Verkehr

Einen E-Scooter fahren ist leicht, ihn zu beherrschen nicht

Redakteur Christian Latz fuhr mit dem Fahrrad, als eine E-Scooter-Nutzerin die Kontrolle verlor und ihn in einen Unfall verwickelte.

Die seit kurzem erlaubten Elektro-Tretroller erweisen sich als umstrittenes neues Phänomen im Bereich der individuellen Elektromobilität.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Welche Gefahren E-Scooter im Straßenverkehr verursachen, darüber habe ich mehrfach geschrieben. Womit ich nicht gerechnet habe: Dass ich das Problem so schnell am eigenen Leib erfahren würde. Am vergangenen Mittwoch fuhr ich auf dem Radweg vom Brandenburger Tor in Richtung Potsdamer Platz. Einige Meter vor mir war eine Frau auf einem E-Scooter unterwegs (immerhin: vorschriftsmäßig auf dem Radweg!).

Manche E-Scooter-Nutzer überschätzen sich und werden für sich uns andere zum Risiko

Schon von weitem wirkte sie nicht besonders sicher auf ihrem Gefährt, wackelte auf dem Scooter langsam hin und her. Plötzlich verriss sie den Lenker und kam stolpernd auf dem Radweg zum Stehen. Ich war mittlerweile zu nah gekommen, um noch abbremsen zu können und krachte gegen sie. Wir beide landeten mit Schwung auf dem Boden. Wie durch ein Wunder blieben wir unverletzt und trugen trotz des heftigen Sturzes nicht mal eine Schramme davon.

Hintergrund: E-Scooter: Mitte will Verleihfirmen zur Kasse bitten

„I’m okay“, sagte sie, offensichtlich Touristin, als ich fragte, wie es ihr gehe. Sie war wie ich sichtlich geschockt, wie schnell man in einen Unfall verwickelt werden kann. Genau hier liegt das Problem: Auf einen E-Scooter aufspringen, ist kinderleicht, ihn sicher beherrschen nicht. Viele Fahrer überschätzen sich und werden für sich und andere zum Risiko. So sind E-Scooter keine Mobilitätsrevolution, sondern eine Gefährdung des Straßenverkehrs.