Tarifkonflikt

Warnstreik bei der BVG: Hunderte Busfahrer im Ausstand

Berlins Busfahrer haben am frühen Donnerstagmorgen ihre Arbeit niedergelegt. Die Berliner Morgenpost berichtet im Blog.

Fast menschenleer: Die Bushaltestellen am Bahnhof Zoo während des BVG-Warnstreiks.

Fast menschenleer: Die Bushaltestellen am Bahnhof Zoo während des BVG-Warnstreiks.

+++ Streik bei der BVG: Das Wichtigste in Kürze +++

  • Am Donnerstag streiken die Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
  • Der Streik soll bis 22 Uhr dauern. Auch nach Ende des Warnstreiks wird mit Unregelmäßigkeiten gerechnet.
  • U-Bahn- und Tramverkehr sind von dem Warnstreik nicht betroffen. Auch S-Bahnen und Regionalzüge fahren regulär.
  • Die Lage am Nachmittag: Nach den entspannten Mittagsstunden ist es wieder voll auf den Straßen. Am Vormittag hatte es vor allen in den Außenbezirken ein erhöhtes Verkehrsaufkommen gegeben. Zu Staus kam es vor allem in Spandau, Westend und Köpenick. Voller als normal war es auch in den U- und S-Bahnen.
  • Einige Berliner Buslinien werden von Subunternehmen der BVG betrieben. Sie werden am Donnerstag nicht bestreikt. Eine Übersicht aller Buslinien, die vom Streik ausgenommen sind, finden Sie hier.
  • Der Flughafen Tegel wird durch einen Shuttle-Service der Fluggesellschaft an den U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz angebunden werden. Die regulären BVG-Busse zum Airport (TXL, X9, 128 und 109) stehen am Donnerstag still. Der Flughafen empfiehlt Fluggästen, notfalls vom Jakob-Kaiser-Platz zu den TXL-Terminals zu laufen.

+++ Berlin Airport Service schenkt Passagieren Tee aus +++

Tee und ein Lächeln gibt es für Reisende zum Flughafen Tegel. An den Busshuttles schenkt Berlin Airport Service Heißgetränke aus. Die Shuttlebusse verkehren zwischen dem Flughafen Tegel und dem U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz noch bis in die Nacht, verspricht das Unternehmen via Twitter.

+++ Verkehrsinformationszentrale rät: Besser später in den Feierabend starten +++

Kaum eine größere Straße bleibt von Stau verschont, meldet die Verkehrsinformationszentrale via Twitter am Nachmittag - vor allem im Westen Berlins, wo die meisten Buslinien verkehren. Der Tipp: Wer kann, sollte mit dem Start in den Feierabend noch warten.

+++ Straßenverkehr verdichtet sich zum Nachmittag +++

Nicht nur der BVG-Warnstreik sorgt für mehr Autoverkehr und vollere Straßen. Auch das Schmuddelwetter trägt seinen Teil dazu bei. Auf der A100 müssen Autofahrer in beiden Richtungen 20 Minuten mehr einplanen, meldet die Verkehrsinformationszentrale gegen 15 Uhr via Twitter. Auch auf den Zufahrtsstraßen zum Flughafen Tegel herrsche ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, warnt Berlin Airport Service und bittet Reisende, genügend Zeit für die Anfahrt zum Flughafen einzuplanen.

+++ Gewerkschaft Verdi wird zum Gespräch gebeten +++

Als Reaktion auf den Bus-Warnstreik ist die Gewerkschaft Verdi von der Arbeitgeberseite zu einem weiteren Tarifgespräch am Montag, den 18. März eingeladen worden. Dies teilt Verdi um 13 Uhr mit. „Ob zu diesem Termin auch ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt wird, haben die Arbeitgeber bislang offengelassen. Aber natürlich werden wir uns am Montag mit den Arbeitgebern treffen", sagt Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer. Der Warnstreik verlaufe nach Plan: ohne besondere Vorkommnisse, ohne Streikbrecher.

+++ Entspannte Lage um die Mittagszeit +++

„Alles was fährt, fährt entspannt“, sagt BVG-Sprecherin Petra Nelken zur Lage um die Mittagszeit. Bei der U-Bahn und der Straßenbahn, die vom Verdi-Streikaufruf nicht betroffen sind, gebe es aktuell auch keine Ausfälle. Auch auf den Straßen kein Chaos: Die Verkehrslagekarte der Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) zeigt keine übermäßigen Störungen an.

+++ Fahrinfo-Apps führen in die Irre +++

Trotz Busfahrer-Streik: Die Fahrinfo-Apps der BVG und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg zeigen aktuell Busfahrten an, obwohl so gut wie keine Busse fahren. „Der Busbereich wird bestreikt und Du meldest in deinen Infomedien Phantombusse? Heute brauchen die Fahrgäste keine flotten Sprüche, sondern handfeste Information“, fordert Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbandes Igeb, die BVG auf. Deren Sprecherin Petra Nelken bestätigt die Fehlinformation. „Ja, das ist so. Es lässt sich technisch leider nicht ändern.“ Die Nutzer hätten aber die Möglichkeit, beim Abrufen von Fahrverbindungen den Bus als Verkehrsmittel abzuwählen. Allerdings würden dann auch die Buslinien nicht mehr angezeigt, die von Subunternehmen betrieben werden und daher trotz Streik fahren.

+++ Zwei U-Bahnen fahren Fahrgästen davon +++

Laut BVG-Sprecherin Petra Nelken waren infolge des Streiks der Busfahrer die Züge der Berliner U-Bahn und der Straßenbahn im morgendlichen Berufsverkehr deutlich voller als sonst. Dennoch habe es lediglich zwei Zugfahrten gegeben, bei denen die Triebfahrzeugführer keine Fahrgäste mehr einsteigen lassen konnten. „Einmal ein Zug auf U6 in Friedrichstraße und eine U7 am Hermannplatz“, so Nelken. Der Streik der Busfahrer soll bis 22 Uhr dauern. Danach wird es laut BVG mindestens zwei Stunden dauern, bis sich der Busverkehr normalisiert. „Morgen früh wird aber alles wieder normal fahren“, versprach Nelken.

+++ Verkehr auf den Straßen beruhigt sich +++

Nach der Rush-Hour ist es wieder deutlich ruhiger auf den Straßen. Ein Verkehrschaos sei aber auch in den Spitzenzeiten ausgeblieben, meldet die Verkehrsinformationszentrale um kurz nach 10 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter. Insbesondere in den Außenbezirken sollten die Berlinerinnen und Berliner aber mehr Zeit einplanen, so der Hinweis.

Die Shuttlebusse zwischen Flughafen Tegel und U Jakob-Kaiser-Platz würden von den Passagieren gut genutzt, teilt der Berlin Airport Service mit. Daher sei die Lage am Flughafen Tegel trotz Streik entspannt.

+++ Fehlende Hinweise am S-Bahnhof Westend +++

Am S-Bahnhof Westend gibt es weder elektronische Hinweistafeln, noch sonstige Aushänge, die über den Streik informieren. Deshalb stehen einige Fahrgäste an den Bushaltestellen der Linie M45 und warten vergeblich. Denn der Bus wird in beide Richtungen nicht fahren. Luisa (32) wollte eigentlich mit ihrer Mutter und ihrem einjährigen Sohn den Bus nehmen, um zu den DRK-Kliniken Westend fahren. Nun müssen sie den Kinderwagen die zwei Busstationen durch den Regen schieben. Zu ihrem Termin kommen sie zu spät. „Zum Glück ist es nur eine Routineuntersuchung. Wer etwas Schlimmes hat und schnell zum Krankenhaus muss, wird wohl aufs Taxi umsteigen“, sagt die 32-Jährige. Sie hätte sich gewünscht, dass die BVG an der Bushaltestelle besser über den Streik informiert.

+++ Ersatzverkehr mit Shuttle-Bussen funktioniert am Flughafen Tegel +++

Die befürchteten Probleme zur Rush Hour sind am Flughafen Tegel ausgeblieben. Die Fluggäste werden zu den Shuttle-Bussen begleitet, Flughafen- Mitarbeiter verstauen das Gepäck. Wenn nahezu alle 50 Plätze eines Busses besetzt sind, beginnt die Fahrt. Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf blickt zufrieden auf das Geschehen: "Bislang klappt alles sehr gut", sagt er. Das liege auch an den Mitarbeitern. "Wir sind heute voll besetzt, plus 20 weitere Mitarbeiter aus dem Care-Team, die speziell für solche Situationen ausgebildet wurden."

540 Flugzeuge werden am heutigen Freitag abfliegen bzw. ankommen und um die 70.000 Passagiere befördern. "An einem Donnerstag haben wir mehr Verkehr, der vergangene Streik war an einem Freitag. Da ist es etwas ruhiger", sagt Tolksdorf und nennt damit den Grund für zwei zusätzliche Busse, die nun eingesetzt werden. Beim vergangenen Streik im Februar waren nämlich nur vier im Einsatz. Der nächste größere Ansturm ist für 16 Uhr erwartet.

+++ Messe Nord: Auf der A 100 in nördlicher Richtung geht es nur langsam voran +++

An einer Bushaltestelle am S-Bahnhof Messe Nord/ICC stehen vereinzelt Fahrgäste. Isabel (19) hat nichts von dem Streik gewusst. Um noch rechtzeitig zu ihrem Arzttermin in Kladow zu kommen, fragt sie eine andere wartende Frau, ob sie sich ein Taxi teilen wollen. Sie hat Erfolg: Als sie sich über den Weg abgestimmt haben, kommt auch schon ein Taxi vorbei, in das beide einsteigen.

+++ Warnstreik bei der BVG: U-Bahnen voll und häufig verspätet +++

Der Streik der Busfahrer macht sich auch bei den U-Bahnen und im Tram-Verkehr bemerkbar. Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Donnerstagmorgen beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilen, kommt es auf allen Linien zu Verspätungen, weil mehr Fahrgäste unterwegs sind. "Das verursacht Verspätungen aufgrund der längeren Ein- und Ausstiegzeiten. Plant bitte mehr Zeit für euren Weg ein", schreibt die BVG.

+++ Die Busfahrer streiken - und Spandau fährt Rad +++

Wer am Morgen mit dem Fahrrad zum Bahnhof Spandau fährt, muss lange suchen, um noch einen Abstellplatz zu finden - mehrere Radfahrer drehen hier ihre Runden. Schon vor 8 Uhr sind die Fahrradständer um den Bahnhof überfüllt, Räder werden kreuz und quer, an Sträuchern, Bäumen und Laternen angeschlossen. Auch Heike L. Ist heute aufs Fahrrad umgestiegen und zum Bahnhof geradelt, von hier geht es nun mit der S-Bahn weiter. "Wir sind total aufgeschmissen ohne den Bus, bei uns fährt nichts anderes", sagt die Gatowerin. Das Auto sei zurzeit kaputt und ihre Tochter habe wegen des Streiks Termine absagen müssen. "Wir sind auf den Bus angewiesen", sagt die 64-Jährige.

+++ Dieser Bus fährt - trotz Streik +++

Fast pünktlich fährt der Bus 284 von der Albrechtstraße direkt am Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz ab. Der 284er gehört zu den wenigen Buslinien, die von Subunternehmen der BVG betrieben werden und deshalb heute trotz Streik fahren. Auf den elektronischen Anzeigen am Ehlers-Platz werden die fahrenden Linien angezeigt. Viele Fahrgäste hatten auf den Bus gewartet. Eine junge Frau, die nach Lankwitz muss, sagt: "Gerade hier im Südwesten sind wir auf den Bus angewiesen." Mit der S-Bahn müsste sie einen riesigen Umweg fahren und ein ganzes Stück laufen. Welche Buslinien am Donnerstag trotz BVG-Streik fahren, lesen Sie hier.

+++ Keine schlechte Laune trotz Streik +++

An Terminal A wird es am Taxistand schon so langsam hektisch. "Hier hinten rechts. Und hier ist auch eins frei." Mitarbeiter vom Taxiservice Apcoa laufen von einem Ende zum anderen, um das passende Fahrzeug für die Passagiere zu finden. Zügig sind alle auf die Taxis aufgeteilt.

Für wen gerade keins bereitsteht, der wartet geduldig in einer Schlange - trotz kaltem Wind. Schlecht gelaunt ist an diesem Morgen trotz des Streiks niemand.

+++ Die Verkehrslage in Berlin um 8.12 Uhr +++

Die Livekarte zum Verkehr in Berlin finden Sie hier.

+++ Streik der BVG-Busfahrer: In Tegel läuft es bislang reibungslos +++

Noch ist es ruhig am Flughafen Tegel. "Das wird sich aber bald ändern. So um 9 Uhr geht es los", sagt ein Mitarbeiter des Flughafens. Die Reisenden sind gelassen, Mitarbeiter in roten und gelben Westen weisen den Weg zu den Taxistäden und den Shuttle-Bussen, es läuft bislang reibungslos. Sechs Busse sind an Terminal A im Einsatz, verkehren zwischen Flughafen und dem Jakob-Kaiser-Platz, an dem die U7 fährt.

An Terminal C bringen sich die Taxifahrer in Position, bereit für den Ansturm.

An sämtlichen Stellen macht die BVG auf den Streik aufmerksam, wie an Ticketautomaten und Abfahrtafeln.

+++ Drei Passanten sind doch am Busbahnhof +++

Am Busbahnhof im Steglitzer Kreisel herrscht Leere - nur drei Passanten sind da und hoffen, hier irgendwie wegzukommen.

+++ Viele steigen auf das Auto um +++

Am Rathaus Spandau stockt der Verkehr gegen halb acht. Viele scheinen von Bussen auf Autos umgestiegen zu sein, auch Taxis halten an den eigentlichen Bushaltestellen immer wieder, um Menschen aus- oder einsteigen zu lassen. "Die Straßen sind ab Ortseingang voll, Ich hatte sieben Minuten Verspätung auf dem Weg hierher", erzählt ein Busfahrer, der als einer der wenigen unterwegs ist. Er fährt den Bus 638, eine Umlandlinie, die zwischen Spandau und Potsdam fährt und nicht bestreikt wird. Auch Google Maps weist für die Potsdamer Chaussee im Süden Spandaus Verzögerungen durch einen Stau aus.

In dem Bus selbst sei es bislang nicht ungewöhnlich voll gewesen. "Ich rechne aber damit, dass es am Nachmittag zum Schulschluss noch voller wird", sagt der Fahrer.

+++ Fahrgäste gut auf Streik vorbereitet +++

Die Fahrgäste scheinen auch dieses Mal gut auf den Streik vorbereitet zu sein: Die Bushaltestellen am Kurfürstendamm und am Zoologischen Garten sind komplett leer. Auf Hinweistafeln steht, dass die Buslinien bis 22 Uhr unterbrochen sind.

An der Hardenbergstraße sind schon viele Menschen zu Fuß zur Arbeit unterwegs. Eine davon ist Sana (57). Sie hat gestern von dem Streik gehört und sofort ihren Arbeitgeber informiert. Der hat ihr sogar angeboten, ein Taxi zu nehmen. Aber sie will den Weg von ihrer Wohnung am Wittenbergplatz zu dem Restaurant am Savignyplatz, in dem sie arbeitet, lieber laufen. Dafür hat sie eine halbe Stunde eingeplant.

Die Taxifahrer am Zoo befördern schon einige der Menschen, die sonst den Bus nehmen. Ein Taxifahrer erzählt, dass er gerade eine Frau zur Arbeit gefahren hat, die sonst die BVG nutzt. „Ich denke, das könnte gut laufen heute“, sagt er.

+++ Stau in Westend und Spandau +++

Der Warnstreik bei der BVG macht sich laut Verkehrsinformationszentrale (VIZ) besonders auf den Straßen Spandaus und in Westend bemerkbar. Stau gebe es auf der Potsdamer Straße, der Heerstraße, auf dem Brunsbütteler Damm und rund um die Altstadt Spandau. Probleme gebe es auch auf der Berliner Stadtautobahn A100. Dort seien die Zufahrten Buschkrugallee und Britzer Damm gesperrt worden. Auch im Norden seien die Zufahrten Siemensdamm und Antonienstraße gesperrt worden. Längere Wartezeiten gebe es auch auf den Straßen Köpenicks.

+++ Verdi-Verhandlungsführer: "Hier sind alle Busse drinnen geblieben" +++

In der Hauptstadt stehen die Busse still: Die Berliner Busfahrer haben am frühen Donnerstagmorgen (3.30 Uhr) ihre Arbeit niedergelegt. Mit dem bis 22 Uhr geplanten Warnstreik wollen Arbeitnehmer und Gewerkschafter in den laufenden Tarifverhandlungen Druck auf die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausüben.

Warnstreik der Busfahrer: Was Sie zum heutigen BVG-Streik wissen müssen

"Wir wollen zeigen, dass das vorgelegte Angebot unzureichend ist", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Jeremy Arndt, der am frühen Morgen am Betriebshof Spandau in den Warnstreik startete. "Hier sind alle Busse drinnen geblieben. Da fährt auch heute keiner mehr runter."

Der U-Bahn- und der Tramverkehr der BVG ist hingegen nicht betroffen, auch die S-Bahnen sollen planmäßig fahren. Der Flughafen Tegel soll nach Angaben der BVG durch einen Shuttle-Service der Fluggesellschaft an den U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz angebunden werden.

Verdi will für die rund 14.000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport unter anderem eine 36,5-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Heute muss knapp die Hälfte der Beschäftigten des Landesunternehmens 39 Stunden ran.

Bereits Mitte Februar hatte es einen großen Warnstreik in der Hauptstadt gegeben - neben Bussen blieben auch viele U-Bahnen und Straßenbahnen stehen.

+++ Busfahrer streiken - Probleme für Fluggäste am Airport in Tegel +++

Der Ausstand der BVG-Busfahrer trifft vor allem Fluggäste am Airport in Tegel. Der Flughafen TXL ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln lediglich über die BVG-Buslinien TXL, X9, 128 und 109 zu erreichen. All diese Linien werden am Donnerstag bestreikt. Fluggäste müssen aus diesem Grund auf private Pkw oder Taxis ausweichen.

Der Flughafen empfiehlt Passagieren, am Donnerstag vom Airport zu Fuß zur nächstgelegenen U-Bahnstation am Jakob-Kaiser-Platz zu laufen. Entsprechende Flyer sollen am Donnerstag an Fluggäste verteilt werden.

Die Route ist 2,4 Kilometer lang. Laut Google Maps benötigt man für die Strecke 31 Minuten. Zugleich solle ein "Notshuttleservice" ab Jakob-Kaiser-Platz eingerichtet werden.

Eine ähnliche Empfehlung hatte der Flughafen bereits beim BVG-Streik im Februar ausgegeben - mit dem Unterschied, dass damals auch die U-Bahnen ausfielen und Fluggäste aus diesem Grund bis zum S-Bahnhof Jungfernheide laufen mussten.

+++ BVG-Streik - diese Busse sollen trotzdem fahren +++

106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 390, 399

Mit leichten Einschränkungen sollen folgenden Linien betrieben werden:

112, 140, 184, 283, 370, 893

+++ Streik bei der BVG: Das sind die Hintergründe des Tarifkonflikts +++

„Ziel ist es, mit diesem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen zu erhöhen. Mit dem Beschluss reagierte die Tarifkommission auf das unzureichende Angebot der Arbeitgeber, das auch deutliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen beinhaltet“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Arndt mit.

Das Angebot der Arbeitgeber im Gesamtvolumen von 65 Millionen Euro sei von der Tarifkommission einstimmig als unzureichend abgelehnt worden. Die Arbeitgeber würden bei den Kernforderungen zum Manteltarifvertrag kein Entgegenkommen zeigen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Tarifkommission forderte die Arbeitgeber auf, das Angebot deutlich zu verbessern.

Verdi will für BVG-Beschäftigte 36,5-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich

Verdi will für die rund 14.000 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport unter anderem eine 36,5-Stunden-Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich durchsetzen. Heute muss knapp die Hälfte der Beschäftigten 39 Stunden ran - das sind alle Kollegen, die seit 2005 eingestellt wurden.

Eine BVG-Sprecherin sagte zu dieser Forderung: "Da man dann nur zur Aufrechthaltung des derzeitigen Verkehrsangebots quasi über Nacht mehr als 500 neue Mitarbeiter einstellen müsste, ist dies nicht verhandelbar."

Im aktuellen Tarifkonflikt hatten die Beschäftigten der BVG zuletzt am 15. Februar gestreikt. 520.000 Fahrgäste waren laut Schätzungen von dem Streik betroffen, der von Betriebsbeginn bis 12 Uhr mittags andauerte. Der Verkehr lief danach langsam wieder an, der große Stillstand blieb zur Überraschung vieler aber aus.

Die BVG ist das größte kommunale Verkehrsunternehmen Deutschlands und mit mehr als 2,9 Millionen Kundenfahrten pro Tag das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs.

Verdis Wünsche summieren sich auf bis zu 150 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr

In dem Tarifstreit sind sich beide Seiten noch nicht einmal einig, wie die gegenseitigen Angebote zu bewerten sind. Die Parteien klagen, es habe bei den drei Gesprächen noch keine wirklichen Verhandlungen gegeben. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstagnachmittag erstmals von der BVG gelieferte Zahlen vorliegen, die die Forderungen der Arbeitnehmervertreter aus Sicht des Arbeitgebers beziffern. Demnach summieren sich Verdis Wünsche auf bis zu 150 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr.

Knapp 100 Millionen davon ergeben sich nach den Kalkulationen der Arbeitgeber allein aus den geforderten strukturellen Verbesserungen für die BVG-Mitarbeiter. Dabei geht es vor allem um die geforderte Senkung der Arbeitszeit von 39 auf 36,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Dieser Punkt allein schlüge bei der BVG und der Fahrdienst-Tochter BT mit 40 Millionen Euro zu Buche. Wenn Fahrer und Techniker weniger arbeiten, brauchte die BVG 500 zusätzliche Mitarbeiter – zu jenen 1350, die ohnehin eingestellt werden sollen, um das Angebot auszubauen.

Die Manager des Unternehmens sind sicher, dass sie Fahrer und Mechaniker in dieser Größenordnung auf dem Arbeitsmarkt nicht finden können. Deshalb erklärt die BVG diese Forderung für nicht verhandelbar. Das Gleiche gilt für den Verdi-Wunsch, Gewerkschaftsmitgliedern 500 Euro monatlich extra zu bezahlen. Einzelne Gruppen so zu bevorzugen, widerspreche rechtlichen Vorgaben, sagt eine BVG-Sprecherin. Auch die Forderung, die bestehenden fünf Entgeltstufen durch eine sechste zu ergänzen, komme derzeit nicht infrage. Davon würden ohnehin nur die gegenüber den neueren Kollegen privilegierten Altbeschäftigten profitieren.

BVG zeigt sich offen für höhere Entgelte

Reden will die BVG aber über bessere Konditionen für die unteren Entgeltgruppen, eine veränderte Eingruppierung generell sowie Zuschläge für verschiedene Zusatzaufgaben. Und natürlich sei man auch bereit, bei den Entgelten insgesamt etwas zu tun, hieß es. Jeder Prozentpunkt mehr Lohn schlage sich aber mit mehr als fünf Millionen Euro zusätzlich nieder.

Bisher steht ein Angebot von zehn Prozent mehr Geld im Raum, was Verdi aber abgelehnt hat. Das klinge relativ viel, räumt Arndt ein. Aber auch mit diesem Plus würde es weiterhin Beschäftigte geben, die weniger als den neu vereinbarten Landesmindestlohn von 11,30 Euro brutto pro Stunde verdienten. Die BVG hält dem entgegen, dass es kaum Mitarbeiter in den betroffenen Stufen eins und zwei gebe. Die rund 500 dort aufgeführten Beschäftigten seien zum großen Teil ehemalige Fahrer, die gesundheitlich diesem Dienst nicht mehr gewachsen sind. Sie hätten aber ihre bisherigen Zuschläge behalten und lägen über dem Mindestlohn.

Insgesamt komme die BVG, so das Unternehmen, mit dem nun vorliegenden Tarifangebot in etwa auf das Niveau anderer Nahverkehrsunternehmen. Die Brandenburger würden sogar überholt. Der Grundlohn eines Busfahrers würde von 2168 Euro brutto auf 2466 Euro steigen. Das gilt für die Entgeltgruppe fünf, wo rund die Hälfte der 14.500 Mitarbeiter im BVG-Konzern angesiedelt ist.

Verdichtung der Arbeitszeiten stößt auf Widerstand

Aus Sicht der Gewerkschaften haben aber vor allem Wünsche des Managements nach einer Verdichtung der Arbeitszeiten die Kampfbereitschaft vergrößert. Das werde den Krankenstand weiter erhöhen und die BVG für neue Kollegen unattraktiver machen, warnt Verdi. So will die BVG die maximale tägliche Arbeitszeit von achteinhalb auf neun Stunden erhöhen.

Auch sollen die Pausen an den Endhaltestellen von vier Minuten je nach betrieblichen Erfordernissen verkürzt werden. Die Mindest­ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von elf auf zehn Stunden sinken. Weiter wendet sich die Gewerkschaft gegen Pläne, wonach Mitarbeiter ihre wöchentliche Arbeitszeit bei betrieblichen Engpässen auf 45 Stunden erhöhen könnten. Im Falle der Lohnfortzahlung für Kranke sollen nach dem Wunsch der Arbeitgeber die im Dienst gezahlten Sonntags- oder Nachtzuschläge nicht mehr berücksichtigt werden. Außerdem sollen neue BVG-Mitarbeiter im Krankheitsfall erst nach vier Wochen Geld bekommen.

Besonders ärgert die Gewerkschafter, dass die Arbeitgeber Zugeständnisse noch unter einen Finanzierungsvorbehalt stellten. Mit dem Senat gebe es noch keine Einigung, wie viel Geld ein Tarifabschluss kosten dürfe. Dieser Darstellung widersprach eine BVG-Sprecherin. In der vergangenen Woche hätte sich der Vorstand mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Finanzsenator Mathias Kollatz (beide SPD) und Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratschefin Ramona Pop (Grüne) auf ein verkraftbares Volumen verständigt.

Wie viel Geld den Beschäftigten zugestanden wird, ist natürlich geheim. Es dürfte sich aber etwa auf der Mitte zwischen den bisher angebotenen 65 Millionen Euro pro Jahr und den aus der Gewerkschaftsforderung berechneten 150 Millionen bewegen. Beide Seiten treffen sich am 18. März zu einem Vorgespräch, die nächste Verhandlungsrunde soll am 28. März starten.