Ohne Quer- und Seiteneinsteiger geht es an Berlins Schulen nicht mehr. Von 2734 zum Schuljahr 2019/20 neu eingestellten Lehrkräften sind nur 1085 klassische Lehrer. „Das sind minimal mehr als letztes Jahr“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf der Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn. 60 Prozent der neuen Lehrkräfte an Berlins Schulen werden dagegen Quer- und Seiteneinsteiger sein. Quereinsteiger sind Lehrkräfte, die nicht auf Lehramt studiert haben, aber in einem der Berliner Mangelfächer einen Studienabschluss gemacht haben. Berlin stellt dieses Jahr 711 Quereinsteiger ein – also 26 Prozent der neuen Lehrkräfte. Für den Quereinstieg hatten sich 2500 Menschen beworben, aber nur 711 von ihnen wurden genommen. „Wir nehmen nicht jeden“, betonte Scheeres. Es müsse schon passen – je nach Fächerkombination, Fähigkeit und Bedarf.
Noch höher ist dieses Jahr die Zahl der Seiteneinsteiger: Hier sind es mit 938 Personen rund 34 Prozent der Neueinstellungen. „Darunter sind aber kaum neue Seiteneinsteiger“, erläuterte Scheeres. Viele Seiteneinsteiger hätten schon letztes Jahr einen befristeten Vertrag erhalten, der nun von der jeweiligen Schule um eine weiteres Jahr verlängert wurde. Letztes Jahr hießen Seiteneinsteiger noch „Lehrer ohne volle Lehrbefähigung“, kurz LovL. Viele von ihnen begannen als Lehrkraft in einer Willkommensklasse oder als Vertretungslehrer. Sie sind oft schon seit Jahren an einer bestimmten Schule tätig.


