Aprilscherze

Drohnen und sprechende Drucker - Berlin scherzt zum 1. April

Kein 1. April ohne Aprilscherz: Auch Hertha BSC, die Polizei Berlin und das Bezirksamt Mitte steuern kuriose Ideen bei.

Drohnen zur Parkraumüberwachung? Nette Idee des Bezirksamts Mitte zum 1. April.

Drohnen zur Parkraumüberwachung? Nette Idee des Bezirksamts Mitte zum 1. April.

Foto: Bezirksamt Mitte

Berlin.  Heute schon in den April geschickt worden? Der BVG-Streik am Montag gilt nicht, der ist leider kein Scherz, sondern unangenehm real. Dafür sind andere Ankündigungen zum 1. April durchaus mit einem Schmunzeln zu nehmen.

Da wäre zum Beispiel das sonst eher nicht zu Scherzen aufgelegte Bezirksamt Mitte. Die Pressestelle versandte am Vormittag eine Mitteilung, die aufhorchen ließ: Der Bezirk wolle ab 23. April die „neueste technologische Entwicklung auf dem Feld der mobilen Datenerfassung“ zum Einsatz bringen. Mit Hilfe zweier Drohnen sollten die Parkzonen am Gendarmenmarkt und am Potsdamer Platz überwacht werden. Ziel sei eine „effizientere und kostensparendere Überwachung der Parkzonen in Mitte“.

Stutzig wurde man spätestens bei der Ankündigung, geschulte Mitarbeiter würden die Drohnen aus dem Rathaus Mitte an der Karl-Marx-Allee steuern. Dies widerspräche aber nun doch dem gesunden Menschenverstand und vor allem dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht. Fazit: Aprilscherz des Bezirksamtes.

Auch die Social Media-Redaktion der Polizei Berlin, traditionell auch mal gerne humoristisch unterwegs, wollte sich zum 1. April nicht lumpen lassen und präsentierte via Twitter einen Drucker mit angeblicher Sprachsteuerung. „XP89_Z bitte druck mal die ... Fahndung, das Sitzungsprotokoll, den Wochenplan der Kantine“ - das klingt dann (noch) zu schön, um wahr zu sein.

Auch das Hotel Palace Berlin vom Kurfürstendamm macht mit. „Naturschutz: Das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Kunstwerk Molecule Man in der Spree soll im September für immer abgebaut werden“, behauptet das Hotel auf seinem Twitter-Account. „Hintergrund ist, dass durch die verankerten Fundamente die Fließgeschwindigkeit der Spree ungünstig beeinflusst wird.“ Warum ausgerechnet ein Hotel eine solche Neuigkeit verkünden sollte, bleibt unklar.

Das Abgeordnetenhaus setzt auf Viralität - erfolglos

Auch das Berliner Abgeordnetenhaus reiht sich ein in die Reihe der Scherzbolde. Auf dessen Twitter-Account lautet die Behauptung: „ AGH-Präsident Ralf Wieland wird im Tierpark die kleine Berlin​er Eisbärin auf den Namen ‘Parla’ taufen. In Zeiten, in denen Parlamentarische Demokratie weltweit immer mehr unter Druck gerät, setzt das Abgeordnetenhaus mit seiner Patenschaft ein Zeichen.“ Nun ja.

Am Nachmittag kam dann die Meldung hinterher: „ #Aprilscherz. ‘Das junge Eisbärenweibchen erwärmt derzeit die Herzen der Berliner/-innen. Ihren viralen Erfolg wollten wir für die Demokratie nutzen, mit dem Ziel, den Blick etwas zwangloser auf das Abgeordnetenhaus zu richten’, erklärt AGH-Präsident Wieland.“ Ein viraler Erfolg waren übrigens beide Tweets bis zum Nachmittag nicht.

Auch bei den Füchsen wollte man lustig sein. Der Geschäftsführer des Handballvereins Bob Hanning wolle künftig „eine eigene Kollektion für die Welt der Mode designen“, hieß es. Daher bringe man gemeinsam mit Füchse-Ausrüster Hummel das Premierendesign ab Freitag in den Handel. Das neue Label trägt angeblich den Namen „Goldfuchs“. .„Ich liebe Qualität und polarisierende Motive. Diese Linie möchte ich auch bei meinen Entwürfen unbedingt beibehalten“, wird Hanning in einer Mitteilung zitiert. Nun ja.

Hertha kündigt Spiel gegen Super Bowl-Finalist Los Angeles Rams an

Bleibt unsere Hertha. Berlins Kicker-Elite überraschte bei Twitter mit der Ankündigung eines Freundschaftsspiels gegen den Super Bowl-Finalisten Los Angeles Rams. Fußballer gegen Footballer - das hätte seinen Reiz. Herthas Social Media-Abteilung unterfütterte die Ankündigung sogar mit kurzen Spieler-Statements. Leider wird es ein solches Match nicht geben - auch dieser Tweet entpuppte sich schnell als Aprilscherz, wobei es einen solchen gar nicht gebraucht hätte. Kommentar eines Twitter-Users angesichts der 0:5-Ohrfeige in Leipzig im Berliner Plusquamperfekt: „Ich dachte, der Aprilscherz war schon am Samstag gewesen.“

Der Sandmann wird 60 und verliert zum Geburtstag seinen Bart - diese Ankündigung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) sorgte bei manchen Fans der beliebten Kinderfernsehfigur am Montag für wenig Freude. „Geht gar nicht“ und „Oh nein, bitte nicht“, so lauten zwei der Kommentare auf der Seite des Senders. Andere Fans schrieben: „April April“ - und lagen damit richtig. Ein rbb-Sprecher teilte am Montagvormittag mit, dass es sich bei der Ankündigung um einen April-Scherz handle. In der Mitteilung hatte rbb-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus wortreich argumentiert: „Der Sandmann ist doch selbst viel mehr ein Kind als ein 60-jähriger Mann mit Bart. Eine Figur ohne Alter, die immer auf Augenhöhe ist und niemanden ausschließen will.“