Bahnverkehr

Bahnhof Friedrichstraße: Decken schon wieder abgehängt

Nun wird im Bahnhof die Videoüberwachung erneuert. Das Projekt soll bis voraussichtlich April 2019 abgeschlossen sein.

Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße. In einigen Monaten soll der Bahnhof baustellenfrei sein.

Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße. In einigen Monaten soll der Bahnhof baustellenfrei sein.

Foto: Sören Stache/PA/dpa

Wer am Bahnhof Friedrichstraße umsteigt, dem sind Absperrungen und Einschränkungen vertraut. Die wichtige Kreuzungsstation, wo täglich Hunderte Regionalzüge, S- und U-Bahnen halten (aktuell 240.000 Reisende am Tag), ist seit Langem eine Dauerbaustelle. Auslöser war ein gefährlicher Zwischenfall vor fast genau sechs Jahren. Am 13. Dezember 2012 war – ohne Vorwarnung – ein 25 Kilogramm schwerer Betonbrocken herabgestürzt. Wie durch ein Wunder wurde niemand in der zu jeder Tageszeit stark belebten Halle unter den Bahnsteigen verletzt.

Bei der Suche nach der Unfallursache stießen die Experten der Bahn auf ein ernsthaftes Problem. Bei der nach der Wiedervereinigung erfolgten Erneuerung des einstigen Grenzbahnhofs war gepfuscht worden. Die Lager, auf denen die Fern- und Regionalbahngleise über der ebenerdigen Halle ruhen, waren während der Bahnhofssanierung Mitte der 90er-Jahre mit Beton verbaut worden, der keine Schwingungen ausgleichen konnte. Es kam dadurch zu Spannungen, in deren Folge sich das Betonteil löste. Begleitet von umfangreichen Einschränkungen ließ die Bahn bereits 2012 und 2013 die Hallendecke erst einmal provisorisch sichern.

Baugerüste wurden aufgestellt, Geschäfte mussten wochenlang schließen. Es folgte eine umfangreiche Sanierung der Brückenlager. Die damit verbundenen Absperrungen nutzte die Bahn, um auch die Haus- und die Brandschutztechnik zu erneuern. Dabei kam es immer wieder zu Überraschungen. Die Arbeiten zogen sich deutlich länger hin und wurden deutlich teurer als geplant. War anfangs von fünf Millionen Euro die Rede, wurden es schließlich deutlich mehr als zehn Millionen. Der erste Fertigstellungstermin wurde erst von 2015 auf 2016, später dann auf 2017 verschoben.

Pfusch am Bau sorgte für erhebliche Probleme

„Grundsätzlich“ seien die bekannten Baumaßnahmen am Gleistrog und der Haustechnik abgeschlossen, sagte ein Bahnsprecher. Die aktuell erkennbaren Arbeiten wären ein neues Projekt, bei dem es um die Modernisierung der Videotechnik im Bahnhof geht. Dabei sei es notwendig, Teile der Deckenbereiche erneut zu öffnen. Geplant ist, an den insgesamt drei Bahnsteigen für die S-Bahn und den Regionalverkehr neue Überwachungskameras zu installieren, die hochauflösende Bilder liefern. Bahnmitarbeiter werden die Bilder live beobachten. Zugriff auf die Aufzeichnungen hätte dagegen nur die Bundespolizei im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlungen, so der Bahnsprecher.

Das aktuelle Projekt werde bis „voraussichtlich April 2019“ abgeschlossen sein. Einschränkungen für die 50 Gewerbemieter, wie noch vor einigen Jahren, soll es dieses Mal aber nicht geben.

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