Bericht

Eliteeinheit GSG9 seit Juli auch in Berlin stationiert

Die Spezialeinheit der Bundespolizei hat im Juli ihren neuen Standort in Berlin bezogen. Das berichtet die ARD.

Spezialeinsatzkräfte der GSG9 in Berlin (Archivbild).

Spezialeinsatzkräfte der GSG9 in Berlin (Archivbild).

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin. Die GSG9, die Eliteeinheit der Bundespolizei, ist seit diesem Monat dauerhaft in Berlin stationiert. Das berichtet die ARD. Einquartiert ist die Spezialeinheit demnach in einem Provisorium. "In absehbarer Zeit soll es eine Interimslösung in der Julius-Leber-Kaserne in Wedding geben", heißt es in dem Bericht.

Wie berichtet, soll der Verband letztlich in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht werden. Die Kaserne wird allerdings derzeit saniert. Aufgrund der Baumaßnahmen steht der Standort der GSG9 erst frühestens 2026 zur Verfügung.

Wie viele Kräfte die GSG9 in Berlin hält, will die Bundespolizei aus Sicherheitsgründen nicht sagen. Der Hauptsitz der GSG9 bleibt weiterhin St. Augustin bei Bonn. Mit der dauerhaften Stationierung zusätzlicher Kräfte in Berlin reagiert die Bundespolizei auf die veränderte Sicherheitslage durch islamistische Terroranschläge, die in den vergangenen Jahren vor allem europäische Hauptstädte getroffen haben. Die Spezialeinheit soll chemische, biologische, radiologische und nukleare Anschläge verhindern. Mit einer akuten Gefährdung habe die dauerhafte Stationierung in Berlin nichts zu tun, heißt es.

Die Spezialeinheit soll personell um ein Drittel aufgestockt werden. Die ARD nennt in dem Bericht unter Berufung auf Sicherheitskreise die Zahl von etwa 130 Kräften. Eine von insgesamt vier Einheiten der GSG9 soll demnach in Berlin stationiert werden.

Bereits im Juli 2017 berichtete die Berliner Morgenpost über Pläne des damaligen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), in Berlin eine Antiterroreinheit anzusiedeln. In ihr sollen Spezialkräfte aus Sondereinheiten wie der GSG9, den „Hubschrauberstaffeln“ und dem Bereich „Personenschutz Ausland“ ihr Können „bündeln“, hieß es.

Am geplanten neuen Standort der Bundespolizei auf dem Gelände der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau werden auch Hubschrauber eingesetzt. Anwohner in Spandau hegen die Befürchtung, dass Hubschraubereinsätze der GSG9, auch bei Übungen, zu einer starken Lärmbelastung führen. Übungen sollen an dem Standort allerdings nicht durchgeführt werden.