „Mit dem Tweet habe ich auf die rechte Polemisierung reagiert. Mit der PM auf die Brände. Es ist schon sehr mutwillig mir da irgendwas zu unterstellen. Übrigens fast ausschließlich von Springer, Rechten, Konservativen, AfD und Rechtsradikalen. Finde ich äußerst interessant.“

Auf wen genau sie Bezug nimmt - unklar. Denn über die Autobrände gepostet hatte @nachtfloh, ein Polizeireporter-Account der „B.Z.“, Polemik war in diesem Tweet nicht erkennbar. Die Fragen an Frau Herrmann wiederum ging von @sternlingberlin aus. Ein Profil, in dessen Selbstbeschreibung „Refugees welcome, extremism not!“ steht und das mehrfach unter dem Hashtag #fckafd gepostet hat.

Offiziell verurteilt Monika Herrmann die Brandstiftungen

Monika Herrmann verweist auf ihre offizielle Stellungnahme. Die lautet: „Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verurteilt die Brandstiftung an zahlreichen Autos im Bergmannkiez. In der Nacht zu Dienstag brannten in der Willibald-Alexis-Straße zehn Fahrzeuge. ‘Dieser Angriff und die blinde Zerstörungswut machen mich wütend und fassungslos. Von den Feuern geht eine Gefahr für die Nachbarschaft und die Anwohner*innen aus. Die Täter*innen zerstören nicht nur das Eigentum anderer Bürger*innen, sie nehmen dabei leichtfertig in Kauf, dass Menschen zu Schaden kommen. Ich begrüße daher den Einsatz der Ermittlungsgruppe Nachtwache der Polizei. Gegen derartige Taten muss intensiv vorgegangen werden’.“

„Bild am Sonntag“-Journalistin Miriam Hollstein erwiderte: „Ja, und den flotten Spruch auf Twitter verkneift frau sich dann halt besser. Dann fühlen sich die Bürger und Bürgerinnen auch nicht verarscht.“

Morgenpost-Reporterin Uta Keseling schreibt: „Kreuzberger Bürgermeisterin verhöhnt Anwohner, in deren Straße mehrere Autos angezündet wurden, mitten im Bergmannkiez, direkt vor den Wohnhäusern. Irgendwie fehlt mir die Fantasie, was Politiker in eine solche Arroganz treibt.“ Für Herrmann „eine eigenwillige Interpretation“.

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