Pankow

Mauerpark: Parkmanager statt Zäune

Eintrittspreise für den Mauerpark. Das soll laut einem Tourismuskonzept gegen Überfüllung helfen. Bürgermeister Benn setzt auf Kommunikation.

Der Bezirk möchte den Mauerpark vor einer Überbelastung schützen

Der Bezirk möchte den Mauerpark vor einer Überbelastung schützen

Foto: Foto: Thomas Schubert

Der Mauerpark wird weder eingezäunt, noch müssen Besucher in Zukunft Eintritt zahlen. Das stellte der Bezirksbürgermeister von Pankow Sören Benn (Linke) am Sonnabend gegenüber der Berliner Morgenpost klar. „Wenn wir es in den letzten Jahren nicht geschafft haben, unsere öffentlichen Grünanlagen gemäß der intensiven Nutzung in Stand zu halten, dann dürfen wir das jetzt nicht auf die Bürger abwälzen“, sagte Benn.

Agentur schlägt Eintrittsgelder vor

Hintergrund ist ein Tourismus-Konzept einer Beratungsagentur, die der Bezirk in Auftrag gegeben hatte. Im 82-seitigen Endbericht schlägt die Agentur „zur Minimierung bzw. Steuerung von lokalen Overcrowding-Effekten“ unter anderem Einlassbeschränkungen und Eintrittsgelder für den Mauerpark vor. Die Erlöse sollen zum Teil für die Instandhaltung der Grünanlage verwendet werden. Vom Amt hieß es, das Konzept biete ein konkretes strategisches Fundament Maßnahmen durch Bezirk und Tourismusakteure.

„Wir brauchen Menschen, keine Zäune“

Dennoch betont Benn: „Es stand im Bezirksamt nie auch nur Ansatzweise zur Debatte, Eintritt für den Mauerpark zu verlangen.“ Öffentliche Parks seien ein Gemeingut, deren Nutzung nicht davon abhängen dürfe, ob man genug Geld im Portemonnaie habe. Auch eine Einzäunung, wie etwa beim Tempelhofer Feld entspräche nicht dem Charakter des Parks. „Wir bauchen keine Zäune, wir brauchen Menschen“, sagt Benn. Er setze auf ein Parkmanagement, das laut Planungen des Bezirks bereits in diesem Monat starten soll. Ähnlich wie im Görlitzer Park soll eine private Security-Firma dafür sorgen, dass sich die Park-Besucher an die Regeln halten.

Anhebung der City Tax wäre möglich

Auch die größten Fraktionen der rot-rot-grünen Zählgemeinschaft der BVV sind gegen Eintrittsgelder. Die grüne Fraktionsvorsitzende Cordelia Koch kann sich freiwillige Eintrittsspenden oder eine Anhebung der City Tax vorstellen, um „weitere Folgekosten des hoch erwünschten touristischen Interesses an unserer Stadt“ auszugleichen. Auch die Linken-Fraktion lehnt Eintrittsgelder ab.

30 Sonntage Karaoke

Seit Längerem wird über die Zukunft des Mauerparks gestritten. Anwohner beschweren sich über Lärmbelastung durch Touristen und Konzerte. Unteranderem stand das weit über Berlin bekannte Karaoke im Mauerpark vor dem Aus. Am Ende erhielt der Veranstalter doch eine Genehmigung für 30 Sonntage im Jahr.