Großflughafen

BER soll 2020 öffnen - und sucht mehr Mitarbeiter

Flughafenchef Lütke Daldrup hält am Eröffnungstermin fest. Der Aufsichtsrat bewilligte das Inbetriebnahmeprogramm.

Blick in den unfertigen BER.

Blick in den unfertigen BER.

Foto: Joerg Krauthoefer

Berlin. Ungeachtet aller Negativmeldungen über Baumängel und ungelöste Brandschutzprobleme hält Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup an seinem Terminplan zur Inbetriebnahme des BER fest. Der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld werde wie angekündigt im Oktober 2020 in Betrieb gehen, versicherte Lütke Daldrup am Freitag dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB. Das Aufsichtsgremium bewilligte zudem 20 Millionen Euro für das Inbetriebnahmeprogramm Orat (Operational Readiness and Airport Transfer), das im April 2020 beginnen soll. Es sieht unter anderem die Einstellung von 218 zusätzlichen Mitarbeitern vor. Ein Plus von gut zehn Prozent im Vergleich zur heutigen Belegschaft der FBB, die aktuell knapp 2000 Mitarbeiter beschäftigt.

Lütke Daldrup rechnet mit 36 Millionen Passagieren

Dabei sollen am BER mit 22 Millionen Passagieren pro Jahr zunächst nicht mehr Fluggäste abgefertigt werden als aktuell am Flughafen Tegel. Den zusätzlichen Personalbedarf begründete Lütke Daldrup vor allem mit wachsenden Anforderungen. So sei etwa das BER-Terminal ungefähr drei Mal so groß wie der Flughafen Tegel, der nach dem Start in Schönefeld schließen soll. Zudem gebe es mit Schönefeld-Alt (künftig T5) und dem begonnenen Zusatzbau am Nordpier (T2) noch zwei weitere Terminals, für die Personal benötigt wird. Insgesamt rechnet Lütke Daldrup mit 36 Millionen Passagieren, die künftig am BER abzufertigen wären.

Es sei zudem wichtig, in einer Umzugsphase sich nicht zu knapp aufzustellen. „Das ist auch im Aufsichtsrat völlig unstrittig“, so Lütke Daldrup. Vermutungen, dass die zusätzlichen Mitarbeiter benötigt werden, um noch nicht einsatzbereite Technik zu ersetzen, wies der Flughafenchef zurück. Ersatzlösungen, sogenannte Mensch-Maschine-Schnittstellen, wie sie noch vor der gescheiterten BER-Eröffnung im Juni 2012 geplant wurden, seien nicht vorgesehen. Die Flughafenbetreiber wollten damals hunderte Mitarbeiter als Wachen an den Türen aufstellen, weil diese sich nicht, wie in der Baugenehmigung gefordert, bei einem Feuer automatisch öffnen und schließen ließen.

BER sorgt für rote Zahlen

Die Dauerbaustelle des neuen Hauptstadtflughafens sorgt weiter für rote Zahlen in der Bilanz der Airport-Gesellschaft, die vom Bund und den beiden Ländern Berlin und Brandenburg getragen wird. Zwar konnte die Flughafengesellschaft dank weiter stark zunehmender Passagierzahlen den Gewinn aus dem operativen Geschäft auf 118,7 Millionen Euro steigern. Doch die hohen Investitionen in den BER und die bereits geplanten Erweiterungen sorgten unterm Strich für ein Minus von 77,1 Millionen Euro. BER-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider ist weiter sehr zuversichtlich. „Wir werden den Termin Oktober 2020 halten.“