Als er 18 war, radelte Cedrik Neike jeden Tag vom elterlichen Haus in Waidmannslust in die Siemensstadt. Er lernte Industriekaufmann im Werk am Siemensdamm 62. Produktion, Einkauf, alle betrieblichen Abläufe von der Pike auf. Der Absolvent des Französischen Gymnasiums machte sich auch mal die Hände schmutzig. Sein Vater hatte gesagt, er solle was Ordentliches lernen.

Das hat funktioniert. Heute ist der Sohn eines Deutschen und einer Französin der erste Siemens-Zentralvorstand seit dem Zweiten Weltkrieg, der offiziell in Berlin sitzt und nicht in München. Für den gebürtigen Weddinger war es auch eine Heimkehr. Als ihn die Firma, bei der er seine Ausbildung gemacht hatte, 2017 vom US-Technikriesen Cisco zurückholte und zum Vorstand für die Energiesparte und das Asien-Geschäft machte, fragte Neike, ob er nicht von Berlin aus arbeiten könnte. Die Antwort war Ja. „Berlin ist unser größter Produktionsstandort. Es ist gut, dass ich als Vorstand hier präsent bin. Es ist ein tolles Gefühl, wieder zurückzukommen“, sagt der 46-Jährige.