Am 5. Dezember schreibt Susanne Leger eine Nachricht an Linh Chi: „Hallo, ich habe gehört, Du bist krank. War das Essen in der Schule schlecht?“ Linh Chi: „Nein. Ich kein Problem. Danke.“ Frau Leger schreibt: „Ok, dann gute Nacht und viel Spaß in der Schule morgen.“
Susanne Leger ist Linh Chis Vormund und das Mädchen ihr Mündel. So etwas gibt es immer häufiger in Deutschland. Linh Chi kam als unbegleitet geflüchtete Minderjährige Mitte 2016 aus Vietnam nach Deutschland. Schleuser brachten sie aus Moskau mit dem Auto nach Berlin, sie kamen aus Polen. Mehr erzählt sie nicht. Ihre Eltern seien tot. Ihren Pass, sagt sie, habe sie verloren. Linh Chi zeigte ein Foto von einer Bretterhütte in Vietnam. „Mein Zuhause“, sagte sie.


