Veranstaltung

Das muss man zum Karneval der Kulturen wissen

An Pfingsten steigt wieder der Karneval der Kulturen mit einem bunten Programm. Hier gibt es alle Termine und Verkehrsinfos.

Eine Samba-Tänzerin nimmt am Umzug beim Karneval der Kulturen teil. (Archivbild)

Eine Samba-Tänzerin nimmt am Umzug beim Karneval der Kulturen teil. (Archivbild)

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlins buntes Multikulti-Festival findet wieder statt. Am Freitag, den 7. Juni, geht der Karneval der Kulturen in die 24. Runde. Wie jedes Jahr an Pfingsten soll bei dem Fest in Kreuzberg die multikulturelle Vielfalt gefeiert werden.

Bis zum 10. Juni können Feierfreudige das Straßenfest besuchen. Sie erwartet neben einem Musikprogramm sowie Tänzen auch Kulinarisches aus verschiedensten Kulturen, interaktive Angebote und Informationsstände zum Thema Nachhaltigkeit. Der Höhepunkt des Karnevals ist wie immer der farbenprächtige Straßenumzug am Sonntag.

Die Termine im Überblick

Das Straßenfest des Karneval der Kulturen startet am Freitag, den 7. Juni, von 16 bis 24 Uhr. Am Sonnabend und Sonntag geht es schon um 11 Uhr los, Ende ist ebenfalls um 24 Uhr. Montag ist der letzte Tag, an dem man den Karneval von 11 bis 19 Uhr besuchen kann.

Der Straßenumzug am Sonntag beginnt um 12.30 Uhr an der Yorckstraße/Großbeerenstraße.

Der Kinderkarneval findet am Sonnabend, den 8. Juni, statt. Um 12.30 Uhr startet der Kostümumzug am Mariannenplatz. Ziel ist der Görlitzer Park, wo von 15 bis 19 Uhr ein Kinderfest stattfindet.

Die gesamte Veranstaltung ist kostenlos.

Straßensperrungen während des Karnevals

Autoverkehr: Während des Karnevals wird es rund um das Festgelände am Blücherplatz sowie während des Straßenumzugs entlang der Yorckstraße, Gneisenaustraße sowie der Hasenheide und in den umliegenden Straßen zahlreiche Verkehrssperrungen geben. Achtung: Halteverbote beachten. Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt.

Busverkehr: Aufgrund der Straßensperrungen werden die Buslinien M41, 248, N1 und N42 bereits ab Donnerstag, den 6. Juni, umgeleitet oder verkürzt. Während des Straßenumzugs am 9. Juni gibt es zusätzliche Einschränkungen auf den Linien M19, M29, 140, 171, 194 und 248. Weitere Details zu den Linienänderungen gibt es an den betroffenen Haltestellen sowie auf der Internetseite der BVG.

U-Bahnen: Damit das Festival mit dem öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichen ist, verstärkt die BVG das Angebot bei der U-Bahn. Am Freitag und Sonnabend fahren die Linien der U1 und U3 bis 0.30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt, am Sonntag sogar bis 2 Uhr. Die U6 fährt an allen Festtagen bis 2 Uhr nachts. Zum großen Festumzug am Sonntag fahren die Züge der U7 und U8 mit größtmöglicher Länge und die U7 fährt zusätzlich von 9 bis 0.30 Uhr zwischen den Bahnhöfen Fehrbelliner Platz und Grenzallee durchgehend alle fünf Minuten.

Ein Fest der Weltoffenheit

1996 startete der Karneval der Kulturen als politisches Statement gegen Fremdenfeindlichkeit – heute ist es ein Fest der Weltoffenheit. Menschen aus der ganzen Welt kommen hier zusammen um ihre Kultur auf die Straße zu bringen und mit dem Publikum zu teilen. 4.400 Akteure aus unterschiedlichen Ländern wollen auf dem Straßenumzug mit typischen Kostümen, Instrumenten und Tänzen ihre Heimat repräsentieren. Auf diese Weise feiert Berlin seit 24 Jahren seine kulturelle Vielfalt.

Damals kamen rund 500.000 Teilnehmer zu der Feierlichkeit, mittlerweile werden über 1.000.000 Besucher erwartet. Somit ist der Karneval der Kulturen eines der beliebtesten Straßenfeste in Berlin-Kreuzberg. Der Karneval möchte ein klares Zeichen für eine freie und pluralistische Gesellschaft setzen. Seit 2004 ist der Karneval unter der Leitung von Nadja Mau. Veranstalter ist seit 2016 die Piranha Arts AG.

Es wird auf Nachhaltigkeit gesetzt

„In diesem Jahr wollten wir uns stärker an der Zukunft orientieren und mehr auf Nachhaltigkeit setzen“, teilte die Leiterin Nadja Mau mit. Ziel sei es weniger Müll und Lärm zu verursachen. Dafür werden dieses Mal die dreifache Anzahl an Mülleimer aufgestellt als sonst. Der Fokus liege in diesem Jahr auf dem Miteinander leben. Die Gruppen seien dafür sensibilisiert, die Lautstärke für die Anwohner möglichst gering zu halten. Im Zuge der Nachhaltigkeit verzichten insgesamt 23 Gruppen auf Motorfahrzeuge und nutzen stattdessen Plattenwagen auf Rädern, Rikschas, Bollerwagen und Schubkarren.

Videokameras sorgen für Sicherheit

Außerdem sei für neue Sicherheitsmaßnahmen gesorgt worden. Videokameras sollen den Straßenumzug aufzeichnen. Auf diese Weise könne bei Drängelei oder Terrorgefahr schneller reagiert werden. Des Weiteren sollen mehr Straßen gesperrt werden und im Notfall als Rückzugsräume dienen. Die Kosten für den Karneval der Kulturen belaufen sich in diesem Jahr auf rund 1,7 Millionen Euro. Erstmals beteiligen sich auch Berliner Politiker am Karneval der Kulturen, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller, welcher auch Schirmherr des diesjährigen Karnevals ist sowie der Kultursenator Klaus Lederer.

Das viertägige Straßenfest bietet seinen Besuchern neben dem Umzug auch weiteres Programm. Auf drei größeren Bühnen und mehreren kleinen Musik-Corners sorgen rund 100 DJ´s, Soloartisten und Bands für musikalische Unterhaltung. Außerdem gibt es Tanz- sowie Zirkus- und Theateraufführungen. Darüber hinaus gibt es 350 weitere Stände mit Kunsthandwerken und Informationen zu lokalen Initiativen rund um den Blücherplatz. Im sogenannten Grünen Bereich wird zu „Shanti Town“. „Shanti” bedeutet Frieden, Ruhe und Wohlergehen und ist Programm. Es ist ein Aktionscamp gegen Rassismus und Krieg, für Vielfalt, Nachhaltigkeit und Verantwortung. Künstler, Vereine und Initiativen geben dieser Haltung mit Filmprojektionen, einem Umsonstladen, Komposttoiletten, Workshops, Plakatdruck und anderen Mitmach-Aktionen Ausdruck. Für die Verpflegung sorgen Food Trucks mit typischen Essen der Kulturen.

Straßenumzug ist der Höhepunkt

Der Höhepunkt des Karnevals der Kulturen ist der Straßenumzug. Am Pfingstsonntag ziehen über 4.400 Karnevalsakteure bei traditioneller Musik und in farbenprächtigen Kostümen durch die Straßen in Kreuzberg. Dabei widmen sie sich den aktuell politischen und gesellschaftlich relevanten Themen. Im Fokus stehen der Schutz der Arten und der Natur, bedrohte Völker und Kulturen und die gemeinsame Verantwortung für unsere Gesellschaft. Treffpunkt ist um 12.30 Uhr an der Yorckstraße / Ecke Großbeerenstraße. Von da aus zieht der Umzug über die Gneisenaustraße und Hasenheide bis zum Hermannplatz und endet da voraussichtlich um 21 Uhr. Die Gruppe „Sapucaiu no Samba“ eröffnet den Straßenumzug.

Insgesamt werden 74 Gruppen am Umzug teilnehmen – davon sind 68 Gruppen aus Berlin. 12 neue Gruppen erweitern in diesem Jahr den kulturellen Radius des Karnevals.

Von Anfang an mit dabei ist die Tanzgruppe Amasonia. „Unsere Arbeiten für den Karneval laufen auf Hochtouren. Das großes Thema ist in diesem Jahr Plastik im Meer, denn das ist schon sehr lange ein großes Problem“, erzählt die Leiterin Sonia de Oliveira der Berliner Morgenpost. Das solle sich auch in ihren Kostümen widerspiegeln, wovon über 450 im Lager hängen. Für die Brasilianerin haben der Amazonas und das Meer eine große Bedeutung und sie habe sogar anlässlich des Karnevals im Jahr 2000 ein Lied zu dem Thema komponiert mit dem Titel Sambando in Berlin. „Unsere Bühne ist die Straße“, so Sonia de Oliveira. Die Gruppe Amasonia will so nachhaltig wie möglich unterwegs sein und zieht in diesem Jahr mit Live-Band und mobiler Soundanlage auf dem Fahrrad durch die Straßen. Jeder, der möchte und Spaß am tanzen hat, kann sich noch bis Freitag bei der Gruppe für den Straßenumzug anmelden.

Gruppe Carneval Explosion ist wieder dabei

Ebenfalls seit Beginn mit dabei ist die Gruppe Carneval Explosion aus Trinidad und Tobago. Ihr diesjähriger Themenschwerpunkt ist die Welt der Vögel. Dies soll auch in ihren Kostümen zum Ausdruck kommen, an denen die Freiwilligen über 10 Monate lang gearbeitet haben. Die farbenprächtigen Kleider sollen sich am Gefieder der nationalen Vogelarten wie dem Amazonas-Eisvogel, Dottertukan, Grünflügelara sowie dem Nationalvogel Moskitokolibri als Highlight orientieren. Mit maximal 250 Tänzern wird die Gruppe Carneval Explosion am Straßenumzug teilnehmen. „Das beste am Karneval der Kulturen ist, dass man so sein kann, wie man ist und nichts können muss, außer Spaß haben“, sagt eine Sprecherin der Tänzer. Da ihre Kostüme recht freizügig seien, lege die Gruppe großen Wert darauf, dies nicht als Aufforderung zum Anfassen zu verstehen.

Zum dritten Mal wieder mit dabei ist die Gruppe Berlin Urban Baladi. „Es wird laut“, erzählt die Leiterin Raksan. Mit orientalischer Hochzeitsmusik und Instrumenten wie Pauken, Dudelsack und Zimbeln nehmen sie am Straßenumzug teil. Seit Januar hat sich die Gruppe an insgesamt vier ganzen Wochenenden in der Tanzwerkstatt getroffen um ihre Choreografie einzustudieren. „Ohne viel Chichi und Firlefanz treten wir auf“, so Raksan. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden für die Kostüme Kleidungsstücke aus dem Schrank verwendet - mit wenig Glitzer, dafür aber viel Farbe. Die Gruppe besteht aus insgesamt 13 aktiven Tänzerinnen und 5 Musikern sowie weiteren Helfern aus unterschiedlichen Herkünften. Ihr Fokus lege darauf, die unterschiedlichen Kulturen miteinander zu verbinden.

Auch einen Kinderkarneval gibt es

Gleichzeitig findet außerdem ein Kinderkarneval und ein Karneval der Subkulturen statt. Der Kinderkarneval steht unter dem Motto: „ Den Eisbären wird’s zu heiß – Retten wir das Eis!“. Um 12.30 Uhr startet der Kostümumzug am Mariannenplatz. Ziel ist der Görlitzer Park, wo von 15 – 19 Uhr ein Kinderfest stattfindet. Der Straßenumzug des Karnevals der Subkulturen startet um 12 Uhr am Frankfurter Tor in Friedrichshain und endet mit Live-Musik an der Muskauer Straße in Kreuzberg.