Coca-Cola-Deutschland

Bianca Bourbon: „Ich wollte immer Chefin sein“

Die gebürtige Rumänin Bianca Bourbon steht seit vier Jahren an der Spitze des Getränkekonzerns Coca-Cola in Deutschland.

Bianca Bourbon ist seit Januar 2015 Geschäftsführerin von Coca-Cola Deutschland. Der Hauptsitz der Tochterfirma des US-amerikanischen Getränkekonzerns ist in Berlin-Friedrichshain.

Bianca Bourbon ist seit Januar 2015 Geschäftsführerin von Coca-Cola Deutschland. Der Hauptsitz der Tochterfirma des US-amerikanischen Getränkekonzerns ist in Berlin-Friedrichshain.

Foto: Gero Breloer für Coca-Cola GmbH

Berlin. Wenn die Sonne untergeht, ist der Ausblick besonders schön, sagt Bianca Bourbon zur Begrüßung. Die Chefin der Deutschland-Tochter des US-amerikanischen Getränkekonzerns Coca-Cola blickt aus ihrem Bürofenster an der Stralauer Allee in Friedrichshain direkt auf die Spree.

Im Hintergrund leuchten in der Abendsonne dann auch mal die Türmchen auf der Oberbaumbrücke in samtigem Rot. Bianca Bourbon kann die gute Aussicht jetzt seit rund vier Jahren genießen. „Das ist in gewisser Hinsicht mein Traumjob. Ich wollte immer Chefin sein“ sagt die Coca-Cola-Geschäftsführerin.

Bianca Bourbon wird 1974 in Rumänien geboren und wächst dort auf. Die Getränke des US-amerikanischen Konzerns gibt es in dem Land nicht. Viele Landsleute sehen in der Marke eher ein Sinnbild für den kapitalistischen Klassenfeind.

In Rumänien gibt es zunächst keine Coca-Cola

Bianca Bourbon hat andere Vorbilder. Bourbons Mutter etwa, die als Leiterin in einem Hort für Schulkinder arbeitet. Im Hause Bourbon geht auch die heutige Coca-Cola-Chefin immer mal wieder ans Telefon. „Häufig fragten die Leute nach der Chefin und wollten meine Mama sprechen“, erinnert sich Bourbon. Das imponiert ihr.

Nach der Schule beginnt Bourbon in Bukarest Marketing und Wirtschaft zu studieren. Der Kalte Krieg ist vorbei. Ihr erster Job nach der Ausbildung führt die junge Rumänin zu Coca-Cola. Bourbon ist ehrgeizig, glaubt an sich – und schlägt sich gut. Nach einem Praktikum bietet ihr der Konzern eine Stelle im Marketing an. Das erste Großprojekt wird die Markteinführung von Cola-Light in ihrem Heimatland.

Nach einigen Jahren verlässt Bourbon Rumänien. In Österreich und Ungarn bekommt die junge Frau mehr Verantwortung. „Ich hatte das Glück, auch immer von Männern gefördert zu werden“, sagt Bourbon. Das ist nicht selbstverständlich. Vor zehn Jahren sind Frauen in höheren Management-Positionen bei Coca-Cola noch seltener als heute. Doch Bianca Bourbon ist schlagfertig, kann sich durchsetzen. Heute steht bei dem US-Konzern die Frauenförderung in den Unternehmensleitsätzen: Mindestens 40 Prozent der Management-Positionen sollen mit weiblichen Führungskräften besetzt werden.

Zucker und Kalorien reduzieren

Im Deutschland-Hauptquartier in Friedrichshain hat Bianca Bourbon in den vergangenen Jahren ihren eigenen Führungsstil entwickelt. Regelmäßig geht die Rumänin mit Mitarbeitern Mittagessen, hört zu und ist für Anregungen dankbar. „Meine Aufgabe ist es, Mitarbeiter mit unterschiedlichen Lebensläufen und Ansichten zusammenzubringen und ihre Ideen miteinander zu verbinden“, erklärt Bourbon.

In Deutschland hat die Coca-Cola-Chefin in nächster Zeit viel vor. Bis 2020 will der Getränkekonzern den Zucker in seinen Produkten um zehn Prozent reduzieren. Zudem soll der Umsatz mit kalorienarmen oder -reduzierten Produkten weiter wachsen. Dafür bringt das Unternehmen auch weitere Marken und Sorten in den Markt.

Bianca Bourbon war nicht immer so zielstrebig wie heute. „Vor allem als junge Frau habe ich gezweifelt“, sagt sie. Doch Bourbon ist ihren Weg gegangen. „Junge Frauen sollten heute ihren Träumen folgen, Zweifel beiseite schieben und bereit sein, Risiken einzugehen“, appelliert Bourbon.

Wohin sie ihr eigener Weg führt, ist offen. Für gewöhnlich sind Management-Positionen bei großen Konzernen Aufgaben auf Zeit. Vielleicht geht es für die Rumänin, die mittlerweile auch passabel deutsch spricht, bald schon woanders hin. Bis es so weit ist, wird Bianca Bourbon aber weiterhin den schönen Ausblick aus ihrem Bürofenster genießen.

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