Protest

Demonstration gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin

Jung und für einen besseren Umgang mit Ressourcen: 150 Menschen zogen vom Gendarmenmarkt zum Brandenburger Tor.

Gegen Verschwendung von Essen gingen junge Leute jetzt auf die Straße.

Gegen Verschwendung von Essen gingen junge Leute jetzt auf die Straße.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin.  In der Bundesrepublik werden alljährlich rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel fortgeworfen. Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) haben am Sonntag mit einem Demonstrationszug gegen derlei Ressourcen- und Lebensmittelverschwendung protestiert.

Der Zug unter dem Motto „Stop The Waste“ - „Beendet die Verschwendung“ startete gegen 10.30 Uhr am Gendarmenmarkt und zog vorbei am Ernährungsministerium zum Umweltfestival am Brandenburger Tor. Unterwegs gab es mehrere Stopps mit Kundgebungen. Die Veranstalter nannten eine Teilnehmerzahl von 150 Menschen.

Lebensmittel bei Bäckereien und einem Markt gesammelt

Die Demonstration ist Teil der Bundesaktionstage des FÖJ. Die Teilnehmer beschäftigen sich dabei ein Wochenende lang mit dem Thema Lebensmittelverschwendung. Während ihrer Veranstaltungen im Jugendclub Linse in Lichtenberg aßen sie ausschließlich überschüssige Lebensmittel, die sie bei Bäckereien und einem Markt gesammelt hatten. Bei ihrem Umzug verteilten sie am Sonntag unter anderem Backwaren, die davon übrig geblieben waren, an Passanten.

Mit der Demonstration wollten die 18- bis 20-Jährigen die Bundesregierung dazu auffordern, Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Sie verlangen ein Gesetz nach französischem Vorbild, das Betrieben verbietet, noch genießbare Lebensmittel zu entsorgen oder ungenießbar zu machen. Außerdem sollen Unternehmen verpflichtet werden, Lebensmittel an wohltätige Organisationen zu spenden.

Keine Strafen für Wegwerfer

Sie bemängeln zudem, dass in der Landwirtschaft ein übermäßiger Bedarf an Weide- und Ackerflächen sowie erheblicher Futter- und Wasserverbrauch damit einher gehe. Weiterhin würden in Produktion und Verkauf keinerlei Strafen für das Wegwerfen genießbarer Lebensmittel verhängt.

Rund 150 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren zu den Aktionstagen ab Freitag in Berlin eingetroffen, so FÖJ-Bundesdelegierte Elisabeth Sparsbrod. Am Sonnabend bestritten sie Workshops, unterstützt von erfahrenen Vertretern der Vereine Foodsharing und Zero Waste. Eine der Fragestellungen war da etwa: „Wie wollen wir unseren Alltag gestalten und Nachhaltigkeit leben?“

Halb so viel Essen im Müll

Mehr als die Hälfte der rund 13 Millionen Tonnen entsorgter Lebensmittel, die die Universität Stuttgart für 2015 errechnet hat, werden in privaten Haushalten weggeworfen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, dass aus dem Einzelhandel und bei Haushalten bis 2030 nur noch halb so viel Essen im Müll landen soll wie bisher. Das Freiwillige Ökologische Jahr ist analog zum Freiwilligen Sozialen Jahr ein Freiwilligendienst im Umwelt- und Naturschutz für junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren.