Der Frauentag als gesetzlicher Feiertag wurde an der der Leipziger Straße geboren. Die Debatte, dass die Bayern viel mehr frei hätten als die Berliner und dass die Politik doch für einen Ausgleich sorgen solle, hatte gerade Fahrt aufgenommen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte gesagt, Berlin brauche einen zusätzlichen Feiertag.
Iris Spranger war am Morgen des 5. Juni 2018 zu einer Sitzung des Koalitionsausschusses im Roten Rathaus unterwegs. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende bekam einen Anruf eines Radio-Reporters, fuhr rechts ran und stoppte ihren Wagen. Welcher Tag denn aus ihrer Sicht der richtige Feiertag für Berlin sei, fragte der Journalist die Abgeordnete. Spranger hatte noch gar nicht so richtig über das Thema nachgedacht. Sie überlegte einige Sekunden. „Dann habe ich gesagt, was ich immer empfunden habe“, sagt Iris Spranger heute. Einigermaßen spontan schlug sie den 8. März vor.


