Bedrohte Idyllen

Berlins Kleingärtner in Sorge um ihre Anlagen

In der Stadt gibt es 70.000 Parzellen. Ein Teil davon soll mittelfristig bebaut werden. Das sorgt in den Anlagen für große Unruhe.

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Berlin. In Pavel Tomeks Garten hat alles seine Ordnung. Nicht ein Halm Unkraut sprießt zwischen den Blumen im Beet. Mittig verläuft der Weg vom Tor zur Laube durch den Garten, gesäumt von brusthohen Apfel-, Kirsch- und Aprikosenbäumchen auf dem gepflegten Rasen. „Ich mache mir viel Arbeit mit dem Garten“, sagt der 74-Jährige nicht ohne Stolz. Seit 1985 gehört ihm und seiner Frau Karin die Parzelle in der Kolonie „Borussia“ in Tempelhof. Der Garten ist für sie seitdem zur Beschäftigung, Lebensinhalt und einem zweiten Zuhause geworden. Doch er ist bedroht.

Im aktuellen Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans 2030 taucht die Kolonie in einer Liste von aktuell 13 Anlagen auf, die die Bezirke nach Ablauf der Schutzfrist ab 2020 mit sozialer Infrastruktur wie Schulen, Kitas, Sportanlagen oder Straßen bebauen wollen. Mit dem Gärtnerglück der Tomeks könnte es also bald vorbei sein. Wo sie heute Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch ziehen, sollen dann die Bagger rollen. „Das wäre ein herber Verlust“, sagt Tomek. Der Garten biete ihm Entspannung und eine stetige Aufgabe auch im Rentenalter. Wenn der Garten weg sei, sitze er ja nur zuhause. Tomek zuckt mit den Schultern. „Wollen wir es nicht hoffen.“

Berliner Kleingärten bebauen oder retten? Pro und Contra

Sorgen wie die Tomeks machen sich viele Kleingärtner in Berlin. Und die Angst wächst. „Was wird aus meiner Laube?“, fragen sie sich. Der Senat will zwar mit Ausnahme von rund 750 Parzellen den landeseigenen Bestand von fast 57.000 Gärten nicht vor 2030 antasten. Dennoch wecken die Anlagen in der wachsenden Metropole Berlin immer größere Begehrlichkeiten. Berlins Bevölkerung könnte bis 2030 um bis zu 250.000 Einwohner zunehmen, schätzt der Senat. In der Hauptstadt wird es immer enger. Flächen für dringend benötigte Wohnungen, Schulen und Kitas werden händeringend gesucht.

Die Versuchung nimmt zu, die Probleme der Stadtentwicklung auf den noch reichlich vorhandenen Gartenräumen zu lösen. Bei den Laubenpiepern wächst die Angst, nicht nur ein bisschen Grün, sondern auch ein Stück Heimat zu verlieren. Nicht zuletzt geht es um die Frage, welche Stadt Berlin in Zukunft sein will. Welchen vermeintlichen Luxus sich eine wachsende Metropole noch leisten kann, oder vielleicht gerade muss. Die Diskussion um die Zukunft der insgesamt 70.000 Berliner Parzellen – sie hat gerade erst begonnen.

Investor: Alle landeseigenen Kleingärten bebauen

Losgetreten wurde die Diskussion nicht zuletzt durch das wachsende Wohnungsproblem. Die Mieten steigen und steigen. Bezahlbarer Wohnraum, gerade im Zentrum, ist kaum noch zu finden. Und die Nachfrage zieht weiter an. Wieso also nicht die Gartenflächen auf landeseigenem Grund nutzen und die Wohnungsbaugesellschaften dort bezahlbare Wohnungen bauen lassen? Der Berliner Investor Arne Piepgras hat dies im vergangenen Jahr in aller Radikalität formuliert. In drei offenen Briefen forderte er Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) dazu auf, alle landeseigenen Kleingärten mit Wohnungen zu bebauen.

Die Lage der Berliner werde immer verzweifelter, weil sie sich ,ihre’ Stadt nicht mehr leisten könnten, so Piepgras. Er träumt von einem Masterplan: Würden Berlins Kleingärten von den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit günstigen Wohnhäusern bebaut, könnten 400.000 Wohnungen entstehen, hat der Investor errechnet. „Das Wohnungsproblem wäre ein für alle mal gelöst.“ Entstehen könnten neue Gartenstädte samt Schulen und Kitas. Wer auf einen eigenen Garten nicht verzichten wolle, könne in eine der Erdgeschosswohnungen samt angeschlossenem Grün ziehen. Dazu gebe es Parks für Jedermann. „Es wäre ein gerechtes Grün“, sagt der Investor des Stadtbads Wedding. Berlin müsse sich nur an die Flächen herantrauen. „Man muss das Tabu beenden.“ Unterstützung bekommt er vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). „Berlin braucht Bauland“, sagt Sprecher David Eberhart. Sämtliche Flächenreserven müssten deshalb unter die Lupe genommen werden. „Dazu gehören auch die Kleingartenanlagen.“

Wenn Bauunternehmer, Politiker und Aktivisten über Bauland sprechen, dann sprechen sie über Menschen wie Lothar Friedemann aus Neukölln. Für das Gespräch mit der Berliner Morgenpost hat Friedemann den Tisch gedeckt, Kaffee gekocht, Schoko-Osterhasen gekauft und Gebäck auf den Tisch gestellt. Aus der Kolonie hat er auch noch die Kleingärtner Ariana Kaine (51) und Andreas Trapp (56) eingeladen.

Wenn also dieser Lothar Friedemann von seinem Kleingarten erzählt, dann ist das für ihn vor allem ein Blick auf sein Leben. Friedemann, 80 Jahre alt, wache Augen, freundliches Gesicht, hat seine Scholle seit 1975 in der Kolonie „Ideal III“ in Neukölln, direkt am Teltowkanal. Damals wie heute war es sehr schwierig, einen Garten zu ergattern. Berlin war 1975 eine geteilte Stadt, der Platz begrenzt. Um den Kleingarten zu bekommen, nahm Lothar Friedemann einen Kredit von 12.000 Mark auf. Die Unterlagen hat er noch heute. „Das war viel Geld für uns“, sagt er. Gelohnt habe es sich trotzdem. Statt Mallorca hieß es „Ideal III“, 207 Parzellen auf 72.000 Quadratmetern.

Herr Friedemann hat hier, in seinem Neuköllner Kleingarten, 43 Sommer verbracht. 43 Sommer, in denen er mit seiner Frau zwischen Tulpen und Apfelbäumen ein Kleinod geschaffen hat. 43 Sommer, in denen er auch seine zwei Kinder aufwachsen sah. 43 Sommer, in denen auch seine fünf Enkelkinder groß wurden. Und auch im 44. Sommer ist er wieder mit den ersten Sonnenstrahlen in seinem Garten. „Es war immer schön hier“, sagt er. Sein Garten ist Erholung. „Man kann doch in einer Stadt wie Berlin nicht alles zubauen. Man braucht doch Platz. Außerdem kennen wir uns hier alle. Das ist ein Gemeinschaft.“ Er wohne seit vielen Jahren in einem Mehrfamilienhaus in der Gropius­stadt. Dort sei es viel anonymer. Gerade für seine Kinder und Enkelkinder sei der Garten immer eine willkommene Abwechslung gewesen.

Viele Kleingärtner sind wie Lothar Friedemann lange verwurzelt mit ihrem Garten. Ihre Scholle verlieren? Unvorstellbar. Spätestens ab 2030 wird dieses Schicksal laut dem Entwurf für den Stadtentwicklungsplan (Step) Wohnen aber wohl hunderte Laubenpieper treffen. „Die rot-rot-grüne Koalition hat sich verständigt, dass von den 160 Kolonien auf Landesflächen, die als Bauland ausgewiesen sind, 26 für den Bau von 7000 Wohnungen im Mengengerüst des Step Wohnen enthalten sind“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Zumindest in der kommenden Dekade soll dieses Schicksal die meisten von ihnen nicht ereilen. Alle landeseigenen Kolonien – mit Ausnahme der 13 Kolonien auf denen Schulen und Kitas vorgesehen sind – sollen eine Schutzfrist bis 2030 erhalten. Die Zeit solle intensiv genutzt werden, um Konzepte für den Wohnungsneubau bei gleichzeitigem Erhalt der Kleingärten zu erarbeiten, so Lüscher. „Das kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass Ersatzflächen für den Wohnungsbau oder Ersatzflächen für Kleingärten gefunden werden.“ Auch eine Kombination von Wohnungsbau und Kleingärten sei denkbar, gegebenenfalls auch der Ankauf von Flächen möglich. Doch ob es am Ende andere Lösungen geben wird und die Anlagen verschont werden, bleibt offen.

Michael Matthei reicht das nicht. Dem Präsidenten des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde fehlt vom Senat die Sicherheit, dass am Ende nicht doch weitere Anlagen vor 2030 dem Bagger zum Opfer fallen. „Der Kleingartenentwicklungsplan ist nur ein Planwerk. Er hat nicht die rechtliche Verbindlichkeit, die zum dauerhaften Schutz der Gärten nötig wäre.“ Der Plan enthalte nur eine Behördenverbindlichkeit. Die könne jede folgende Landesregierung außer Kraft setzen, so Matthei. Er sieht die laufende Debatte mit Sorge. „Die Bedrohung für Teile der Kleingärten ist im Moment sehr groß.“

Immobilienunternehmen würden die Angst vor dem Wohnraummangel dazu nutzen, um ihr Profitstreben auch auf Kleingartenflächen voranzutreiben. Matthei warnt vor einem falschen Spiel. „Dass sich die Immobilienwirtschaft als Retter des sozialen Wohnungsbaus darstellt, halte ich für unglaubwürdig.“ Er sieht eine schleichende Verdrängung der Gärten aus der Stadt. Über die Jahrzehnte ist die Fläche der Berliner Kleingärten immer weiter geschrumpft. Von den vorhandenen Anlagen erklärt der Senat im Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans derzeit noch 82 Prozent für dauerhaft gesichert. „Seit den Fünfzigern ist so scheibchenweise die Fläche einer Kleinstadt verschwunden.“ Für Berlins obersten Kleingärtner ein großes Problem – gerade mit Blick auf die Zukunft. „Wenn ich mir die Bevölkerungsprognosen ansehe, weiß ich, wie viel Beton wir hier irgendwann haben werden.“ Die Stadt sei ökologisch auf einem gefährlichen Weg. „Wenn man heute Grün vernichtet, ist das für immer weg.“

Wartelisten für einen Kleingarten sind sehr lang

Es ist eine gegenläufige Entwicklung. Immer wieder müssen Kolonien in der Hauptstadt schließen. Gleichzeitig träumen immer mehr Berliner vom eigenen Garten und bewerben sich für eine Laube. Die Lücke zwischen Anwärterzahl und frei werdenden Gärten wird von Jahr zu Jahr größer. In vielen Kolonien warten Interessierte mehrere Jahre auf die eigene Scholle, wenn die Wartelisten nicht längst wegen Überfüllung geschlossen wurden. „Gärtnern ist ein Boom geworden“, sagt Brigitte Adam vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn.

Die Stadtforscherin hat eine bundesweite Studie zum Wandel der Kleingärten in den immer dichter bebauten deutschen Großstädten geleitet. Eine Erkenntnis der noch unveröffentlichten Arbeit: Kleingärtnern wird wieder jünger und hipper. „Das Kleingartenwesen hat sich stark verändert. Früher erschien es eine eingefahrene, zugeknöpfte und spießig wirkende Angelegenheit“, so Adam. Heute sei es offener und dabei, sich deutlich zu verjüngen. Die große Nachfrage an Gärten komme vor allem von jungen Familien. Viele dieser Eltern seien selbst auf dem Land aufgewachsen. Nun wollten sie zentral leben, aber einen grünen Ort zum Erholen besitzen. Trotz der aktuell schwelenden Diskussion seien bisher jedoch kaum Kolonien zerstört worden. „Der Druck auf die Kleingärten ist enorm“, so Adam. Aber einen Kahlschlag gebe es bislang nicht.

Damit das so bleibt, will Landeskleingartenpräsident Matthei die Bedeutung der Gärten für Berlin mehr in den Vordergrund stellen. Gründe für den Erhalt fallen ihm genug ein. Etwa der Umweltschutz. Schon immer seien die Kolonien auch Integrationspunkte gewesen. Orte, wo der vermögende Kleingärtner mit dem Hartz-IV-Empfänger zusammen gekommen sei, über Nationalitätsgrenzen hinweg. Sie seien Rückzugs- und Erholungsorte vom Stress der Stadt. All das mache sie zu einem „wichtigen Teil der Identität Berlins“. Und wenn all das als Argument nicht reicht? Die Wohnungsnot in Berlin größer ist als das Herz für Laubenpieper und Kleingartenanlagen? Müssen die Gärten dann doch weichen? Oder gibt es andere Lösungen?

Davon ist der Berliner Immobilienunternehmer Christian Gérôme überzeugt. Er hat ein Konzept entwickelt, das wie eine Quadratur des Kreises klingt: Tausende Wohnungen sollen gebaut werden, dennoch behält jeder Kleingärtner eine Parzelle. „Ich bin dafür, dass alle Kleingärtner bleiben dürfen“, sagt Gérôme. „Aber müssen die Parzellen so groß sein?“ Sein Plan: In jeder Kolonie werden die ersten 15 Meter zur Straße hin bebaut. Die verbliebenen Flächen würden unter den Pächtern neu aufgeteilt. Gerade große Parzellen über 300 Quadratmeter müssten dafür Teile abgeben. Dadurch würde Platz für 45.000 Wohnungen entstehen. Vermieter könnten keine „Wuchermieten“ mehr verlangen, so der Investor. Andere Städte würden von den Flächenreserven Berlins träumen, meint er. „So billig kommen wir nicht mehr an Wohnraum heran.“

Die Kleingärtner wollen sich ihrem Schicksal nicht ergeben und suchen selbst nach Lösungen. Wie das aussehen könnte, zeigen zwei Kolonien in Marzahn-Hellersdorf und Neukölln. Mitten in der Stadt, im Brennpunkt an der Sonnenallee, liegt die kleine Kolonie „NCR“. Die große, weitläufige Anlage „Am Kienberg“ liegt hingegen am Stadtrand in Marzahn-Hellersdorf und in der Nähe des Geländes der Internationalen Gartenschau (IGA). Beide Anlagen eint jedoch, dass sie sich für Besucher öffnen und somit als Blaupausen der Stadtentwicklung gelten.

Bei Sabine Karau (57) reift dieser Gedanke des offenen Gartens bereits seit 2003. Damals wollte sie eigentlich nur eine Parzelle pachten, auf der sie und ihr Mann Gemüse und Obst anbauen und die Natur genießen können. Heute, 16 Jahre später, ist sie Vorsitzende der Kolonie mit 32 Parzellen. Wenn Karau spricht, dann ohne Punkt und Komma und mit viel Energie. Die ehemalige Vize-Weltmeisterin im Bodybuilding von 1992 sagt dann Sätze wie: „Man muss lachen. Das Leben ist bunt.“ Karau sagt das heute, obwohl sie nach ihrer Sport-Karriere eigentlich keine „Vereinsmeierei“ mehr wollte. „Aber jetzt möchte ich unsere Kolonie nicht mehr missen“, gesteht sie.

Obwohl die Anlage „NCR e.V.“ nur 32 Parzellen hat, gärtnern hier 13 Nationen zusammen. Die Warteliste für eine Scholle ist lang. Die jüngsten Pächter sind Anfang 20, die ältesten Ende 80. Neben alteingesessenen Kleingärtnern gibt es immer mehr junge Familien wie die von Julia (39) und Florian Aspart-Müller (33) mit den beiden den Kindern Linus (4) und Anton (7 Monate), die um die Ecke wohnen und nach mehreren Bewerbungen endlich einen Platz bei Sabine Karau und in ihrer Anlage fanden.

„Leider gibt es für unsere Kolonie keinen Bestandsschutz, obwohl gerade wir mitten in Neukölln ein wichtiger Ort für funktionierende Integration sind“, sagt Karau. Viele Pächter könnten sich keinen Urlaub oder ein Auto leisten. Bisher ist das Grundstück als Baumischland mit Vorzug für die Erweiterung des Sportplatzes ausgewiesen. Jedes Jahr fragt Karau bei der Verwaltung nach, ob sich etwas geändert hat, ob sie ihren Kleingärtnern das Aus verkünden muss. 9000 Stunden arbeite sie jedes Jahr für die Kolonie – neben ihrer Arbeit als Betriebsprüferin bei der Rentenversicherung. „Bei mir wird es erst kritisch, wenn jemand meine Blumen klaut“, sagt sie und lacht dabei. Mal wieder.

An den Beeten treffen sich mehrere Generationen

Der ganze Stolz von Sabine Karau und der Kolonie ist der Projektgarten. 478 Quadratmeter stehen hier unter dem Motto „naturgemäßes generationsübergreifendes Gärtnern“. Anwohner des Kiezes können hier Obst und Gemüse anbauen. Eine Kita hat hier ihr eigenes Beet. Genauso eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Es gibt Obstbäume, Insektenhotels Kräuter- und Gemüsebeete. „Die Kinder sollen sehen, wo das herkommt, was es abgepackt im Supermarkt gibt“, sagt Karau. Für sie ist der Kleingarten so zu einem Herzensprojekt geworden. „Und wenn wir bestehen wollen, dann müssen wir uns öffnen“, sagt sie.

Diese Ansicht vertritt man auch in Marzahn-Hellersdorf, am Stadtrand von Berlin. Dort, in der Nähe des ehemaligen Geländes der Internationalen Gartenschau (IGA) liegt die Kolonie „Am Kienberg“ – die einzige Kleingartenanlage Deutschlands, die bereits zweimal den Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ gewonnen hat. Wie Sabine Karau in Neukölln sagt Burkhard Träder (64), Vorsitzender des Gartenvereins: „Wenn wir bestehen wollen, müssen wir uns ändern. Und bestehen können wir nur, wenn wir im Wohnumfeld akzeptiert werden.“

Die Anlage mit ihren breiten Wegen ist immer offen. Es gibt Insektenhotels, einen Kinderspielplatz. Schautafeln, Gemeinschaftsgärten mit Wildkräuterwiesen und Kleintierhaltung. In der Anlage stehen verteilt mehr als 400 Obstbäume, es gibt 150 unterschiedliche Apfelsorten. Dass das alles so offen und zugänglich ist, ist der IGA zu verdanken. Damals wurde die Anlage umgestaltet. „Die IGA war der Anlass, um neu durchzustarten“, sagt Träder. Die Anlage war damals Teil der Ausstellung. 60 der 250 Parzellen waren offene Gärten.

Und Marzahn-Hellersdorf arbeitet schon wieder an der nächsten Innovation, wie Gert Schoppa (65), Vorstand im Bezirksverband der Gartenfreunde berichtet. Der Wuhletal-Wanderweg, der direkt an der Anlage vorbeiführt und bis nach Köpenick reicht, soll gemeinsam mit der Humboldt-Universität und der Stiftung Naturschutz Berlin zu einem ökologischen Lehrpfad ausgestaltet werden. „Die Idee ist, auf die Gartenanlagen links und rechts der Wuhle hinzuweisen und damit auch die Einladung auszusprechen, einfach reinzukommen in die Anlagen“, sagt Schoppa. Denn Berlin, sagt er, habe so viele schöne Kleingartenanlagen. Davon könne am Ende die ganze Stadt profitieren.

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