Nord-Süd-Verbindung

City-S-Bahn wird teurer und könnte sich verzögern

Der Start der neuen Berliner Linie S21 vom Nordring über den Hauptbahnhof bis zur Yorckstraße für Ende 2020 ist nicht sicher.

Der Bau der Trasse für die neue S-Bahnlinie S21 in Berlin wird teurer. Auch der Eröffnungstermin gerät ins Wanken (Archivbild).

Der Bau der Trasse für die neue S-Bahnlinie S21 in Berlin wird teurer. Auch der Eröffnungstermin gerät ins Wanken (Archivbild).

Foto: pa

Berlin.  Der Bau einer zweiten Nord-Süd-Verbindung der Berliner S-Bahn vom nördlichen Teil der Ringbahn über den Hauptbahnhof bis zur Station Yorckstraße wird teurer als erwartet.

Die Kostenschätzung für die Trasse der neuen Linie S21 zwischen den Bahnhöfen Wedding und Westhafen bis zum Hauptbahnhof war bereits vor Jahren von ursprünglich 190 auf 319 Millionen Euro angehoben worden. Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte die Deutsche Bahn nun mit, dass auch der zweite Bauabschnitt vom Hauptbahnhof bis zum Potsdamer Platz voraussichtlich mehr kosten wird als ursprünglich erwartet. Statt mit 122 Millionen Euro rechnet das Verkehrsunternehmen nunmehr mit 162 Millionen Euro. Das Vorhaben gilt als das wichtigste der Bahn in Berlin.

Auch der Eröffnungstermin für die neue Strecke könnte ins Wanken geraten. Noch im August vergangenen Jahres hieß es, dass die ersten Züge Ende 2020 zwar nicht im Hauptbahnhof, aber in einem provisorischen Bahnhof nördlich der Invalidenstraße halten könnten. Nun nannte ein Bahn-Sprecher keinen Termin mehr für den Start und sagte lediglich: „Die Zeitpläne für Bau und Inbetriebnahme der einzelnen Bauabschnitte der S21 sind in der Überarbeitung und werden nach Abstimmung der Beteiligten kommuniziert.“

Erste Pläne bereits kurz nach der Wende

Die ersten Pläne für die S21 – von der Deutschen Bahn mittlerweile auch als City-S-Bahn bezeichnet – gab es bereits kurz nach der Wende. Der erste Spatenstich erfolgte im Jahr 2000. Dann geschah lange nichts. Auch nach dem Neustart im Jahr 2011 wurde die Bahn immer wieder durch Finanzierungslücken, eindringendes Wasser und weitere nicht vorhergesehene Probleme mit dem Untergrund ausgebremst. Die für 2017 geplante Eröffnung des Abschnitts vom nördlichen S-Bahnring bis zum Hauptbahnhof musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Einen Neustart der Arbeiten wagte die Bahn im vergangenen Jahr. Auf der Nordseite des Europaplatzes klafft seit dem Sommer eine riesige Baugrube. Bis 2022, so hieß es im vergangenen Jahr, soll hier die endgültige Station der S21 am Hauptbahnhof entstehen. Der provisorische Bahnhof nördlich der Invalidenstraße sollte parallel gebaut werden, um eine frühere Inbetriebnahme sicherzustellen. Das Gelingen dieses Plans scheint nun ungewiss zu sein.

Verkehrsexperten erhoffen sich von der neuen Trasse eine bessere Anbindung des Hauptbahnhofs. Außerdem sollte die bestehende Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn (S1, S2, S25 und S26) zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Südkreuz mit dem vor allem im Berufsverkehr überlaufenen Bahnhof Friedrichstraße entlastet werden. Angesichts der hohen Kosten war die Trasse von Beginn an umstritten. Für die gesamte Strecke zwischen Nordring und Yorckstraße wird mit einer Summe von 900 Millionen Euro gerechnet. Gegner bezweifeln, ob der zusätzliche Nutzen diese Kosten rechtfertigen kann.

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