Hundeverordnung

Das müssen Berliner Hundehalter ab dem 1. Januar beachten

Ab Neujahr gilt die neue Hundeverordnung in Berlin. Damit müssen viele Tiere in der Öffentlichkeit an die Leine.

Für Hundehalter ändert sich 2019 einiges

Für Hundehalter ändert sich 2019 einiges

Foto: pa

Vom 1. Januar an müssen in Berlin erstmals alle Hunde an die Leine. Denn mit Jahresbeginn tritt die Hundeverordnung in Kraft, teilte die Senatsverwaltung für Justiz am Freitag mit. Die Idee war bereits seit Juli 2016 im Berliner Hundegesetz verankert, die Abstimmung mit den Bezirken für die Umsetzung brauchte aber Zeit. "Berlin hat damit jetzt ein sehr strenges Gesetz", urteilt Jörg Bartscherer, Geschäftsführer des Verbandes für das Deutsche Hundewesen. Von der neuen Leinenpflicht gibt es nur wenige Ausnahmen.

Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

Grundsätzlich gilt eine allgemeine Leinenpflicht.

Es gibt allerdings drei wesentliche Ausnahmen:

  • Wenn der Hund bereits vor dem 22. Juli 2016 gehalten wurde, dann dürfen die Tiere weiterhin auf unbelebten Straßen und Plätzen sowie auf Brachflächen ohne Leine laufen.
  • Hundehalterinnen und Hundehalter können den sogenannten „Hundeführerschein“ (Sachkundenachweis) machen. Auch mit diesem Nachweis können die Tiere weiterhin auf unbelebten Straßen und Plätzen sowie auf Brachflächen ohne Leine laufen.
  • Wenn die Hundehalterinnen und Hundehalter auf andere Weise als sachkundig gelten, dann gilt die Leinenpflicht ebenfalls nicht. Das ist beispielsweise bei Tierärzten oder bei Diensthundeführern der Fall.

Die Details zum Hundegesetz finden sich auch hier (PDF).

Bundesweit gebe es einen unübersichtlichen Flickenteppich an Hundegesetzen, die sowohl von den Ländern als auch von Kommunen erlassen werden könnten, ergänzte Bartscherer. Berlin habe nun eine der strengsten Varianten. "Generell finde ich es nicht schlecht, wenn Menschen, die sich einen Hund zulegen wollen, sich vorher über Rechte und Pflichten informieren müssen", sagte Bartscherer.

Beschwerden über Hundekot sind bei der BSR zurückgegangen

Die Regeln müssten für Hundefreunde aber auch erfüllbar sein. So nütze es wenig, die Kot-Beseitigung zu verlangen, aber nicht genug Mülleimer dafür aufzustellen. Seit 2016 gilt eine solche "Tütenpflicht" für Hundekot auch in Berlin. Ob das für die Sauberkeit der Stadt etwas gebracht hat, wird allerdings nicht zentral erfasst. Beschwerden über Hundekot sind bei der Berliner Stadtreinigung aber zumindest zurückgegangen.

Von frei laufenden Hunden, die auf Fremde zulaufen und sie beschnüffeln oder anspringen, fühlen sich viele Passanten belästigt. Und auch manche Kinder haben Angst vor Hunden - vor allem, wenn die Vierbeiner groß sind und sich das Kindergesicht in Bisshöhe befindet.

In Berlin waren 2017 rund 104.700 Hunde angemeldet. Strenge Regeln gelten schon länger für die als gefährlich eingestuften Hunderassen Pitbull-Terrier, Bullterrier und American Staffordshire-Terrier. Ihre Halter müssen immer Führungszeugnis, Haftpflichtversicherung, Sachkundenachweis und einen Wesenstest für ihren Hund nachweisen können. Außerdem galt für diese Hunde bereits eine besondere Leinen- und Maulkorbpflicht.