Alexanderplatz

So wohnt man in Berlin im mobilen Mini-Hotel

Am Alexanderplatz in Mitte stellt eine Firma winzige Hotel-Module aus. Bald könnten Studenten, Pendler oder Monteure die Boxen nutzen.

Mini-Wohnturm mit Doppelbett, Sitzecke, Bad und Fußbodenheizung: Das bboxx „slube home“ steht zurzeit zur Besichtigung auf dem Alexanderplatz.

Mini-Wohnturm mit Doppelbett, Sitzecke, Bad und Fußbodenheizung: Das bboxx „slube home“ steht zurzeit zur Besichtigung auf dem Alexanderplatz.

Foto: slube

Berlin. Bboxx „slube home“ heißt der seltsame weiße Zylinder, der bereits Anfang März auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) vorgestellt wurde. Jetzt steht der kleine Turm am Alexanderplatz in Berlin-Mitte.

Ein Doppelbett, Sanitärbereich inklusive WC und Dusche, Tisch mit Sitzbank, Fußbodenheizung und WLAN – das alles und noch mehr bieten die neusten mobilen Mini-Hotels auf nur sechs Quadratmeter Grundaußenfläche.

Gemeinsam mit der neugegründeten Betreibergesellschaft, der slube GmbH, hat die Veloform Media GmbH die kleinen Immobilien entwickelt und in die Serienproduktion überführt.

„Bei dem ausgestellten Exemplar auf dem Alexanderplatz handelt es sich um das neueste Übernachtungsmodul“, sagt Jörg Scholz, der Geschäftsführer von slube GmbH. Es ist das erste dieser Reihe, das in Berlin steht und gemietet werden kann.

Mini-Hotels können innerhalb von zwei Stunden auf- oder abgebaut werden

Die kleinen Hotels sind transportfähig und können innerhalb von zwei Stunden auf- oder abgebaut werden. Eine temporäre Installation ist genauso möglich wie eine langfristige Nutzung. Sie können einzeln stehend oder als Ergänzung zu Hotels, Campingplätzen etc. unterhalten werden. Außerdem lassen sie sich stapeln und mit mehreren Exemplaren zu einer eigenen Anlage erweitern.

Die zylindrischen Bauten sind aus isoliertem Stahlbeton und ganzjährig nutzbar. Mit einem Smarthome-Programm wird die Steuerung von Strom, Wasser und Heizung reguliert und digital überwacht. Der Check-In und Check-Out kann über Rezeptionen der einzelnen Hotels erfolgen oder über ein integriertes Online-Schließsystem.

In den Mini-Hotels selbst zu kochen ist generell nicht vorgesehen. Allerdings gibt es Modelle, die Wasserkocher zur Verfügung stellen. Die Option einer Mikrowelle zum Aufwärmen von Speisen soll auch möglich sein.

Bisherige bboxx Hoteltower-Anlagen aus Vorgängerversionen sind das Holi-Berlin in Lichtenberg und das Qbe Heizhaus in Marzahn. Im Umland gibt es außerdem Immobilien in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg auf dem Forellenhof Rottstock. Noch dieses Jahr sollen bis zu elf der neuen bboxxen „slube home” am Stadthafen in Neustrelitz und im Wellenspiel Meißen entstehen. „Weitere Projekte und einen Ausbau der Produktion sind auf jeden Fall in Planung“, so Scholz.

Die Übernachtungskosten in den Towern variieren nach Gebiet sowie Hoch- und Nebensaison. In der Stadt schwanken die Preise zwischen 59 bis 109 Euro pro Person pro Nacht. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt kommen die Gäste etwas billiger weg. Hier liegen die Kosten zwischen 29 und 89 Euro.

Attraktiv für Touristen, Pendler oder Studenten

Attraktiv sind die slubes besonders für Touristen, Pendler, Studenten sowie Mitarbeiter und Monteure, die bequem über Onlineportale wie z.B. booking.com buchen können, so der Geschäftsführer.

Als komplette Lösung angesichts des städtischen Wohnungsmangels sieht Scholz die Türme allerdings nicht. „Maximal als Übergangsmöglichkeit. Für einen längeren Aufenthalt sind jedoch eine Mensa und ein Platz zum Wäschewaschen nötig. Dieses Kombinations-Konzept verwenden wir bereits teilweise auf Campingplätzen.“