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Berliner Lebensmittelhändler Kochhaus meldet Insolvenz an

Das Unternehmen mit drei Filialen in Berlin ist insolvent. Kochhaus will den Betrieb dennoch weiterführen und Filialen erhalten.

Die Kochhaus-Filiale in Schöneberg.

Die Kochhaus-Filiale in Schöneberg.

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Elf Jahre nach der Gründung hat Kochhaus beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz beantragt. Das bestätigte das Berliner Unternehmen am Donnerstag in einer Stellungnahme. „Wir befinden uns in der Tat aktuell in einem Sanierungsprozess“, erklärte eine Sprecherin der Berliner Morgenpost.

Der Geschäftsbetrieb werde an allen Standorten und mit allen Mitarbeitern fortgeführt, hieß es in der Mitteilung. Kochhaus beschäftigt insgesamt 190 Mitarbeiter an neun Standorten in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. In Berlin gibt es drei „Kochhäuser“ in Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Schöneberg.

Kochhaus: Trotz Umsatzsteigerung nicht profitabel

Die Mitarbeiter seien über die Insolvenz informiert worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Ihre Löhne und Gehälter würden durch Insolvenzgeld vorfinanziert. „Wir wollen das Kochhaus innerhalb eines geordneten Prozesses sanieren und auf der Grundlage unseres Konzepts alle Kochhäuser langfristig erhalten“, sagte der Gründer und Geschäftsführer des Kochhauses, Ramin Goo. Es gebe ein „tragfähiges Geschäftskonzept für die Zukunft“. Im Vorjahr hatte „Kochhaus“ seinen Umsatz nach Angaben Goos um fünf Prozent auf 8,4 Millionen Euro gesteigert - offenbar immer noch zu wenig, um profitabel zu sein.

Bei Kochhaus werden Lebensmittel nach Rezepten sortiert

Ramin Goo hatte „Kochhaus“ 2008 zusammen mit Max Renneberg und Dorothée Karsch gegründet. Das Konzept richtet sich vor allem an gut verdienende Großstädter mit knapp bemessener Zeit. In den „Kochhäusern“ werden Lebensmittel nicht nach Warengruppen, sondern nach verschiedenen Rezepten angeboten und maßgeschneidert portioniert.

So kann der Kunde wöchentlich wechselnde Gerichte kaufen und nach Anleitung nachkochen. In den Filialen werden zudem Kochbücher und Küchengeräte sowie Kochkurse angeboten.

Als Online-Versender bietet das Unternehmen in Kooperation mit Amazon Fresh, Rewe und Edeka auch Kochboxen an. Dieser Markt ist allerdings heiß umkämpft, da sich dort mit Marley Spoon und Hello Fresh auch andere Anbieter tummeln. Zuletzt erwirtschaftete „Kochhaus“ etwa 20 Prozent seines Umsatzes online.