Immer mehr ausländische Internetfirmen zahlen in Berlin Steuern. Im vergangenen Jahr betrug das Steueraufkommen insgesamt 81 Millionen Euro. In diesem Jahr wird die Summe deutlich höher ausfallen. Für die Monate Januar bis Mai konnte bereits ein Volumen von gut 71 Millionen Euro festgestellt werden, heißt es aus der Finanzverwaltung. Der Grund: Online-Händler aus dem Ausland, wie Amazon oder Airbnb, die ihre Waren und Dienstleistungen in Deutschland anbieten, lagern und versenden, haben lange so gut wie keine Mehrwertsteuer bezahlt. Doch seit einiger Zeit machen Berlins Finanzämter verstärkt Druck auf die Händler. Mit Erfolg, vor allem in Asien.

„Zurzeit erhalten die Berliner Finanzämter Steuererklärungen von rund 22.000 chinesischen Firmen, die im Internethandel tätig sind“, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Berliner Morgenpost. Im vergangenen Jahr waren es noch 1500, im Jahr davor lediglich 430. Nach den Vorstellungen des Finanzsenators werden es künftig noch deutlich mehr Firmen sein. Insgesamt geht es um nicht gezahlte Steuern in einem dreistelligen Millionenbereich. „Wir wollen das auch auf andere Länder und auf Dienstleister wie Airbnb und andere ausweiten“, sagte Kollatz.