Wippe

Bau des Einheitsdenkmals soll im Herbst starten

Die Fertigstellung des 17-Millionen-Euro-Projekts zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung ist für den 3. Oktober 2020 geplant.

Die Grafik zeigt das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal, die sogenannte Einheitswippe.

Die Grafik zeigt das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal, die sogenannte Einheitswippe.

Foto: Milla & Partner / dpa

Berlin. Der Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin soll voraussichtlich im Herbst starten. Davon gehe die Bundesregierung aus, sagte der Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Hagen Philipp Wolf, am Wochenende. „Die Vorbereitungen dazu sind im vollen Gange“, sagte Wolf. Das Projekt liege nach wie vor im geplanten Kostenrahmen von 17,12 Millionen Euro, betonte er.

Einmaliges Projekt mit Unwägbarkeiten

Eine Fertigstellung des Denkmals auf dem Berliner Schlossplatz zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 2020 ist laut Wolf „zwar auch weiterhin ambitioniert, aber nach wie vor nicht gänzlich ausgeschlossen“. Eine Realisierung solcher Projekte werde grundsätzlich innerhalb von 24 Monaten nach Wiederaufnahme des Projektes angestrebt. Das sei im Herbst 2018 gewesen. „Ob der Terminplan eingehalten werden kann, wird jedoch auch von Umständen abhängen, die erst im weiteren konkreten Verlauf der Realisierung in Gänze beurteilt werden können“, so Wolf. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass es sich bei dem Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin „um ein erst- wie auch einmaliges Bauprojekt handelt, für das Unwägbarkeiten trotz sorgfältigster Planung nicht ausgeschlossen werden können“, sagte der Sprecher. Auch bestünden nach wie vor Mitwirkungserfordernisse dritter Stellen, die nicht oder nicht vollständig durch das Planungsbüro und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gesteuert werden können.

Um das Einheits- und Freiheitsdenkmal wird seit langem gerungen. Erste Planungen hatte es schon im Jahr 1998 gegeben. Der Bundestag hat sich mehrfach für den Bau des Denkmals ausgesprochen. Trotzdem gab es, wie berichtet, immer wieder Verzögerungen. Geplant ist eine begehbare, überdimensionierte Schale des Stuttgarter Büros Milla & Partner unter dem Motto „Bürger in Bewegung“. Ursprünglich sollte die „Einheitswippe“ zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in diesem Herbst eingeweiht werden. Zu größeren Verzögerungen kam es unter anderem wegen des Erhalts von Mosaiken des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals am Standort des neuen Denkmals. Außerdem gab es Bedenken wegen des Baugrunds am Spreeufer.

Zudem hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages die Freigabe der veranschlagten Baumittel von 17,1 Millionen Euro lange Zeit vertagt. In der Bevölkerung gab es für das Projekt zuletzt wenig Zuspruch. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap wünschten sich zuletzt nur 16 Prozent der Deutschen das Einheitsdenkmal an diesem Ort. Lange wurde auch über Leipzig diskutiert. Doch die Pläne für ein weiteres, in Leipzig geplantes Freiheits- und Einheitsdenkmal liegen nach einem missglückten Architektenwettbewerb seit 2014 auf Eis.

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