Wer künftig in Berlins Außenbezirken sein Altglas loswerden möchte, muss mit seinen Tüten voller Flaschen sein Wohngebäude verlassen. In den allermeisten Höfen sollen die Altglas-Recycling-Tonnen verschwinden. Der Senat, Berliner Stadtreinigung und der Recycling-Anbieter Duales System wollen die Zahl der Altglas-Sammelbehälter in Wohngebäuden um 30.000 auf nur noch 62.000 senken. Vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings sollen die Verbraucher ihre Flaschen und Marmeladengläser vermehrt in am Straßenrand stehende Sammelstellen werfen.

Als vor fünf Jahren schon einmal diskutiert wurde, die Hofsammlung einzuschränken, hatte es im Abgeordnetenhaus einen Aufschrei gegeben. Die Volksvertreter beschlossen 2014 und noch einmal 2017, die „haushaltsnahe Altglassammlung“ zu erhalten und damit auch das „Holsystem“, das den Recycling-Unternehmen abverlangt, die Glastonnen selbst auf den Höfen einzusammeln. Die neue Initiative missachte „glasklare Beschlüsse des Berliner Parlaments, kommentiert der Umweltexperte und SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz. Er hält die Veränderung für einen „riesigen Fehler“. Den Bürgern empfiehlt er, dem Abzug der Glastonnen zu widersprechen.