Es gibt Parallelen, die drängen sich einfach auf: Die Eröffnung des größten und teuersten Kulturbauvorhabens nach der Wiedervereinigung in Berlin wird verschoben. Und wie beim Hauptstadtflughafen BER sind die Gründe für die geplatzte Eröffnung der wiederaufgebauten Hohenzollernresidenz nicht in der aufwendig errichteten Gebäudehülle zu suchen, sondern in der komplizierten Haustechnik, die den Abnahmetests der Prüfingenieure nicht stand hält. Einen neuen Eröffnungstermin konnten die Projektverantwortlichen bei der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss sowie beim mit der Bauleitung beauftragten Bundesamt für Bauwesen und Bauordnung (BBR) am Mittwoch nicht nennen.
Erst am Dienstag hatten Stiftung und BBR kurzfristig zu einem Presse-Rundgang auf der Baustelle am nächsten Tag eingeladen – und wohl alle Journalisten ahnten, dass die zu verkündende Nachricht keine gute sein würde. Schon Ende vergangenen Jahres hatte der Bauvorstand der Stiftung eingeräumt, dass die Terminpuffer aufgebraucht seien. Seit Anfang Juni mehrten sich dann die Hinweise darauf, dass das gewaltige Prestige-Projekt im Herzen der Stadt nicht wie geplant Ende 2019 an den Start gehen könnte.


