Es ist ein diesiger Morgen, der ehemalige Flughafen Tempelhof wirkt etwas trostlos. Doch auch an diesem Tag hat sich eine Schar Neugieriger eingefunden. Sabine Lochner-Zerbe führt heute 17 Tourteilnehmer durch den Flughafen. Die Führung macht sie schon seit sechs Jahren. Was sie besonders daran schätzt? „Die Mischung aus Geschichte, die hier erlebbar wird – sowohl die Historie aus der Nazi-Zeit als auch aus der Ära der amerikanischen Besatzung“, sagt die gebürtige Schwäbin, die seit Ende der siebziger Jahre in Berlin lebt und früher sogar ganz in der Nähe des ehemaligen Flughafens, in der Manteuffelstraße, eine Wohnung hatte. „Leider hat es sich trotzdem nie ergeben, dass ich mal von Tempelhof aus geflogen bin“, sagt Lochner-Zerbe.
Die Tourteilnehmer, viele von ihnen aus dem Ausland, folgen der drahtigen Frau in Richtung Rollfeld. Wir blicken auf die Weite mitten in der Stadt, die per Volksentscheid vor einer Bebauung vorerst bewahrt wurde. Was nach wie vor für Diskussionen sorgt, der Berliner Wohnungsmarkt hat sich seitdem nicht unbedingt entspannt.


