Fuhrpark

Polizei und Feuerwehr finden keine Anbieter für Elektroautos

Polizei und Feuerwehr wollen ihren Fuhrpark umstellen. Doch das ist schwieriger als gedacht. Es gibt kaum Anbieter.

Eines der wenigen E-Autos bei der Berliner Feuerwehr.

Eines der wenigen E-Autos bei der Berliner Feuerwehr.

Foto: Alexander Dinger

Berlin. Polizei und Feuerwehr sollen umweltfreundlicher werden. Aus diesem Grund sollen beide Behörden mehr Elektroautos bekommen. Doch es gibt kaum Hersteller, die solche Fahrzeuge bauen. Nun schlägt die Senatsinnenverwaltung Alarm. Zuerst hatte die"B.Z." darüber berichtet.

Die Lage auf dem Automobilmarkt ist dramatisch. Bei der Polizei endete eine Ausschreibung im vergangenen Jahr ohne Ergebnis. Kein Händler sei demnach in der Lage gewesen, passende Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu liefern, heißt es in der Auswertung der Senatsinnenverwaltung. Die Polizei hatte versucht, sechs rein elektrisch betriebene Einsatzfahrzeuge zu kaufen. „Die Umsetzung gestaltet sich schwierig“, heißt es lapidar im Bericht. Ziel sei es nun, die Fahrzeuge bis Ende des Jahres 2020 zu beschaffen. Für 60 Prozent der polizeilichen Flotte gibt es laut Innenverwaltung keine zu den polizeilichen Anforderungen passenden Fahrzeuge. Lediglich 75 Polizei-Autos verfügen über alternative Antriebsarten.

Knapp 11.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid

Polizei (2850 Fahrzeuge) und Feuerwehr (809 Fahrzeuge) haben zusammen die größten Fahrzeugflotten der Stadt und stoßen zusammen knapp 11.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) aus. Zum Vergleich: Der CO2-Ausstoß eines Benzin-Autos mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,8 Liter auf 100 Kilometer beträgt knapp 19 Kilogram pro 100 Kilometer.

Auch bei der Feuerwehr ist die Lage dramatisch. Trotz der für alle Antriebsarten offenen Ausschreibungen gebe es „keine bis sehr wenige Angebote“ über Fahrzeuge mit voll-elektrischem Antrieb, Plug-In-Hybrid oder Erd-/Autogasantrieb. Als Ursache nennt der Bericht die fehlende Wirtschaftlichkeit solcher Fahrzeuge und das mangelnde Angebot am Markt. Für 95 Prozent der Fahrzeugflotte der Feuerwehr gebe es keine zu den Anforderungen passenden Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Bei Großfahrzeugen liege die Quote bei 100 Prozent. Der Großteil der Fahrzeuge bei Feuerwehr und Polizei werden mit Diesel betrieben.

Behörden wollen Fuhrpark umstellen

Der Bericht ist für die Berliner Verwaltung ein Desaster. Denn die Ziele, beide Behörden umweltfreundlicher zu machen, sind ambitioniert. So entwickelt die Feuerwehr gemeinsam mit einem Brandenburger Unternehmen gerade ein neues Löschfahrzeug, das im Regelbetrieb 80 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid ausstoßen und ab 2021 auf Berlins Straßen rollen soll. Im Einsatz sind bereits vier Elektroautos vom Typ Nissan Leaf. Noch in diesem Jahr sollen fünf elektrische Kastenwagen hinzukommen.

Viele Fahrzeuge mit alternativen Antrieben seien untauglich. Vor allem die Reichweiten seien zu gering, die Ladezeiten zu lang und würden im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen über nur begrenzten Platz verfügen. Lediglich Hybrid- und gasbetriebene Fahrzeuge seien dagegen etwa grundsätzlich für den Polizeidienst geeignet. Bei der Feuerwehr komme bei großen Fahrzeugen erschwerend hinzu, dass es derzeit keine zuverlässige technische Lösung gebe, um die schweren, kraftstoffbetriebenen Geräte und Aggregate auf den Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zu versorgen. Der Verbrauch der schweren Fahrzeuge liegt bei mehr als 50 Litern Diesel pro 100 Kilometern.