Berlin-Werbung

Wie die einzelnen Bezirke mehr Touristen anlocken wollen

Bei der Selbstdarstellung geht jeder Berliner Bezirk seinen eigenen Weg. So verzichtet Friedrichshain-Kreuzberg ganz auf Werbung um Touristen.

Jeder Bezirk geht seinen eigenen Weg, um mehr Touristen anzulocken.

Jeder Bezirk geht seinen eigenen Weg, um mehr Touristen anzulocken.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin.  Berlin will Touristen stärker in die Bezirke locken. Schon jetzt gibt auf der Internetseite visitberlin.de zwölf entsprechende kurze Imagefilme. Tempelhof-Schöneberg hat nun einen eigenen Clip vorgestellt. Wie sieht es in anderen Bezirken aus? Ein Überblick.

Schloss Charlottenburg, Museen und die Boule-Spieler auf der Schloßstraße: So wird Charlottenburg-Wilmersdorf im „Visit Berlin“-Film vorgestellt. Der Bezirk selbst präsentiert sich seit 2014 mit finanzieller Unterstützung von Unternehmen der City West in der Imagekampagne „Creative World“ als Wirtschafts- und Hochschul-Standort. An die Bewohner richtet sich – wie in allen Bezirken – das gedruckte Bezirksmagazin.

Friedrichshain-Kreuzberg stellt kein Material zur aktuellen Selbstdarstellung bereit. Gründe: Die Pressestelle hat dafür kein Budget zur Verfügung. Zudem sieht sich der Bezirk so sehr vom Zulauf von Touristen und Partywütigen gezeichnet, dass man Initiativen zur Gewinnung weiterer nationaler und internationaler Popularität eher vermeidet.

Marzahn-Hellersdorf nutzt sein 40-jähriges Bestehen des Bezirks, um sich das ganze Jahr über von seiner besten Seite zu präsentieren. Im Rahmen von Ausstellungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen will der Bezirk klarstellen, dass er besser ist als das Klischee, das ihm anhaftet. Stadtweit wurden dafür sogar Plakate geklebt. Einen Imagefilm hat Marzahn-Hellersdorf auch: Der hübsch gemachte und recht informative Clip „Menschen machen Stadt“ mit immerhin 17 Minuten Länge ist aber nur mäßig erfolgreich. Seit seiner Veröffentlichung auf der Internetplattform Youtube vor zwei Jahren wurde er nur 5000 Mal angeklickt.

Der „Visit Berlin“-Film für Mitte zeigt Galerien und Restaurants. Fernsehturm und Brandenburger Tor suchen Touristen ohnehin auf. Daneben gibt es einen Spot, der eigentlich entstanden ist, um Bezirksamts-Mitarbeiter zu werben – und zugleich zum Imagefilm für den Bezirk geworden ist. „#wirmachenmitte“ heißt die Selbstdarstellung, die ironisch mit Mitte-Klischees spielt – vom dichten Gedränge am Bahnhof Friedrichstraße bis zum Berufsjugendlichen mit Skateboard und dem bürokratischen Spaßverderber mit Stempel.

Die Wirtschaftsförderung Neukölln veröffentlichte 2018 einen Film, in dem sich der Bezirk als attraktiver Firmenstandort sowie gut erreichbares Ziel für Tagungen und Kongresse präsentiert. Um touristische Ziele geht es nur am Rande. Ein Imagefilm ist auf der Webseite des Bezirksamts Pankow nicht zu finden, aber dafür ein eigenes Lied zum Download: der Pankowsong von Tobias Thiele.

Die Broschüre „Wegweiser durch den Bezirk“ in Steglitz-Zehlendorf bescherte Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) kürzlich Ärger: Wie die „B.Z.“ berichtete, hatte die Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung kritisiert, dass die Bezirksbürgermeisterin in dem Heft auf 35 Fotos zu sehen sei. Eine Imagebroschüre für den Bezirk hat Steglitz-Zehlendorf aber auch – ein ganzes Buch sogar, das auf der Internetseite des Bezirks heruntergeladen werden kann und den „grünen Südwesten von Berlin“ präsentiert.