Tegel und Schönefeld

Verdi schließt weitere Streiks an Flughäfen nicht aus

Die Warnstreiks an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld sind offiziell beendet, Verdi schließt weitere Streiks aber nicht aus.

Reisende warten an einem Schalter am Flughafen Tegel. Das Boden-Sicherheitspersonal ist am Morgen in einen mehrstündigen Warnsteig getreten, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat.

Reisende warten an einem Schalter am Flughafen Tegel. Das Boden-Sicherheitspersonal ist am Morgen in einen mehrstündigen Warnsteig getreten, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat.

Foto: dpa

Berlin. An den Berliner Flughäfen ist der mehrstündige Warnstreik des Sicherheitspersonals wie geplant gegen 8.45 Uhr beendet worden. Er führte zu erheblichen Einschränkungen für Passagiere. Das befürchtete Chaos blieb nach ersten Beobachtungen aber aus. Viele Fluggäste waren bereits vorher über den Streik informiert und kamen erst gar nicht an die Flughäfen.

Nach Beobachtungen der Morgenpost-Reporter ging es es für einen Montagmorgen ungewöhnlich ruhig zu. Allerdings wurden zahleiche Passagiere aus dem Ausland von dem Warnstreik überrascht, so auch ein Paar aus Dänemark, das nach Kopenhagen zurückfliegen wollte und sich nun nach einer alternativen Transportmöglichkeit umsehen muss.

In Schönefeld seien alle Abfertigungen geschlossen worden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Zahlreiche Flüge wurden laut der An- und Abflugpläne der beiden Airports gestrichen, viele andere haben mehrstündige Verspätungen. In Tegel und Schönefeld seien mehr als 300 Sicherheitsmitarbeiter in Streik getreten, so der Gewerkschafter. Ein Streiksprecher betonte gegenüber der Morgenpost, der Ausstand richte sich nicht gegen die Passagiere. Verdi hatte für die Zeit zwischen 5 Uhr und 8.45 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Auch Sicherheitsmitarbeiter, die im Deutschen Beamtenbund (dbb) organisiert sind, hatten ihre Arbeit niedergelegt.

Nach Angaben vom Sonntag sollte die Arbeitsniederlegung mindestens 80 Verbindungen in Berlin treffen - mit gestrichenen oder verspäteten Flügen. In Schönefeld sollte laut aktuellem Flugplan um 7.17 Uhr die erste Maschine ankommen und um 10 Uhr sollten die ersten Flugzeuge starten. In Tegel war für 6.30 der erste Abflug angekündigt und für 7.15 die erste Ankunft. Dort warten bereits Passagiere mit Abflügen nach 9 Uhr. Ein Paar aus Berlin sollte um 8.40 Uhr ins ägyptische Hurghada abfliegen. Der Flug wurde auf 10.30 Uhr verschoben. "Wir bleiben jetzt einfach hier und trinken solange Kaffee", sagte die Frau dem Morgenpost-Reporter.

Äußerlich gelassen, innerlich aber ziemlich angespannt war Sebastian Scheiding aus Mahlsdorf am Morgen nach Tegel gekommen. Der Geschäftsführer einer Firma für Luft- und Raumfahrttechnik muss zu einem Meeting ins taiwanesische Taipeh. Zunächst sollte es um 9 Uhr mit Easyjet nach Wien gehen. Bei seiner Ankunft am Flughafen war Scheiding aber noch nicht informiert, ob dieser Flug überhaupt stattfindet und er seinen Anschluss in Wien um 12 Uhr erreicht. An Gate A bildeten sich derweil an den Abfertigungsschaltern lange Schlangen von Passagieren, die nach Streikende um 8.45 Uhr nach Frankfurt und München abfliegen sollten. "Ich habe meine Tochter in Berlin besucht und möchte heute zurück nach München fliegen", sagte Renate B. "Jetzt stehe ich hier in der Schlange und kann nicht sagen, ob ich überhaupt aus Berlin wegkomme." Das nächste Mal wolle sie mit der Bahn fahren.

Grund der Arbeitsniederlegung an den Berliner Flughäfen sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) für die bundesweit 23 000 Beschäftigten der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft verlangt einen Stundenlohn von 20 Euro. Am 23. Januar geht es in die nächste Runde.

Verdi sprach von einem Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. „Wenn das bis zur nächsten Runde nicht geschieht, sind weitere Streiks nicht auszuschließen“, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann der Berliner Morgenpost. Auf den beiden Berliner Airports sind laut der Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt.

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