Freizeit

Tipps: Das ist an diesem Wochenende in Berlin los

Ausgehen nur in Mitte? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Im „Zenkichi“ in Mitte gibt es das authentisch-japanische Erlebnis. Sushi sucht man hier allerdings vergebens.

Im „Zenkichi“ in Mitte gibt es das authentisch-japanische Erlebnis. Sushi sucht man hier allerdings vergebens.

Foto: Nils Hasenau

Konzert-Tipp: Mister Abendschau rockt das Schloss Britz mit Pop-Klassikern

Ulli Zelle, der bekannte RBB-Fernsehmoderator, tritt mit seiner Band „Ulli und die grauen Zellen“ im Schloss Britz auf. Die Musikgruppe spielt Songs der Beatles, Stones, von Udo Lindenberg, Eric Burdon, Manfred Mann, Elvis Presley und noch einigen mehr. Das verspricht auf der Freilichtbühne am Schloss Britz wieder Open-Air-Feeling mit souliger Unterhaltung. Denn Ulli Zelle singt nicht nur Coversongs bekannter Musiker, während der Konzerte erzählt er dem Publikum auch gern persönliche Geschichten und Anekdoten. Zum Beispiel, dass er sich zu seinem 50. Geburtstag gewünscht hatte, einmal in einer Band zu spielen – das ist nun 18 Jahre her. Seine Band besteht aus Berliner Profimusikern wie Michael Westphal/Bass, Manfred Opitz/Keyboard, Johannes Gebauer/Drums und Harald Findeisen/Gitarre.

„Ulli und die grauen Zellen“, 29. Juni, 19 Uhr auf der Freilichtbühne auf dem Gutshof Britz, Alt-Britz 81. Karten 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Reservierung unter Tel. 60 97 92 30 oder an der Tageskasse im Schloss.

Literatur-Tipp: Autoren lesen auf Parkbänken im Tiergarten

An diesem Sonntag wird der Tiergarten in Mitte zum „Wortgarten“ und jede Begegnung auf der Parkbank eine ganz besondere. Bei „Literatur auf der Parkbank“ lesen 50 Autorinnen und Autoren mit oder ohne Buchveröffentlichung aus ihren Texten. Besucher des Tiergartens setzen sich an dem Nachmittag auf einer der 50 Parkbänke einfach dazu und lauschen 15 Minuten. Dann geht es weiter zur nächsten Lese-Station, deutlich erkennbar an den aufgestellten roten Sonnenschirmen. „Literatur auf der Parkbank“ findet zum ersten Mal statt nach einer Idee der Initiatorengruppe „Crazy Pineapple“. Das Event schafft am Sonntag noch einen Grund mehr, der glühenden Hitze der Stadt zu entfliehen und sich in Berlins grüner Lunge abzukühlen. Wer also einen Spaziergang mit literarischen Einwürfen verbinden will, ist im westlichen Teil des Parks zwischen Landwehrkanal und Händelallee genau richtig.

„Literatur auf der Parkbank“, westlicher Teil des Tiergartens zwischen Hofjägerallee und S-Bahnhof Tiergarten. So., 30. Juni, 14–18 Uhr.

Techno-Tipp: Schnelle Beats mit „Gin Tronic“ im „House of Gin“

Wofür Überschwemmungen letztlich doch gut sein können: Nachdem die zwar gemütliche, aber doch ziemlich versteckte Gin-Bar im Hotel Palace den Unwettern im Sommer 2017 zum Opfer gefallen war, hat das Hotel sein „House of Gin“ sozusagen nach außen gestülpt. Es gibt am neuen Standort nun nicht nur mehr Licht, sondern auch mehr Platz, und die Bar mausert sich zum Techno-Treff. So heizen unter anderem zwei Mal im Monat „Gin Tronic“ mit Jakob Mandler und Gesine Kühne den Fans der schnellen Beats ein. Kühne ist Journalistin, berichtet leidenschaftlich gern über Techno und die Szene. Und das schon seit fast 20 Jahren, was ihr schließlich den Platz vorm Telekom-Electronic-Beats-Podcast-Mikrofon einbrachte. Mandler kam als Fan zum Techno. Viele Stunden verbrachte er in Clubs, um das harte, industrielle Wummern zu konsumieren. Doch das Tanzen reichte dem Studenten schnell nicht mehr. Zwei Nerds, die sich gefunden haben und so gut zusammenpassen wie eben Gin und Tonic.

„Gin Tronic“, 29. Juni, ab 21 Uhr, im „House of Gin“, Budapester Straße 45, Charlottenburg.

Gastro-Tipp: Eine kulinarische Reise nach Japan in Mitte

Lust auf Japan? Neben dem Friedrichstadt-Palast befindet sich das absolut authentische „Zenkichi“. Allerdings liegt das Restaurant von Motoko Watanabe und Shaul Margulies versteckt. Die Adresse ist Johannisstraße 20, im Vorraum geht es links eine Treppe ins Untergeschoss. Und damit verlässt man Berlin. Doch wer auf Sushi setzt, der sucht vergeblich. Motoko und Margulies servieren feinstes Sashimi, hausgemachten Tofu und andere Köstlichkeiten. Natürlich gibt es Sake statt Wein, Matoko importiert ihn direkt von kleinen Brauereien in Japan.

Die Vorspeise kommt an diesem Abend als fünf verschiedene Spezialitäten, die abwechselnd feine und knusprige Texturen bieten, darunter japanisches Fischtatar, saisonales Gemüse in Eigelb-Essig-Sauce oder auch ein Miso Cream Cheese. Die Aromen sind meist ungewohnt. Großartig sind die Weichschalenkrabben in Tempura, kross außen und schmelzend zart innen. Auch das Junmai Ginjo Shabu Shabu, Fleischscheiben, die kurz in Sake gegart werden, kann man klar empfehlen, ebenso wie den Lobster Chirashi-Don. Der Hummer ist süß und knackig, dazu gibt es in Sojasauce marinierten Lachskaviar, der mit überraschenden Aromen im Mund zerploppt. Begleitet wird der Gang von einer Miso-Suppe. Als frischen Nachtisch sollte man das Grapefruit-Agar-Gelée versuchen. Wer sich beim teils recht teuren Sake unsicher ist, kann sich ganz auf die Künste des aufmerksamen Teams verlassen. Der Abenteuerlustige wird hier mit einem echt japanischen Erlebnis belohnt. Bestellt werden kann à la carte oder als Menü (ab 55 Euro Euro plus 45 Euro Sake-Begleitung). Einziger Minuspunkt: Während des ganzen Menüs wird man mit Jazz-Musik berieselt – wenn auch authentisch japanisch.

„Zenkichi“, Johannisstraße 20, 10117 Berlin, Mo.-Sbd., 18–0 Uhr, Sonntag 17.30–23.30 Uhr. Reservierung: Tel. 24630810 oder über Open Table. Informationen: www.zenkichi.de.

Musik-Tipp: Spandauer Kreativmolkerei lädt zum Sommerkonzert

Das größte Bandprojekt der Spandauer Kreativmolkerei, die „Youngs Hearts Society“, tritt an diesem Sonnabend in der Freilichtbühne an der Zitadelle auf. Rund zehn Musiker sind dabei, darunter eine Sängerin und mehrere Sänger, vier Gitarristen, Bassisten und ein Schlagzeuger. Gespielt wird bei dem Konzert eine abwechslungsreiche Mischung von Songs aus unterschiedlichen Jahrzehnten, von den 60ern bis heute. Darunter sind Klassiker wie auch aktuelle Sommerhits. Einen Schwerpunkt bildet zudem die Stilrichtung Funk. Mit ihrem Auftritt und ihrer Musik, so wird es angekündigt, wollen die jungen Musiker gute Stimmung verbreiten. Wer möchte, darf gern tanzen. Besonders ist zudem, dass die Kreativen aus dem Kulturverein alles rund um das Konzert selbst gestalten – darunter die Kostüme und die Dekoration. Etwa eine Stunde vor Konzertbeginn ist außerdem ein kleiner Kunstmarkt geplant, bei dem Illustrationen, Taschen oder Postkarten verkauft werden.

Freilichtbühne an der Zitadelle, Am Juliusturm 62, Konzertbeginn 29. Juni, 20 Uhr, Eintritt zwölf, ermäßigt acht Euro.

Klassik-Tipp: Wiener Komponisten in der Schwartzschen Villa

Eine Huldigung an Wien ist der Abend mit der Pianistin Elena Gaponenko in der Schwartzschen Villa am 29. Juni, bei dem sie ihre CD vorstellt. „Es geht um den Übergang von der Klassik zur Romantik innerhalb von 25 Jahren“, sagt die Künstlerin. Sie werde mit einem weitgehend unbekannten, aber wunderschönen Stück von Beethoven beginnen. Auch zwei Stücke, die Clara Schumann während ihrer Zeit in Wien komponierte, wird Gaponenko spielen. „Sie wurde vor 200 Jahren geboren, ist also Jubilarin dieses Jahren“, sagt sie. Werke von Franz Schubert erklingen, ebenso der „Faschingsschwank“ von Robert Schumann. Gaponenko wird dazwischen vom Wiener Verleger Anton Diabelli erzählen. Er komponierte einen Walzer und bat österreichische Musiker, eine Klaviervariation zu schreiben. Nach anfänglicher Ablehnung beteiligte sich auch Beethoven.

Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, Steglitz, 29. Juni, 19 Uhr, Eintritt zwölf, erm. acht Euro, Tel. 902 99 22 10, kultur-steglitz-zehlendorf.de.

Konzert-Tipp: Jazz-Musik der 20er- und 30er-Jahre in der Kirche Alt-Tegel

Jazz-Fans kommen am Sonntag auf ihre Kosten. In der Kirche Alt-Tegel wird die Berliner Band Jazzotic Five ab 17 Uhr auftreten. Die fünf Musiker Manfred Stapel (Posaune, Gesang), Harald Bendzko (Tenorsax, Altsax, Klarinette), Max Stapel (Altsax, Sopransax, Klarinette), Peter Bayerer (Banjo), Hans Kaspar (Piano) spielen Stücke, die in den 20er-und 30er-Jahren von Ikonen wie Louis Armstrong, Fletcher Henderson, Duke Ellington, Fats Waller und den New Orleans Wanderers populär gemacht worden waren. Ihr Repertoire erweiterten die Jazzotic Five um Hotdance- und sogar Weltmusik-Titel. Spielen werden sie in der Evangelischen Dorfkirche Alt-Tegel, die, so wie sie jetzt in der Nähe des Tegeler Sees steht, 1911/1912 errichtet wurde. Davor befanden sich an diesem Platz drei Vorgängerbauten, deren Geschichte bis in das Mittelalter rückverfolgt werden kann.

Sonntag, 30. Juni, 17 Uhr, Evangelische Dorfkirche Alt-Tegel, Alt-Tegel 37-39, 13507 Reinickendorf, der Eintritt ist frei