Ausflugs-Tipp

Rund um die Spreeinsel: Versteckte Ecken in Berlins Mitte

Unser Spaziergang führt um das historische Cölln und zeigt versteckte Ecken in der Mitte Berlins.

Neben der Friedrichswerderschen Kirche entstanden in den vergangenen Jahren teure Luxus-Appartements.

Neben der Friedrichswerderschen Kirche entstanden in den vergangenen Jahren teure Luxus-Appartements.

Foto: Max Müller

Berlin. Dass Berlin einst Cölln schluckte und so aus zwei Städtchen kontinuierlich eine Großstadt wurde, lernen Kinder hierzulande bereits in der Grundschule. Wo genau jedoch Cölln lag, mag auch so manch Erwachsener nicht mit Gewissheit sagen. Die bis 1710 existierende Partnerstadt Berlins erstreckte sich über die Spreeinsel, die ihrerseits unterteilt ist in Museums- und Fischerinsel. Unser Spaziergang führt an ufernahen Wegen und durch versteckte Gassen um die Insel und zeigt dabei die wenig frequentierten Straßenzüge der sonst so belebten Mitte Berlins.

Unsere Wanderung startet am Alexanderplatz. Vom Bahnhof aus folgen wir der Rathausstraße und passieren das Rote Rathaus, den Sitz des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Wir überqueren die viel befahrene Spandauer Straße und betreten „Am Nußbaum“ das Nikolaiviertel. In den Gassen des Areals, das anlässlich des 750-jährigen Bestehens Berlins 1987 durch die DDR-Führung im teils historisierenden Plattenbau-Stil wiedererrichtet wurde, gibt es zahlreiche Touristenshops und Restaurants mit vornehmlich deutscher Küche.

Wir folgen der Propststraße vorbei an der Nikolaikirche in Richtung Ufer. Nun gehen wir entlang der Uferpromenade in Richtung Kreuzberg, passieren dabei die Alte Münze und die Spreeschleuse und erreichen schließlich den Bahnhof Jannowitzbrücke.

Hafenflair und Möwengeschrei an der Fischerinsel

Wir überqueren die Spree und biegen noch vor der chinesischen Botschaft rechts ab, um erneut dem Uferweg zu folgen. Vorbei am Märkischen Museum und zahlreichen sogenannten Townhouses kommen wir nach wenigen hundert Metern zu Mittes historischem Hafen, wo es auch eine Brücke zur Fischerinsel gibt. An sonnigen Tagen treffen sich Anwohner und Mitarbeiter anliegender Büros dort zum Entspannen.

Weiter geradeaus geht es bis zur Straße Fischerinsel. Hier halten wir uns links, um gleich wieder rechts in die Wallstraße abzubiegen. Dieser folgen wir bis zur Grünfläche, an der wir uns links halten und so auf die Seydelstraße treffen, die auf der anderen Seite der Leipziger Straße in die Niederwallstraße übergeht und zum Hausvogteiplatz führt. Das Stadtbild prägen in diesem Kiez teure Appartementhäuser, Botschaftsgebäude und auch so manche Institution wie das Erzbischöfliche Ordinariat.

An der kleinen Jägerstraße halten wir uns rechts und folgen der Kurstraße links, wobei wir zuerst einen Grünstreifen und anschließend das Auswärtige Amt passieren. Wir laufen nun auf die Friedrichswerdersche Kirche zu, die ebenfalls von luxuriösen Bauten umgeben ist, deren Errichtung in den vergangenen Jahren viel Streit heraufbeschwor und zudem zu schweren Beschädigungen am Schinkel-Bau führte.

Wer mag, kann abkürzen

Hinter der Kirche gehen wir links und gleich wieder rechts, vorbei am Schinkel-Pavillon, dem PalaisPopulaire – ein Kunsthaus der Deutschen Bank – sowie dem Deutschen Historischen Museum. „Hinter dem Gießhaus“ führt uns der Weg weiter bis zum Kupfergraben.

Wer mag, kann nun abkürzen und über die Bodestraße zum Hackeschen Markt laufen. Für alle anderen geht es weiter bis zur Monbijoubrücke, die überquert wird, und weiter durch den Park sowie entlang des Vera-Brittain-Ufer zurück zur Rathausstraße.

Kulinarischer Tipp

Fast sämtliche Lokale im Nikolaiviertel haben sich der deutschen Küche verschrieben. Eine große Ausnahme bildet das „Ngon Restaurant Berlin“, das im Obergeschoss eines futuristisch anmutenden Plattenbaus zu finden ist. Das auffällig dekorierte asiatische Restaurant hat sowohl vietnamesische als auch thailändische Spezialitäten im Angebot. Besonders gut schmeckt das Pad Thai, ein Nudelgericht, das hier im Eiermantel serviert wird.

Rathausstr. 23, Mitte, tägl. 12–23 Uhr, www.ngonberlin.de

Spreerundfahrten

Sowohl am Berliner Schloss als auch vis-à-vis dem Bahnhof Jannowitzbrücke lassen sich gleich mehrere Bootsanleger finden, an denen Unternehmen wie „Stern und Kreis“ Rundfahrten durch die historische Mitte Berlins anbieten. Die Angebote ähneln einander: Die Fahrt dauert zumeist eine Stunde. Bei gutem Wetter kann man auf dem Deck, bei schlechtem unter Deck sitzen und die Wahrzeichen der Hauptstadt vorbeiziehen lassen.

Ausflugs-Info

Der Spaziergang dauert zwei Stunden, Länge etwa acht Kilometer.