Architektur

Denkmalschutz für IBA-Bauten aus den 80er-Jahren

Das Landesdenkmalamt Berlin stellt weitere Gebäude unter Schutz, die zur Internationalen Bauausstellung 1987 entstanden.

Die Wohnanlage am Tegeler Hafen entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1984-1987.

Die Wohnanlage am Tegeler Hafen entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1984-1987.

Foto: Thomas Robbin / picture alliance / imageBROKER

Berlin.  Das Landesdenkmalamt Berlin (LDA) stellt weitere Bereiche der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1987 unter Denkmalschutz, darunter Gebiete in Tegel, Tiergarten und Wilmersdorf. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und der Reinickendorfer Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) stellten am Montag die neuen Bau- und Gartendenkmale in der Humboldt-Bibliothek in Tegel vor.

Wohnsiedlung am Tegeler Hafen auf der Liste

Neu auf der Liste stehen das Demonstrationsgebiet Tegel mit der Wohnsiedlung am Tegeler Hafen und dem Hafenareal, sowie das Demonstrationsgebiet im südlichen Tiergartenbezirk und der Prager Platz. Im Demonstrationsgebiet im Südlichen Tiergartenbezirk liegen Wohn- und Geschäftshäuser, darunter das Haus am Lützowplatz 1 des Architekten Mario Botta, das als eines der Hauptwerke der IBA gilt, sowie das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) am Nordufer des Landwehrkanals.

Senator Lederer begrüßte die Unterschutzstellung. „Es ist gut, dass das Landesdenkmalamt Berlin sich auch mit den jungen Denkmalen befasst, die zu unseren eigenen Lebzeiten entstanden sind“, sagte er. Die IBA 1987 habe nicht nur Architekturgeschichte geschrieben, sondern auch Maßstäbe für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung ihrer Stadt gesetzt, stellte Lederer fest: „Ohne die IBA würden wir heute nicht so breit und öffentlich über das Wohnen in der wachsenden Stadt debattieren.“

Die IBA 1987 sollte zerstörte Stadtteile als Wohnorte bewahren

Thema der IBA 1987 war die der Wiederentdeckung und Rückgewinnung der Innenstadt. Die vom Krieg und Teilung zerstörten Stadtteile sollten kritisch rekonstruiert, repariert und als Wohnorte bewahrt werden. Unter der Leitung von Josef Paul Kleihues realisierte die „IBA Stadtneubau“ zahlreiche Neubauprojekte, unter anderem die jetzt geschützten Gebiete am Tegeler Hafen und im südlichen Tiergartenbezirk. Ziel war eine Orientierung an der Geschichte des jeweiligen Ortes.

Die „IBA Stadterneuerung“ hingegen übernahm unter Hardt-Waltherr Hämer die „Rettung der kaputten Stadt“ durch behutsame Modernisierung und Umnutzung bestehender Gebäude. Bereits 2015 stellte das LDA Gebäude der IBA unter Denkmalschutz, mit dem neuen Vorstoß sind nun IBA-Bauten und Gebiete aus allen sechs Demonstrationsgebieten dabei.

Christine Wolf vom LDA betonte die Bedeutung der IBA 1987 für die Stadtentwicklung: „Die IBA war sehr städtebaulich orientiert, ganz Straßenzüge wurden damals verändert, die besten Architekten der Welt wurden dafür nach West-Berlin geholt.“ Aus diesem Grund habe das LDA auch nicht nur einzelne Bauten sondern zum Teil ganze Gebiete, unter Denkmalschutz gestellt, sagte sie: „Es geht darum, das große Ganze in den Blick zu nehmen und eine besonders aussagekräftige Auswahl unter Schutz zu stellen.“

Denkmalschutz hat nichts mit dem Alter des Gebäudes zu tun

Das LDA Berlin stellte in den vergangen Jahren vermehrt Gebäude aus den 70er und 80er Jahren unter Schutz. Unter anderem den Flughafen Tegel, das Pallasseum in Kreuzberg und zahlreiche U-Bahnhöfe des Architekten Rainer Rümmler. Der Denkmalschutz habe nichts mit dem Alter eines Bauwerks zu tun, sagt Wolf. „Ein Gebäude, das heute fertig wird, könnten wir morgen unter Denkmalschutz stellen.“ Man halte aber in der Regel eine Generation Abstand, das erlaube einen anderen Blick auf die Objekte.