- Der Leiter des Berliner Landeskriminalamtes geht davon aus, dass Beamte seiner Behörde nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt eine Akte über den Attentäter Anis Amri manipuliert haben, um eigene Versäumnisse zu vertuschen. Er glaube, „dass die richtig kalte Füße bekommen haben“, antwortete LKA-Chef Christian Steiof am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu dem Anschlag auf die Frage, weshalb zwei Polizisten Informationen zu Amris Aktivitäten als Drogendealer nachträglich verändert hätten.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen die Beamten im vergangenen April eingestellt. Zwei Staatsanwälte, die sich mit den Vorwürfen befassten, kamen zu folgendem Schluss: Ja, es seien nach dem Terroranschlag Sachverhalte von einem LKA-Ermittler „komplett abgeändert“, Abhörprotokolle eingedampft, kriminelle Aktivitäten des Tunesiers „kleingeschrieben“ worden. Aber: Dies sei zwar „ungewöhnlich, aber nicht strafbar“ gewesen.