„Jugendwiderstand“

Razzia gegen Linksextremisten

Ermittler haben Wohnungen von Linksextremisten durchsucht. Es geht um Angriffe auf einen Nazi-Marsch und eine Demonstration für Israel

Am 1. Mai 2019 marschierte der „Jugendwiderstand“ noch durch Neukölln. Vor zwei Wochen hat die linksextreme Gruppierung ihre Auflösung bekannt gegeben (Archivbild).

Am 1. Mai 2019 marschierte der „Jugendwiderstand“ noch durch Neukölln. Vor zwei Wochen hat die linksextreme Gruppierung ihre Auflösung bekannt gegeben (Archivbild).

Foto: Alexander Dinger

Berlin.  Am Mittwochmorgen hat es in Berlin Durchsuchungen gegen Mitglieder der inzwischen aufgelösten, linksextremistischen Gruppierung „Jugendwiderstand“ gegeben.

Ermittler der Polizei und der Staatsanwaltschaft durchsuchten laut einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin insgesamt neun Wohnungen.

Der Grund sind laut Staatsanwaltschaft unter anderem Angriffe auf eine pro-israelische Versammlung am 12. September 2018 und auf Teilnehmer des neonazistischen „Rudolf-Hess-Gedenkmarsches“ am 19. August 2017. 107 Ermittler waren bei der Razzia am Mittwoch im Einsatz, wie die Polizei mitteilte. Beschuldigt werden demnach sieben Mitglieder der Gruppierung.

„Bei den Durchsuchungen konnten diverse Speichermedien, Mobiltelefone, Vermummungsgegenstände, Waffen und weitere Beweismittel sichergestellt werden, die ausgewertet werden müssen“, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Ermittlungen dauern an.

Am 12. September vergangenen Jahres hatte der „Jugendwiderstand“ eine Demonstration gegen einen Auftritt der Palästinenser-Aktivistin Manal Tamimi attackiert. Die Antisemitin Tamimi hatte in der Vergangenheit mehrfach zu Morden an Juden aufgerufen hat, den Staat Israel nennt sie ein Terrorregime, ihre Familienmitglieder sind für blutige Anschläge verantwortlich. Als „Sicherheitskräfte“ traten bei ihrem Auftritt in Kreuzberg Aktivisten des Jugendwiderstands auf. Nachdem etwa 20 Menschen vor dem Veranstaltungsort mit Israel-Fahnen friedlich gegen die Veranstaltung protestiert haben, wurden sie von Mitgliedern des Jugendwiderstands bedroht, mit vollen Windeln beworfen und schließlich vertrieben. 20 Polizisten mussten eingreifen.

Am 19. August war es im Vorfeld des jährlichen Neonazi-Aufmarsches in Spandau zum Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß zu Brandanschlägen auf Signalanlagen der Deutschen Bahn gekommen. Die Brandanschläge auf die Bahnanlagen hatten damals zu Ausfällen auf den Zugstrecken zwischen Berlin, Hamburg und Hannover geführt.

Der Jugendwiderstand war über Jahre vor allem in Berlin-Neukölln aktiv, mit Drohungen und Angriffen gegen andere linksextreme Gruppierungen ebenso wie gegen Rechtsradikale. Ihre Drohungen und Hasstiraden enthalten immer wieder auch antisemitische Parolen. Wortführer soll ein 27-Jähriger aus Kreuzberg sein, der beruflich als Erzieher tätig ist.