Sonntags noch einmal schnell Zigaretten, Schokolade und eine Tüte Chips holen – das gehört zum Berliner Lebensgefühl. Denn dafür gibt es die sogenannten Spätverkaufsstellen, besser bekannt als „Spätis“. Rund 900 davon gibt es in der Hauptstadt. Geöffnet haben sie meist sieben Tage die Woche, auch wenn ihnen ein Verkaufsverbot das sonntags eigentlich nicht erlaubt. Doch viele öffnen auch am Sonntag ihre Türen und riskieren damit eine Geldstrafe – falls das Ordnungsamt zur Kontrolle vorbeikommt.
So hielt es auch die Inhaberin eines Spätis in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Frau hatte ihren Laden an mehreren Sonntagen im Jahr 2016 geöffnet. Sie berief sich dabei auf eine Ausnahme im Berliner Ladenöffnungsgesetz, nach der Geschäfte, die für den Bedarf von Touristen bestimmte Waren wie Lebens- und Genussmittel zum sofortigen Verzehr anbieten, auch sonntags öffnen dürfen. Doch das Bezirksamt untersagte ihr weitere Sonntagsöffnungen und drohte mit einer Geldstrafe von 1500 Euro. Woraufhin die Späti-Besitzerin vor Gericht zog.


