Berliner Wasserbetriebe

Rekord-Sommer beschert Wasserbetrieben Umsatzhoch

2018 ließ die Hitze den Wasserverbrauch der Berliner ansteigen. Die Wasserbetriebe rüsten sich weiter für Extremwetterlagen.

Wasserbetriebe-Chef Jörg Simon.

Wasserbetriebe-Chef Jörg Simon.

Foto: Daniel Schaler

Berlin.  Die Berliner Wasserbetriebe haben den Verkauf von Trinkwasser erneut steigern können. Im vergangenen Jahr seien rund 222,8 Millionen Kubikmeter Wasser durch die Leitungen geflossen. Das waren 18,2 Millionen Kubikmeter mehr als noch ein Jahr zuvor. Der vergangene Sommer war der wärmste und trockenste, der in der Region seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurde. Der Umsatz der Berliner Wasserbetriebe stieg auf rund 1,2 Milliarden Euro an. Der Gewinn von 111,7 Millionen Euro floss floss in den Landeshaushalt.

„2018 war für uns ein gutes Jahr, auch durch den hohen Wasserverkauf. Aber gleichzeitig war es auch eine Herausforderung für unsere Systeme, das zu meistern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Berliner Landesunternehmens, Jörg Simon, am Mittwoch in Berlin.

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Wasserbetriebe ist, sagte, Berlin müsse darauf gefasst sein, dass sich Wetterextreme künftig deutlicher ausprägten. 2017 habe die Stadt mit hohen Niederschlagsmengen zu kämpfen gehabt. 2018 hingegen folgte eine längere Trockenperiode. „Die Folgen des Klimawandels werden nicht irgendwann zu spüren sein, sondern sind schon heute bemerkbar“, so die Politikerin.

Wasserbetriebe investierten 2018 mehr als 346 Millionen Euro

Die Wasserbetriebe versuchen sich auf extremere Wetterbedingungen einzustellen. Ausdruck dafür seien vor allem die in allen Bereichen gestiegenen Investitionen, sagte Simon. Im vergangenen Jahr erneuerten die Wasserbetriebe unter anderem 141,9 Rohr- und Kanalkilometer in der Stadt, 30 Kilometer mehr als im Jahr 2017. Für die Sanierung der Ver- und Entsorgungsadern wuchsen die Ausgaben um 65 Millionen Euro auf 185,1 Millionen Euro an.

Insgesamt stiegen die Investitionen in Systeme und Infrastruktur zur Wasserversorgung und -aufbereitung auf 346 Millionen Euro an (+ 104 Millionen Euro). Speicher, etwa der neue Stauraumkanal unter dem Mauerpark, sollen dabei helfen, gefallenen Regen, langfristig zu speichern. Trotz der Investitionen sollen die Preise für die Kunden der Wasserbetriebe stabil bleiben, erklärte Simon.

Auf eine mögliche Trocken-Periode in diesem Jahr seien die Wasserbetriebe gut vorbereitet, sagte der Vorstandschef weiter. Nach dem Winter seien die Grundwasserspeicher gut gefüllt. Für die Wasserversorgung spielen die unterirdischen Wasserreserven aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. 70 Prozent des Trinkwassers gewinnen die Wasserbetriebe aus den Flüssen Havel und Spree. Mit dem Land Brandenburg gebe es ein Abkommen, dass pro Sekunde acht Kubikmeter Wasser über die Spree geliefert werden. „Dadurch können die notwendigen Staumengen für Berlin erreicht werden“, so Simon.

Jeder Berliner verbraucht 112 Liter Leitungswasser täglich

Nach Angaben der Wasserbetriebe verbraucht jeder Berliner pro Tag etwa 112 Liter Leitungswasser. Darin eingerechnet ist auch der Bedarf von Unternehmen und Wasser, das zum Gießen von Pflanzen und Bäumen verwendet wird. Laut Wasserbetrieben werden nur gut fünf Prozent des Pro-Kopf-Verbrauchs zum Kochen oder Trinken verwendet. Bei anhaltender Hitze trinken die Berliner aber nahezu das Dreifache.

Im Mai des vergangenen Jahres stieg der Trinkwasserverbrauch in der Stadt auf 21,4 Millionen Kubikmeter. Das war der höchste Mai-Wert seit 18 Jahren. Monatswerte oberhalb der 20-Millionen-Kubikmeter-Marke sind eine Ausnahme. In einem durchschnittlichen Monat verbrauchen die Berliner zwischen 17 und 18 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.