Wohnungsmarkt

Mieten in Berlin steigen ungebremst

Ein neuer Preisvergleich zeigt: In einfachen und mittleren Wohnlagen kostet der Quadratmeter im Durchschnitt neun Euro.

Berlin.  Seit nunmehr zehn Jahren kennen die Preise am Berliner Wohnimmobilienmarkt nur eine Richtung: steil nach oben. Gegenüber dem Vorjahr sind die Durchschnittsmieten dabei in einfachen und mittleren Wohnlagen um 5,9 Prozent auf neun Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und in besseren Wohnlagen um 5,2 Prozent auf 10,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gestiegen. Das geht aus dem Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Wie schon in den vergangenen Jahren wiesen die Miethöhen in den zwölf Berliner Bezirken große Unterschiede auf. So müssen Charlottenburg-Wilmersdorfer am tiefsten in die Tasche greifen, wenn sie eine Wohnung anmieten wollen. In den sogenannten Vorzugslagen (gut bis sehr gut) werden inzwischen durchschnittlich 12,50 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt) aufgerufen. In den Standardlagen (einfach bis mittel) sind es durchschnittlich 10,50 Euro. Das entspricht jeweils rund 50 Cent pro Quadratmeter mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei folgt Mitte mit 12,50 beziehungsweise zehn Euro.

Am günstigsten werden Mietwohnungen aktuell in den einfachen und mittleren Wohnlagen der Bezirke Spandau und Neukölln angeboten – mit jeweils acht Euro je Quadratmeter und Monat.

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„In den IVD-Immobilienpreisservice fließen nur Mieten ein, die auch tatsächlich vertraglich vereinbart wurden“, erläutert IVD-Wertermittlerin Katja Giller. Betrachtet wurden hierbei nur Wohnungen mit mittlerer bis gehobener Ausstattung in normalem oder gutem Bauzustand in einer Größe von 70 bis 120 Quadratmetern, die im Berichtszeitraum 1. Oktober 2017 bis 1. Oktober 2018 vermietet wurden. Keine Beachtung fanden dagegen Neubauwohnungen sowie der Markt der sogenannten Mikroappartements oder Luxuswohnungen wie Penthäuser.

Noch deutlich stärker als bei den Mieten ist der Preiszuwachs bei den Eigentumswohnungen in Bestandsimmobilien ausgefallen. Mit einer Steigerung von 12,8 Prozent auf 2650 Euro pro Quadratmeter in den einfachen und mittleren Lagen (2017: zwölf Prozent) haben die Kaufpreise erneut deutlich stärker als die Mietpreise zugelegt. In guten Lagen fiel der Preisanstieg mit rund acht Prozent auf 3350 Euro pro Quadratmeter etwas niedriger aus (2017: zwölf Prozent). Das höchste Preisniveau findet sich wie im Vorjahr in den guten Wohnlagen von Mitte – mit 4500 Euro pro Quadratmeter. Auf Platz zwei liegt wieder Charlottenburg mit 4200 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg auf Platz drei (3800 Euro pro Quadratmeter). Knapp dahinter folgen die Bezirke Pankow mit 3600 Euro pro Quadratmeter und Tempelhof-Schöneberg mit 3400 Euro pro Quadratmeter. In den günstigsten einfachen und mittleren Wohnlagen in Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Spandau werden im Schwerpunkt inzwischen 2300 Euro pro Quadratmeter erreicht.

Nach Ansicht der IVD-Experten ist mit einer Trendwende am Berliner Immobilienmarkt auch im kommenden Jahr nicht zu rechnen. Die Landespolitik müsse viel deutlicher für ein positives Neubauklima eintreten, fordert deshalb IVD-Vorsitzende Kerstin Huth. Denn neben den weiter günstigen Zinsen seien es besonders die weiterhin zu niedrigen Neubauzahlen, die die Preisspirale scheinbar unaufhaltsam nach oben drehen.

Unterdessen meldete das Statistische Landesamt am Donnerstag besorgniserregende Zahlen. Demnach ist von Januar bis September 2018 die Anzahl der genehmigten Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 17.157 gesunken. Die meisten Baugenehmigungen für Wohnungen sind in den Bezirken Pankow, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick erteilt worden, die wenigsten in Neukölln.

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