Etwa drei Kilometer Luftlinie vom Helmholtz-Zentrum-Berlin (HZB) und dem Forschungsreaktor entfernt wohnt Wolfgang Pohl. „Ich habe kein ständiges Gefühl der Bedrohung“, sagt der Referent einer Stiftung. Andere Anwohner würden das kritischer sehen. Dass er jetzt den Prozess des Reaktor-Rückbaus aktiv begleitet, hat für ihn andere Gründe. „Ich interessiere mich natürlich dafür, was in meinem Stadtteil passiert“, sagt der 62-Jährige. Die Nachbarschaft sei in Wannsee gut vernetzt, das mache es leicht. Aber noch wichtiger sind ihm umweltpolitische Themen und Fragen. In den späten 1970er-Jahren hat er in der Anti-Atombewegung mitgemacht. „Ich war schon immer ein Gegner der Atomenergie“, sagt der Anwohner. Jetzt wolle er wissen, wie der Rückbau vonstatten gehen wird, und deshalb komme er zu den regelmäßigen Gruppentreffen.

Gleich nach der Auftaktveranstaltung im November 2017, als das Helmholtz-Zentrum den Rückbau verkündete, wurden eine Begleitgruppe und eine Dialoggruppe gegründet. In der Begleitgruppe sitzen Anwohner, Interessierte, Vertreter von Parteien, Verbänden und Organisationen. Sie treffen sich alle zwei Monate, um sich über ihre Fragen und Erkenntnisse auszutauschen. In der Dialoggruppe sind zusätzlich auch Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrums vertreten, die Anregungen aufnehmen und weiterleiten oder Fragen mit ihrem wissenschaftlichen Hintergrund beantworten.