Hitzewelle

Wie Zoo-Tiere und Straßenbäume die Sahara-Hitze überstehen

Nicht nur Menschen, auch Tiere und Bäume leiden unter der Hitze. Im Zoo gibt es daher Wasserduschen und Eiswürfel mit Leckerchen.

Die Elefanten nehmen den Wasserschlauch kurzerhand selbst in den Rüssel.

Die Elefanten nehmen den Wasserschlauch kurzerhand selbst in den Rüssel.

Foto: Maurizio Gambarini/Funke Fotoservices

Die Menschen ächzen bei Temperaturen um die 30 Grad, versuchen sich mit Händen etwas Luft zuzufächeln. Die Sonne brennt auf der Haut – im Freien ist es fast nicht auszuhalten. Und am Mittwoch soll es noch heißer werden: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden Temperaturen um die 36 Grad erwartet. Unter der Hitze leiden auch Tiere und Pflanzen. Der Zoo Berlin hat sich daher etwas einfallen lassen – die Tiere bekommen eine erfrischende Abkühlung.

Die meisten Zoo-Tiere kommen mit der Hitze klar

So wie die Erdmännchen, die ganz aufgeregt umher schauen, als sich eine Traube Menschen um ihr Gehege versammelt

und ein Pfleger Eiskugeln mit Weintrauben und Mehlwürmern auf dem Boden verteilt. Es dauert nicht lange bis die ersten den Leckerbissen erspäht haben und anfangen mit ihren vier Zehen auf dem Eis zu kratzen.

„Die meisten unserer Tiere kommen mit der Hitze gut klar, der Großteil von ihnen kommt ohnehin aus warmen Regionen“, sagt Kurator Dr. Tobias Rahde. „Dennoch haben wir auf allen Anlagen ausreichend Schattenplätze und Trinkwasser. Viele Tiere sind zwar Hitze gewöhnt, aber nicht die ihrer ursprünglichen Heimat, wo es noch wesentlich heißer ist als hier, da nahezu alle in europäischen Zoos geboren sind“, ergänzt Rahde. Deshalb seien die Eisklötze auch für die Erdmännchen eine gelungene Abwechslung.

Lehm als Sonnenschutz

Während die kleinen quirligen Tiere Mehlwürmer aus dem Eis pulen, genießen die asiatischen Elefanten eine kühle Dusche. Elefantenkuh Anchali streckt ihren Rüssel weit nach oben, um überall nass gespritzt zu werden – auch im Maul. „Elefanten können einen Hitzeschlag bekommen. Deshalb werden sie jeden Tag mit kalten Wasser abgeduscht. Selbst reiben sie sich mit Lehm ein. Das wirkt wie ein Sonnenschutz“, erklärt der Kurator. Elefanten bräuchten täglich 100 Liter Trinkwasser. Weil es ihr aber nicht genug ist, was der Tierpfleger macht, nimmt sie kurzerhand selbst den Schlauch in den Rüssel und gönnt sich eine Dusche. Auch die Zwergotter freuen sich über die kühle Abwechslung: Die aus Südostasien stammenden kleinen Raubtiere kabbeln miteinander, um an die Leckerbissen zu kommen. Kein Wunder: Sie enthalten mit Muschelfleisch und Sprotten ihre Lieblingsspeise.

Hilfe für Vögel mit Futtertränke

Die Zootiere werden versorgt, heimische Wildtiere und Vögel müssen selbst zurecht kommen. Daher bittet der

Naturschutzbund bei extrem trockenem Wetter Vogeltränken aufzustellen – ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten, das sei gleichgültig. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller würden schon reichen.

Aber: Das Wasser muss nach Angaben der Experten täglich gereinigt und gewechselt werden, um die Vögel vor Krankheiten zu schützen. Zudem sollten die Tränken nicht in der Nähe eines Busches stehen, da sie sonst leichte Beute von Katzen werden können.

Eine Million Euro für Straßenbäume

Mit Blick auf die Wetterkarte soll es auch in den kommenden Tagen nicht regnen. Aus diesem Grund stellt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz den Bezirken auch in diesem Jahr Gelder für die zusätzliche Wässerung von Straßenbäumen zur Verfügung. Insgesamt sind es eine Million Euro, für jeden Bezirk 80.000 Euro. Die konkrete Umsetzung erfolgt durch die 12 Berliner Bezirksämter in eigener Regie. Heißt: Jeder Bezirk entscheidet selbst, ob selbst gewässert wird oder Firmen des Garten- und Landschaftsbaus oder die Berliner Stadtreinigung (BSR) beauftragt werden.

Bürger können Stadtbäumen helfen

Die BSR hat sich wie im Vorjahr bereit erklärt, die Bezirke mit zusätzlichen Wässerungsleistungen zu unterstützen. So kann eine ausreichende Bewässerung der Berliner Stadtbäume gewährleistet werden. „Aber auch die Hilfe von Bürgern ist willkommen. Wenn jemand ergänzend Bäume vor ihrer Haustür gießt, wenn beispielsweise die Baumscheibe trocken ist, dann hilft das den Bäumen“, sagt eine Sprecherin der Senatsverwaltung.