Nahverkehr

BVG bestellt 15 weitere E-Busse

Der polnische Hersteller Solaris liefert 15 Gelenkbusse. Sie sollen ab Frühjahr 2020 auf der Linie 200 fahren.

Verkehrsssenatorin Regine Günther, BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta und BVG-Buschef Torsten Mareck im Januar bei der Vorstellung des E-Busses von Mercedes-Benz. Ab Frühjahr sollen sie im Linienbetrieb fahren.

Verkehrsssenatorin Regine Günther, BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta und BVG-Buschef Torsten Mareck im Januar bei der Vorstellung des E-Busses von Mercedes-Benz. Ab Frühjahr sollen sie im Linienbetrieb fahren.

Foto: Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben jetzt 15 weitere E-Busse bestellt. Der Millionenauftrag ging an Solaris, wie das landeseigenen Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Erstmals werden dabei größere Gelenkbusse, die mehr Platz für Fahrgäste haben, mit reinem Elektroantrieb beschafft. Bislang fahren in Berlin nur kleinere Busse ohne Verbrennungsmotoren.

Bereits Mitte Februar hatte der Aufsichtsrat der BVG die Auftragsvergabe bestätigt. Nachdem die Einspruchsfrist abgelaufen sei, konnte nun der Zuschlag erteilt werden. Solaris liefert demnach ab dem Frühjahr 2020 insgesamt 15 Busse vom Fahrzeugtyp Urbino 18 electric. Genau wie die Fahrzeuge der bisherigen Gelenkbus-Flotte sind die Neuzugänge 18 Meter lang und bieten Platz für bis zu 99 Fahrgäste.

Die Elektro-Schlenkis werden laut BVG auf dem Betriebshof Indira-Gandhi-Straße in Weißensee beheimatet sein und sollen auf der vor allem von Touristen gern genutzten Linie 200 eingesetzt werden. Die 200er-Busse fahren zwischen Bahnhof Zoo und Prenzlauer Berg und dabei an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Zwischenstopps gibt es unter anderem an der Philharmonie, am Potsdamer Platz und am Alexanderplatz.

BVG erprobt neue Ladetechnik

Die neuen Fahrzeuge werden erstmals per Pantograf aufgeladen – einem Bogen ähnlich einer Straßenlaterne, unter dem der Bus hält zum Aufladen anhält und andockt. Die dazu benötigten Schnellladesäulen liefert die Firma Siemens. Fahrzeuge und Infrastruktur werden im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes „E-MetroBus“ beschafft.

Das Projekt hat das Ziel, das Gelegenheitsladen unter den Bedingungen des hochfrequenten Berliner Linienbusverkehrs zu erproben. Das Auftragsvolumen beläuft sich insgesamt auf rund 14 Millionen Euro. Das Projekt „E-MetroBus“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität mit insgesamt 5,6 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Ab Frühjahr werden auch 30 kleinere E-Busse in Dienst gestellt

Bereits im vergangenen Jahr hatte die BVG 30 kleinere Busse bestellt, deren Batterien nachts per Stecker geladen werden. Hintergrund ist die inzwischen gesetzlich verankerte politische Forderung der aktuell regierenden rot-rot-grünen Koalition, dass in Berlin ab 2030 keine Linienbusse mit Verbrennungsmotoren fahren dürfen. Mercedes-Benz und Solaris werden demnach jeweils 15 Fahrzeuge bauen, die ab Frühjahr 2019 ausgeliefert werden.

Das Investitionsvolumen gab die BVG mit 18 Millionen Euro an. Wegen ihrer begrenzten Reichweite von maximal 150 Kilometern am Tag können sie nur auf kürzeren Strecken eingesetzt werden. Die BVG plant dafür im Kürze mehrere Linienänderungen. Um die Betriebssicherheit nicht zu gefährden, hat die BVG zudem einen Rahmenvertrag mit Mercedes-Benz zur Lieferung von bis 950 Bussen mit herkömmlichen Dieselmotoren vereinbart. Sie erfüllen dabei die neueste Abgasnorm Euro 6d.