Fahrzeuge

Berliner Feuerwehr rüstet auf Elektro-Mobilität um

Der Fuhrpark soll umweltfreundlicher werden. Dafür testet die Behörde mehrere Modelle und arbeitet an einer Innovation.

E-Autos bei der Berliner Feuerwehr

E-Autos bei der Berliner Feuerwehr

Foto: Alexander Dinger

Die Berliner Feuerwehr stellt Teile ihre Fuhrparkes schrittweise auf Elektro-Mobilität um. So entwickelt die Behörde gemeinsam mit einem Brandenburger Unternehmen gerade ein neues Löschfahrzeug, das im Regelbetrieb 80 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen und ab 2021 auf Berlins Straßen rollen soll. Im Einsatz sind bereits mehrere Elektroautos. Noch in diesem Jahr sollen Kleintransporter mit Elektroantrieb durch die Hauptstadt fahren.

Der Fuhrpark der Berliner Feuerwehr gilt jedoch insgesamt als als veraltet. Die Behörde schiebt einen enormen Investitionsstau von mehr als 160 Millionen Euro vor sich her. Diese Summe wäre notwendig, um alle Fahrzeuge auf den aktuellen technischen Stand zu bringen.

Entwicklung eines Löschfahrzeuges mit Hybrid-Technologie

Doch neben den regulären Anschaffungen aus Haushaltsmitteln experimentiert die Feuerwehr weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit mit Zukunftstechnologien. Im Einsatz sind bereits vier Elektroautos vom Typ Nissan Leaf. Noch in diesem Jahr sollen fünf elektrische Kastenwagen hinzukommen, die in den Direktion West und Süd unterwegs sein werden. Größtes Projekt ist jedoch die Entwicklung eines Löschfahrzeuges mit Hybrid-Technologie (eLHF). Solch ein Fahrzeug gibt es noch nicht auf dem Markt. Um das eLHF alltagstauglich zu machen, wurde eine Innovationspartnerschaft ausgeschrieben – eine Besonderheit im Vergaberecht, die es erst seit wenigen Jahren gibt. Den Zuschlag erhielt die Rosenbauer Deutschland GmbH in Luckenwalde.

Auch Architektur des Fahrzeuges soll sich ändern

„Wir denken das Feuerwehrauto neu“, sagt Marko Unglaube von der Berliner Feuerwehr, der gemeinsam mit Kollegen das Projekt vorantreibt. Neben der deutlichen Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes soll auch die Architektur des Fahrzeuges verändert werden. Weil durch den neuen Antrieb Platz gespart wird, sollen etwa die Dachlast wie Gummistiefel und Schläuche in den Mittelteil des Fahrzeugs gepackt werden und für die Feuerwehrleute so viel besser erreichbar sein. Ist das Fahrzeug fertig, soll es auf drei Wachen in der Stadt getestet werden. „Die Voraussetzung sind überall unterschiedlich“, sagt Unglaube. Das Gesamtbudget des Projektes liegt bei 1,8 Millionen Euro und stammt fast ausschließlich aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE). „Wir beschaffen deshalb kein Auto weniger“, sagt Unglaube.

Zum Thema Elektromobilität befindet sich die Berliner Feuerwehr im Austausch mit Behörden von Hamburg bis München. Auch Feuerwehrleute aus Oslo und Singapur stehen im Austausch mit der größten Berufsfeuerwehr Deutschlands. Die Innovationsprojekte würden sehr genau beobachtet, sagt Unglaube.