Besucher genervt

Serverausfall legt Berliner Bürgerämter lahm

Mehrere Tage sind in Berlins Bürgerämtern technische Probleme aufgetreten. Melde, Pass- und Ausweisangelegenheiten waren betroffen.

In den Bürgerämtern ging bis Montagmorgen nichts mehr (Archivbild).

In den Bürgerämtern ging bis Montagmorgen nichts mehr (Archivbild).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin. In den Bürgerämtern hat es zum Wochenstart am Montag berlinweit erhebliche technische Probleme gegeben. Laut einem Sprecher der Innenverwaltung war die Software VOIS betroffen, die unter anderem für Melde-, Pass- und Ausweisangelegenheiten genutzt wird.

Da wegen des Fehlers Eintragungen in das System nicht möglich waren, konnten sämtliche Dienstleistungen nicht bearbeitet werden. In mehreren Ämtern wurden Kunden deshalb am Morgen wieder nach Hause geschickt - auch solche mit Termin, wie Betroffene unter anderem in sozialen Netzwerken berichteten.

Die Bezirksämter in Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf, Pankow, Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf bestätigten auf Anfrage, von den Softwareproblemen betroffen gewesen zu sein.

Sprecher: Bürger bekamen kurzfristige Ersatztermine

Wie die Innenverwaltung mitteilte, war die Störung gegen 11 Uhr behoben. „Grundsätzlich haben die Bezirke versucht, den Betrieb so gut wie möglich zu gewährleisten. Beispielsweise bestand in einigen Fällen, in denen Kunden nicht bedient werden konnten, die Möglichkeit, Anträge trotzdem aufzunehmen und sie später in das System einzugeben. Auch kurzfristige Ersatztermine wurden nach Möglichkeit angeboten,“ sagte ein Sprecher der Innenverwaltung der Berliner Morgenpost.

Bei der Störungsbehebung hat das IT-Dienstleistungszentrum das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten unterstützt. Informationen zu Ursache und Ausmaß der Probleme würden zusammengetragen und der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, sagte eine Sprecherin des IT-Dienstleistungszentrums am Montag.

Besucher mussten viel Geduld aufbringen

Mitarbeiter und Besucher mussten am Montagmorgen viel Geduld aufbringen: Ein Sprecher des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg sagte, wegen des Computerproblems hätten die Angestellten die Anliegen der Kunden zunächst händisch bearbeiten müssen.

Auch Fingerabdrücke bei der Beantragung von Ausweisdokumenten oder Zahlungen per EC-Karte seien zeitweise nicht möglich gewesen. Auch in Neukölln war die Ausstellung sämtlicher Dokumente nicht möglich. „Wer einen frühen Termin hatte, musste einen neuen beantragen“, sagte der Sprecher des Neuköllner Bezirksamts.

In Reinickendorf seien die Kunden am frühen Morgen angerufen und auf andere Termine umgebucht worden. „Sofern wir die Kunden nicht erreichen konnten, haben diese bei Erscheinen einen neuen Termin erhalten“, sagte ein Sprecher des Bezirksamts Reinickendorf. Eine dpa-Reporterin berichtete aus einem Bürgeramt in Kreuzberg, wartende Kunden seien dort erst auf Nachfrage über das bestehende Problem informiert und dann nach Hause geschickt worden.

Besucher beschweren sich im Netz

Das Bürgeramt Zehlendorf informierte die Besucher am Eingang mit einem Informationszettel über den Ausfall: „Wegen technischen Problemen können zurzeit keine Dienstleistungen, außer „Berlin Pass“ (nur gegen Vorlage von Personaldokumenten), bearbeitet werden!“

In den sozialen Netzwerken machten Besucher ihrem Ärger Luft. So schrieb der Fraktionsvorsitzende der SPD in Lichtenberg auf Twitter: „Auch in #Lichtenberg wird man trotz Termin wieder nach Hause geschickt und bekommt nur auf Nachfrage einen neuen Termin (in zwei bis drei Wochen) im Bürgeramt. Schlechter Service, wenn man bedenkt, dass sich Menschen hier extra freinehmen für Termine!“

Die genaue Ursache der Probleme war zunächst nicht klar. Nach Angaben des Berliner IT-Dienstleistungszentrums (ITDZ) liefen die Server einwandfrei. Die Landesbehörde stellt diese Server zur Verfügung und betreut sie. Stattdessen deutet laut ITDZ einiges auf ein Softwareproblem im Bereich des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten hin. Dies werde analysiert, erklärte ein Sprecher der Innenverwaltung.

Nach Angaben aus Bezirksämtern trat das Problem bereits am vergangenen Donnerstag kurz vor Schließung der Bürgerämter auf. Das ITDZ bestätigte eine Störungsmeldung am Donnerstag gegen 17.10 Uhr, auch die Innenverwaltung berichtete auf Nachfrage von «einzelnen Störungsmeldungen» am späten Donnerstagnachmittag. Was dann genau getan worden sei, werde noch untersucht. Auf den fraglichen Donnerstag folgten mit dem Feiertag am 8. März und dem Wochenende drei arbeitsfreie Tage.