Die Einstandsfahrt ließ sich Martin Hikel (SPD) nicht nehmen. Neuköllns Bezirksbürgermeister fuhr zur Eröffnung selbst über den rund 300 Meter langen, neuen Radweg entlang der Karl-Marx-Straße – und dürfte sich dabei als Radfahrer so sicher wie an kaum einer anderen Stelle in seinem Bezirk gefühlt haben. Denn der Abschnitt zwischen Hermannplatz und Reuterstraße ist Neuköllns erster, geschützter Radweg. Die im Fachjargon „Protected Bike Lane“ genannte Anlage ist mit Pollern zu den Fahrstreifen des motorisierten Verkehrs hin geschützt. Nicht vollständig allerdings, denn ein Autofahrer nutzte den Radweg am Mittwoch einfach als Fahrspur.

Der Mann stand mit seinem Wagen kurz hinter der Kreuzung zur Hermannstraße auf dem Radweg. Als Mitarbeiter des Ordnungsamts ihn darauf hinwiesen, dass er dort nicht stehen dürfe, fuhr er los – und dreist den Pollerradweg entlang. Nur um jedoch nach zwei Wendemanövern wieder an der Stelle zu halten, an der er gerade erst widerrechtlich gestanden hatte – und wo das Ordnungsamt immer noch wartete. Die Mitarbeiter erklärten dem Fahranfänger daraufhin, dass er seinen vor einem Monat erhaltenen Führerschein wohl wieder abgeben müsse.