Name gefunden

Eisbär-Baby im Berliner Tierpark heißt Hertha

5300 Namensvorschläge gingen beim Tierpark ein. Jetzt steht der Name fest. Er wurde aber schon vor der offiziellen Taufe bekannt.

Hertha heißt das Eisbären-Baby im Berliner Tierpark.

Hertha heißt das Eisbären-Baby im Berliner Tierpark.

Foto: Marc Scharping / Tierpark Berlin

Berlin. Eine Fotografenschar wie am roten Teppich sowie zahlreiche große und kleine Gäste haben sich am Dienstagmorgen zur Taufe des Eisbärenbabys im Tierpark Berlin eingefunden.

Hertha wird die Kleine heißen, so viel war bereits am frühen Morgen durchgesickert. Zierten doch schon einige „Ein Eisbär namens ‚Hertha‘“-Plakate die Stadt. Der Name steht auch schon offiziell an der Eisbärenanlage.

Namenspate ist Hertha BSC. Geschäftsführer Ingo Schiller sagte, dass ihn seine Frau darauf gebracht habe, sich doch für die Namenspatenschaft zu bewerben – und schließlich zu gewinnen. Das Bewerbungsvideo habe ihn überzeugt, sagte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Das ist mit ganz viel Liebe, Fantasie und Empathie gemacht worden“, schwärmte er. Letztendlich hat aber ein Gremium über den Namensgeber entschieden: „Wir brauchen einen starken Partner, jemanden, der Millionen Menschen begeistert.“ Deswegen habe man sich für den Fußballverein entschieden, der als Pate über den Namen entscheiden durfte. „Nun finden zwei große Berliner Institutionen zusammen“, so Knieriem.

Hertha Eisbär YouTube Video

Eisbär-Baby Hertha im Berliner Tierpark anschauen

Öffnungszeiten: Der Berliner Tierpark hat täglich von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet. Die Kassen sind täglich von 9 bis 17 Uhr besetzt.

Tickets: Erwachsene zahlen für ihren Besuch im Tierpark Berlin 14 Euro, Kinder von vier bis einschließlich 15 Jahren zahlen 7 Euro. Es gibt auch Familientickets, die zwischen 23 und 36 Euro kosten. Schüler, Studenten, Auszubildende, ALGI+II-Empfänger und Schwerbehinderte zahlen 9 Euro, Inhaber eines „berlinpasses“ von montags bis freitags 6 Euro.

Anfahrt: Der Tierpark Berlin ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Den Eingang Bärenschaufenster erreichen Sie mit der U-Bahn U5, Bahnhof Tierpark. Außerdem fahren die Tram-Linien M17, 27 37 und die Bus-Linien 296 und 396. Für Besucher mit Auto stehen an beiden Eingängen Parkplätze zur Verfügung. Parkplatzgebühren (4 Euro) sind ohne Zeitbegrenzung (Münzeinwurf an der Ausfahrtsschranke).

Hertha BSC kann mit dem Eisbär-Baby nur gewinnen

Erklärtes Ziel des Tierparkes in Friedrichsfelde ist, während der zweijährigen Patenschaft einen Teil der Versorgungskosten zu finanzieren. Im Fall der jungen Eisbärin soll damit aber vor allem auch die breite Öffentlichkeit über die Bedrohung des größten Landraubtieres der Erde informiert werden. Andererseits kann Hertha BSC mit so einem niedlich-flauschigen Werbeträger nur gewinnen, selbst wenn es auf dem Spielfeld mal nicht ganz so gut für die alte Dame läuft.

Alle Augen richteten sich am Dienstagvormittag gespannt auf den Höhlenausgang, Kita-Kinder riefen im Chor „Eisbär, Eisbär“. Doch zuerst kamen nur zwei Pfleger, die Eisbomben mit gefrorenem Fisch und Gemüse brachten. Dann betraten eine Eisbär-Figur und Hertha-Maskottchen Herthinho den Felsen, legten einen blauen Ball mit Hertha- und Tierpark-Schriftzug ab und verabschiedeten sich winkend. Dann war es soweit: Die kleine Hertha betrat gemeinsam mit Mutter Tonja das Spielfeld, ließ den Ball aber erst einmal links liegen und rannte sofort zum Wasserbecken hinunter, spielte dort kurz mit ihren grünen Bällen und nahm erst einmal ein Bad.

Aus der Namensfindung halte er sich generell raus, sagte Andreas Knieriem, es gäbe außerdem so viele Tiere in Berliner Zoo und Tierpark, dass man nicht jeder Qualle einen Namen geben könne. Wenn Namen intern vergeben werden, gäbe es immer wieder Diskussionen, wie ein Tier heißen könnte. Dafür gäbe es viele gute Gründe: „Das Ursprungsland zum Beispiel ist ganz wichtig, aber da habe ich schon kryptische Namen erlebt, die kein Mensch aussprechen konnte. Beim Eisbären ist es auch nicht ganz so einfach. Er kommt aus einem großen Verbreitungsgebiet, das kann französisch aufgrund von Kanada sein oder englisch oder russisch. Oder eben das Thema Natur- und Klimaschutz.“

Hertha - Ein typischer Name, der gut zu Berlin passt

Er habe sich allerdings dabei ertappt, dass er das Eisbärenbaby „Mäuselchen“ nennen würde, so wie auch seinen Hund, meinte er augenzwinkernd. Hertha sei aber ein typischer Name, der eben auch gut zu Berlin passe. Und da sei der Fußballverein der perfekte Partner, der ein breites Publikum anziehe, der einen klaren Berlin-Bezug habe, Sympathie und Faszination auslöse, mit dem man mitfiebern können. Und bei dem die Leistungskurve mal nach oben oder unten gehe. Das gehöre zum Leben dazu. „Und: Es gibt nichts besseres für kleine Eisbären-Mädchen als Bälle.“ Eine hervorragende Symbiose also, aus der alle Beteiligten einen Mehrwert ziehen. „Allein schon die Geste, dass wir uns verbinden, ist eine Menge wert und setzt ein Zeichen für Berlin“, sagte Knieriem, bevor er sich mit Ingo Schiller samt Mini-Trikot und Urkunde ablichten ließ.

Ob die kleine Hertha eines Tages als Botschafterin der deutschen Hauptstadt in einen anderen Zoo geschickt wird, ist noch offen. „Erst einmal wird sie bleiben, bis sie ausgewachsen ist“, so Knieriem. Dann werde mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm entschieden, was das Beste für das Tier sei.

Inzwischen hatte das tapsige Eisbärchen doch noch das Taufgeschenk entdeckt. Ein paar Minuten präsentierte Hertha dem Publikum ihr gutes Ballgefühl, um sich dann den Eisbomben und Mamas Milchbar zu widmen.