Die Antwort im Geschichtsunterricht kam ganz leise. Die Stunde in der neunten Klasse hatte das Thema „Jugend im Nationalsozialismus“, erzählt Lehrer Hendrik Neumeyer. „Jemand stellte die Frage: ,Könnte es so etwas wie die Hitlerjugend heute wieder geben?’“, erinnert er sich. Einer seiner Schüler antwortete mit leiser Stimme: „Na hoffentlich!“

Neumeyer, der seinen richtigen Namen zum Schutz des Schülers nicht in den Medien lesen möchte, unterrichtet Geschichte und Gemeinschaftskunde an einer Oberschule im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Kreis war durch fremdenfeindliche Ausschreitungen in Freital und Heidenau 2015 in die Schlagzeilen geraten. Ein solcher schulischer Zwischenfall ist indes etwas, was in ähnlicher Weise an vielen Orten geschieht - nicht nur in Sachsen. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern im November 2018 zwei 12 und 14 Jahre alte Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, weil sie den Hitlergruß gezeigt haben sollen.

dpa/bea