Mordfall

Ermordete Georgine K. - Polizeipannen bei den Ermittlungen?

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders sind nun mehrere Fragen zu möglichen Fehlern der Kriminalpolizei aufgetaucht.

Georgine Krüger verschwand 2006

Georgine Krüger verschwand 2006

Foto: DAVIDS/Tom Maelsa

Berlin. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders der 14-jährigen Georgine Krüger sind Fragen zu möglichen Fehlern und Versäumnissen der Berliner Kriminalpolizei aufgetaucht. So war schon direkt nach der Festnahme vor einer Woche unklar, warum die Polizei nicht auf den Verdächtigen aufmerksam geworden ist, als er fünf Jahre nach dem Verschwinden von Georgine wegen sexuellen Missbrauchs einer anderen Jugendlichen angezeigt und verurteilt worden war.

Die Tat ereignete sich in der gleichen Straße in Moabit, in der Georgine lebte und 2006 verschwunden war - und in der auch der Verdächtige wohnte. Aber über diesen Fall und den Täter wurde die für Georgine zuständige Mordkommission offenbar nicht informiert. Erst Jahre später geriet der Verdächtige in den Fokus der Fahnder.

Nun sagte diese andere Jugendliche den Zeitungen "Bild" und "B.Z." (Montag), sie habe 2011 den Polizisten auf der nahe gelegenen Wache sogar ganz konkret von ihrem Verdacht erzählt, ihr Angreifer könne auch etwas mit Georgine zu tun haben. Doch die Polizisten, deren Wache wenige Jahre zuvor intensiv an der wochenlangen Suche nach Georgine beteiligt war, sollen den Hinweis nicht aufgenommen und an die Mordkommission weitergeleitet haben. Auch andere Ermittler im LKA sollen das nicht getan haben, obwohl sie von dem zweiten Fall wussten.

Laut "B.Z." und "Bild" meldete sich 2014 zudem eine weitere belästigte und angegriffene Jugendliche wegen des gleichen Mannes bei der Polizei. Aber wieder passierte nichts. Erst 2017 kam die Mordkommission von selber nach erneuter Auswertung von Informationen auf den Verdächtigen. Einem verdeckten Ermittler der Kriminalpolizei soll der Mann etwas über die Tat gestanden haben. Nach der Leiche von Georgine wird derzeit aber noch gesucht.

Eine Stellungnahme der Polizei dazu ist angefragt.

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