Abfallentsorgung

BSR denkt über Vergärungsanlage für Bio-Müll nach

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Joachim Fahrun
Die braune Tonne mit Biomüll (Archivbild)

Die braune Tonne mit Biomüll (Archivbild)

Foto: picture alliance Arno Burgi / HA

Die wachsenden Mengen Müll in Berlin müssen ordentlich verwertet werden. Die BSR erwägt eine neue Anlage.

Wenn im Zuge der neuen Abfallpolitik des Landes mehr Biomüll gesammelt wird, drängen Umweltschützer auf eine sinnvolle Verwertung. Sie fordern den Bau einer Vergärungsanlage, um aus Bio-Müll Bio-Gas zu erzeugen. Auch die BSR denkt darüber nach. Ein Gutachten der Beraterfirma Ifeu aus Heidelberg rät, in Pankow eine solche Anlage zu bauen.

Um den zusätzlichen Bioabfall zu entsorgen, hat die BSR im Sommer eine Kompostierungsanlage in Brandenburg erworben. Dieser stellt der Entwurf des Abfallwirtschaftskonzepts (AWK) aber eine schlechte Note aus. Der technische Standard erfülle nicht die Voraussetzungen für eine hochwertige Verwertung, heißt es darin.

Das Konzept der Senatsumweltverwaltung, das derzeit mit Verbänden und Experten der Koalition diskutiert wird, sieht vor, den von der BSR eingesammelten Hausmüll von 828.000 Tonnen pro Jahr auf 673.000 Tonnen zu reduzieren. Wesentliches Element ist eine bessere Sammlung von Biomüll. Die erfasste Menge soll von derzeit 20 Kilo pro Kopf und Jahr auf 50 Kilo steigen.

Derzeit finden die BSR-Leute in den grauen Tonnen 44 Prozent organisches Material. Ein Drittel des Abfalls gilt darüber hinaus als Wertstoff, dabei handelt es sich um Kunststoffe, Glas, Metalle, Papier oder Holz. Dieser gemischte Inhalt landet überwiegend in der Müllverbrennungsanlage der BSR. „Es ist absurd, nasses organisches Material im Müllofen in Ruhleben zu verbrennen“, findet nicht nur der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

580.000 Tonnen Abfall 2018 verbrannt

Die Müllverbrennungsanlage der BSR bildet das Rückgrat der Berliner Entsorgung. 580.000 Tonnen Restabfall hat die BSR 2018 ins Feuer geworfen. Das ist nach Ansicht der Senatsverwaltung für Umwelt mehr, als die Genehmigung hergibt. Wie berichtet, streiten beide Seiten über die richtige Interpretation der Vorgaben. Im Konzept wird darüber hinaus eine intensive und langfristige Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit angemahnt. Der Umweltverband BUND verlangt von der BSR mehr Einsatz: Kostenfreie Abfuhr von Sperrmüll einmal pro Jahr würde helfen, auch mehr als die bisher 15 über die ganze Stadt verteilten Recyclinghöfe. Das machte es den Menschen leichter, wohnortnah altes Zeug loszuwerden.