Radverkehr

Radschnellstrecken in Berlin sollen ab 2022 gebaut werden

Der Baustart für die erste von zehn Trassen in Berlin soll voraussichtlich 2022 sein und am Teltowkanal entlang führen.

So könnte ein Radschnellweg aussehen (Simulation).

So könnte ein Radschnellweg aussehen (Simulation).

Foto: Matthias Bauer / BM

Berlin kommt dem Ziel schneller Radwege ins Zentrum einen Schritt näher. Am Donnerstagabend stellt Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) Interessierten im Rathaus Schöneberg erstmals die möglichen Streckenverläufe für die geplante Radschnellverbindung entlang des Teltowkanals vor.

Die zehn Kilometer lange Teltowkanalroute ist die erste Verbindung, für die Planer konkret erarbeitet haben, über welche Straßen und Wege die Strecke in die Innenstadt genau führen könnte. Der rund zwei Kilometer breite Korridor, in dem sich die konkrete Strecke befinden soll, beginnt in Zehlendorf an der Landesgrenze zu Brandenburg und folgt dem Lauf des Teltowkanals. Von Südende aus führt der Korridor grob entlang des Bereichs der Trasse von S2 und S25 bis nördlich des Bahnhofs Südkreuz.

Senatorin Regine Günther präsentiert Strecken am Donnerstag

Die Pläne sind Teil des Vorhabens, den Radverkehr in Berlin enorm auszubauen. Dafür sollen in den nächsten Jahren mindestens 100 Kilometer Radschnellverbindungen auf elf Strecken entstehen. Dafür wurden seit 2017 zehn Trassenkorridore ausgewählt. Hinzu kommt eine elfte Radstrecke entlang der geplanten Tangentialverbindung Ost. Seit Frühjahr 2018 wurden dabei zunächst die Teltowkanalroute (6), der vom Wannsee durch den Grunewald führende „Königsweg“ (3) sowie die aus Rudow kommende und sich in NordNeukölln aufspaltende Y-Trasse (1) in einer Machbarkeitsstudie untersucht.

Auf diesen soll es möglich sein, auch größere Entfernungen mit möglichst wenig Stopps und entsprechend schnell zurückzulegen. Dafür sollen Fahrradstraßen an einfachen Kreuzungen in der Regel Vorfahrt bekommen, oder baulich abgetrennt vom restlichen Verkehr geführt werden. Sind Überwege an Straßen mit Ampeln ausgestattet, könnten sie für die Radfahrer auf „Dauergrün“ eingestellt werden.

Aufeinander folgende, große Kreuzungen sollen Radfahrer mit „Grüner Welle“ passieren können. Müssen die Fahrradfahrer doch einmal anhalten, soll der maximale Zeitverlust pro Kilometer nicht mehr als 30 Sekunden betragen.

Senatsverkehrsverwaltung rechnet mit Bauzeit von 18 Monaten

Die Radwege sind zudem besonders ausladend konzipiert. Entlang von Hauptverkehrsstraßen sollen die in der Regel mindestens 3 Meter pro Fahrtrichtung breit sein. Vorgesehen ist auch eine nächtliche Beleuchtung. Bis es soweit ist, müssen sich Radfahrer jedoch gedulden. Baubeginn für die Teltowkanalroute soll 2022 sein. In der Senatsverkehrsverwaltung rechnet man mit einer Bauzeit von 18 Monaten.

Vorstellung Teltowkanalroute: Do. 31.1., 18:30-20:30 Uhr, Rathaus Schöneberg, Am Rathaus 2, 10825 Berlin.

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